Der Faule Graben riecht jetzt nach Bärlauch

Wolfenbüttel  Die biologische Sanierung wird etwa 10 Wochen dauern und kostet 10 000 Euro.

Kai-Arne Klotz schüttet Enzyme in den Faulen Graben, der zusätzlich per Belüfter mit Sauerstoff versorgt wird.

Foto: Karl-Ernst Hueske

Kai-Arne Klotz schüttet Enzyme in den Faulen Graben, der zusätzlich per Belüfter mit Sauerstoff versorgt wird. Foto: Karl-Ernst Hueske

Unser Leser U. Grossert aus Wolfenbüttel fragt:

Warum stinkt es seit einigen Wochen so stark am Faulen Graben?

Die Antwort recherchierte Karl-Ernst Hueske

Der Faule Graben machte zuletzt seinem Namen alle Ehre. Das ist zahlreichen Fußgängern aufgefallen, die am Stadtbad Okeraue entlang Richtung Dreilindensiedlung gegangen sind. Dort befindet sich der Graben, der zwei Okerarme verbindet. Nun wird er biologisch saniert.

Mit der Firma ASA Spezialenzyme vom Exer hat die Stadt eine Spezialfirma vor Ort, die sich mit übelriechenden Gewässern gut auskennt. Kai-Arne Klotz von der Firma ASA begann mit seinem Team am Donnerstag mit der biologischen Sanierung des Grabens.

Die Ursache für den Gestank am Faulen Graben beschrieb Matthias Tramp von den Stadtbetrieben: „Es ist eine übermäßige organische Belastung festgestellt worden, die in den teilweise mehr als 80 Zentimeter tiefen Ablagerungen von Blättern und Schlamm zu sauerstoffarmen und übelriechenden biologischen Faulprozessen geführt hat.“ Das Problem des Grabens ist: Er führt kaum noch Wasser, außer bei Hochwasser. Fließverhalten ist nicht mehr festzustellen. Ohne Durchfluss fehlt jedoch der Sauerstoff, der für biologische Umsetzungsprozesse erforderlich ist.

Hier setzt die Firma ASA in Abstimmung mit den Stadtbetrieben sowie der Unteren Wasserbehörde beim Kreis an. Durch Zugabe spezieller Enzyme und Mikroorganismen sowie durch Lufteintrag von vier Belüftern, die hauptsächlich nachts zum Einsatz kommen, wird der biologische Umsetzungsprozess beschleunigt. „Ähnliche Methoden wendet man auch bei umgekippten Stillgewässern an“, berichtete Klotz. Der Faule Graben wird nun zunächst abgesperrt und mit frischen Wasser versorgt.

Etwa zehn Wochen wird die Sanierung des Faulen Grabens dauern. In der Anfangsphase wird der Geruch sogar noch zunehmen, da nun der Umsetzungsprozess beschleunigt wird, erläuterte der Vertreter der Firma ASA. Schon am Donnerstag beim Beginn der Belüftung roch es am Faulen Graben sehr intensiv nach Bärlauch.

Die Sanierung wird laut Erstem Stadtrat Knut Foraita 10000 Euro kosten. Ob anschließend noch weitere Tiefbaumaßnahmen (etwa das Ausbaggern des Schlammes) erforderlich sind, wird sich laut Tramp während des Sanierungsprozesses zeigen.

Kommentar-Profil anlegen
*Pflichtfelder
Captcha