Blinklicht soll Radfahrer in Braunschweig schützen

Braunschweig  Am Montag startet ein Test an der Kreuzung Hans-Sommer-Straße/Rebenring, durchgeführt vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt.

Radfahrer sind im Straßenverkehr besonders gefährdet. Umso wichtiger ist es, sie zu schützen und kritischen Situationen vorzubeugen. Das hat sich auch das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) zum Ziel gesetzt und installiert nun das sogenannte „Amber Light“ an der Braunschweiger Forschungskreuzung im Bereich Hans-Sommer-Straße und Rebenring.

Wie das DLR mitteilt, ist das „Amber Light“ ist ein Schutzblinker mit Radfahrersymbol, der prototypisch auf Basis einer Baustellenampel mit einem Signalgeber aufgebaut wurde. Falls das Risiko einer Kollision bestehe, warne es Fahrzeuge, die von der Hans-Sommer-Straße nach rechts in die Brucknerstraße abbiegen, vor geradeaus fahrenden Fahrradfahrern.

„Das Ziel des Blinklichts ist es, die Aufmerksamkeit des Autofahrers zu wecken und auf den Radfahrer zu lenken, um kritische Situationen zu vermeiden“, erklärt DLR-Wissenschaftler Kay Gimm vom Institut für Verkehrssystemtechnik, der das Projekt XCYCLE leitet. In den nächsten Tagen sollen die Einstellungen des Blinkers vom Projektteam noch getestet und optimiert werden, ab Montag, 12. März, werde er dann rund um die Uhr für vier Wochen im Einsatz sein.

Amber Light löst erst in kritischen Situationen aus

Durch die an der Forschungskreuzung installierte Kameratechnik werde der Verkehr anonymisiert erfasst. Algorithmen können automatisch berechnen, wie schnell sich Fahrradfahrer und Autofahrer nähern und wann sich ihre Wege kreuzen. Bei Gefahr beginne das „Amber Light“ zu leuchten oder sogar hochfrequent gelb zu blinken – je nach ermitteltem Risiko für die Verkehrsteilnehmer. „Das Amber Light wird also erst bei kritischen Situationen aktiv und löst nicht bei jedem Fahrradfahrer automatisch aus“, erläutert Gimm.

Das „Amber Light“ führt Protokoll über sein Auslösen, so dass anhand der Kamerabilder von der Kreuzung die Situationen gesammelt und ausgewertet werden können. Bei der Auswertung soll dieser Zeitraum mit einer vergangenen Zeitperiode ohne Blinker verglichen werden. So können die Wissenschaftler untersuchen, ob das „Amber Light“ zu einer Reduzierung von kritischen Situationen im Verkehrsgeschehen beiträgt.

Braunschweiger können sich an Umfrage beteiligen

Zu der Auswertung gehört Gimm zufolge auch eine Umfrage, an der Verkehrsteilnehmer ab dem 16. März teilnehmen können, um ihre Erfahrungen mit dem Blinker weiterzugeben und die Wissenschaftler bei ihrer Forschung zu unterstützen. Der Link ist auf der Internetseite http://verkehrsforschung.dlr.de zu finden. Die Umfrage nehme etwa zehn Minuten in Anspruch, so das DLR.

Die Wissenschaftler forschen seit 2015 gemeinsam mit acht internationalen Projektpartnern an der drahtlosen, intelligenten Vernetzung von Fahrzeugen, Radfahrern und intelligenter Infrastruktur im EU-Projekt XCYCLE. Im Fokus stehe die Untersuchung und Abwendung von möglichen Gefahrensituationen in Bereichen, in denen ungeschützte Verkehrsteilnehmer, besonders Radfahrer, mit motorisiertem Verkehr, besonders Schwerlastverkehr, zusammentreffen. Nicht nur die Warnung von Fahrradfahrern durch das „Amber Light“ teste das Projekt in den nächsten Wochen an der Forschungskreuzung, sondern mit Hilfe von Projektpartnern auch andere Warnsysteme wie Leuchtelemente auf dem Armaturenbrett in LKWs oder an Lenkern von Fahrrädern.

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