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Gifhorn

Grundschulen in Gifhorn fehlt Führungspersonal

Gifhorn Posten als Schulleiter sind in den Grundschulen in Gifhorns Ortsteilen nicht begehrt. Nach Wilsche droht auch für Gamsen eine Interimslösung.

Von Anja Alisch

Nachdem Wolfram Buchwald die Astrid-Lindgren-Schule verließ, blieb seine Rektorenstelle vakant. Es gab keine Bewerber bei der Landesschulbehörde. Bis zunächst 2013 wird Hans-Otto Dittmer, Leiter der Isetalschule in Kästorf kommissarisch die Leitung mit übernehmen, wird dazu freigestellt. Aber auch er mahnte im Ortsrat Kästorf eine „dauerhafte Lösung“ an.

Unklar ist die Situation an der Wilhelm-Busch-Schule in Gamsen. Leiterin Ursula Scherweit wird zum Schuljahresende in den Ruhestand gehen. Ein Nachfolger ist nicht gefunden.

„Wir haben die Stelle jetzt zum zweiten Mal ausgeschrieben“, bestätigt Susanne Strätz, Pressesprecherin der Landesschulbehörde. „Gamsen hat eine große Schule in einem Top-Zustand. Wir hoffen sehr, dass sich nun ein Bewerber meldet. Wir führen auch Personalgespräche mit geeigneten Kandidaten – aber zwingen oder berufen können wir niemanden.“ Die Wilscher Stelle sei erfolglos ausgeschrieben worden, für die „sehr kleine Schule“ sei die kommissarische Leitung „sehr gut und pädagogisch vertretbar“.

Generell sei es schwieriger geworden, Leiterstellen an kleinen Grundschulen im dörflichen Bereich zu besetzen: „Viele möchten sich nicht mit den zunehmenden Verwaltungsaufgaben durch Ganztagsbetrieb oder Inklusion belasten“, vermutet Strätz. Das Kultusministerium werbe mittlerweile für neue Konzepte wie Kooperationen und Fusionen. Da sei der Schulträger gefragt.

Einem Wegfall von Grundschulstandorten in den Ortsteilen erteilt Klaus Meister, Leiter des Fachbereichs Bildung, Jugend und Kultur, eine klare Absage: „Die Stadt ist interessiert, alle Schulen zu sichern. Die Prognosen für die Schülerzahlen zeigen auch ganz klar, dass wir alle Standorte erhalten müssen.“ Niemand müsse befürchten, dass die Grundschulkinder weite Wege auf sich nehmen müssten oder Eigenständigkeiten gefährdet seien – wie Rita Wendig (CDU) im Ortsrat Kästorf angemahnt hatte: „Kein Ortsteil darf hinten runter fallen.“ Ein klares und positives Signal, betonte Wendig, sei, dass die Stadt als Schulträger die Schulsekretariate in vollem Stundenumfang erhält.

Meister sieht die Landesschulbehörde in der Pflicht: „Die offenen Stellen sind neu zu besetzen. Eine Schule ohne Leitung geht auf Dauer nicht – auch wenn der Einsatz von Hans-Otto Dittmer eine praktikable Variante ist.“ Für Gamsen sieht Meister die Entwicklung „auf einem guten Weg“. Aber er vermutet: „Die Vergütung für einen Grundschulleiter liegt nicht deutlich über dem eines Lehrers. Daher ist das nicht so reizvoll.“ An den übrigen Gifhorner Schulen habe es ähnliche Schwierigkeiten nicht gegeben.

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Veröffentlicht: 21.02.2012 - 19:42 Uhr
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