Erste Eröffnung im Quartier St. Leonhard

Braunschweig.   Das neue Stadtviertel beginnt sich mit Leben zu füllen: Den Anfang macht die Internationale Kita.

Kita-Leiterin Julia Dogan zeigt einen der neuen Kita-Gruppenräume.

Kita-Leiterin Julia Dogan zeigt einen der neuen Kita-Gruppenräume.

Foto: PHILIPP ZIEBART

Im Hintergrund sieht man, wie die Krähne sich drehen und die Bagger rollen: Mitten in der Großbaustelle für das neue Stadtviertel St. Leonhard hat am Mittwoch die Kita St. Leonhard International offiziell eröffnet.

Unter Hochdruck war die Kita errichtet worden, etliche Gäste konnten sich noch bestens an den ersten Spatenstich im Sommer vor gut einem Jahr erinnern. „Da standen wir hier auf einem riesigen Sandhaufen“, sagte Oberbürgermeister Ulrich Markurth in seiner Ansprache. Nun also ist die Kita fertig und hat bereits ihre Arbeit aufgenommen: 105 Kinder und ein Team aus hochmotivierten Mitarbeiterinnen füllen die hellen Räume in dem modernen Neubau nun mit Leben.

Am Mittwoch blieben die Kinder freilich zu Hause: Die offizielle Eröffnung mit den vielen geladenen Gästen wäre doch zu aufregend für die Knirpse gewesen, die allesamt ja noch in der Eingewöhnungsphase sind. Drei Kindergartengruppen (für Kinder ab drei Jahren) und zwei Krippengruppen (für Kinder ab sechs Monaten) sind hier nun zu Hause. Träger der Einrichtung ist das Christliche Jugenddorfwerk Deutschland (CJD).

„Mit dem neuen Stadtviertel wächst nicht nur etwas aus Stein, hier wächst eine großartige Idee heran“, betonte Markurth: Hier werde die Vision von einem inklusiven Quartier umgesetzt, in dem junge und alte Menschen, Menschen mit und ohne Behinderung, Einheimische und Menschen aus aller Welt miteinander leben und arbeiten. Bauherr und Förderer des Großprojekts sind die „Richard Borek Stiftung“ und die Borek Immobilien GmbH.

Die besondere „Magie“ dieses Ortes, sagte Kirk Chamberlain, der neue Gesamtleiter des CJD, sei bereits in den ersten Tagen in der Einrichtung zu spüren gewesen. Ausdrücklich dankte er seiner Vorgängerin Ursula Hellert – die gestern verhindert war – und dem kaufmännischen Gesamtleiter Dirk Gähle für ihren unermüdlichen Einsatz: „Ohne sie würden wir heute nicht hier stehen.“

Julia Dogan, die Leiterin der neuen Kita, stellte ihr Team vor. Alle Mitarbeiterinnen sprechen Deutsch und Englisch, denn der Kindergarten arbeitet bilingual. Die 105 Kinder kommen aus 26 Nationen. „Wir verständigen uns in deutscher und englischer Sprache, mit Händen und Füßen und mit Google Translate“, erzählt Julia Dogan lachend vom Alltag in der Einrichtung: „Es berührt mich sehr, wie die Eltern sich hier begegnen, voller Respekt und Wohlwollen. Das zeigt, wie Integration gelingen kann.“

Oberbürgermeister Markurth lobte ausdrücklich das bilinguale Konzept und verriet: „Es gab in den vergangenen Jahren immer wieder den Versuch, eine bilinguale Kita in der Stadt anzusiedeln – an verschiedenen Orten, von verschiedenen Trägern mit verschiedenen Finanzierungskonzepten. Aber alle scheiterten – bis heute.“

Immer wieder war während der Eröffnung das Dröhnen der Bohrmaschinen aus den oberen Stockwerken zu hören: Über der Internationalen Kita befinden sich die neuen Räume für die Internatsschüler des CJD. Rund 100 Schüler sollen Anfang November hier einziehen – der nächste Meilenstein bei der Realisierung des neuen Stadtviertels.

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