CJD verschiebt den Start seiner Oberschule

Braunschweig.  Eigentlich sollte die neue Schule in wenigen Monaten an den Start gehen. Nun wird es erst 2020 soweit sein.

Kirk Chamberlain leitet seit Herbst die CJD-Stadorte in Braunschweig, Wolfsburg und Salzgitter. Bevor er zum CJD kam, war er für eine Unternehmensberatung in London tätig.

Kirk Chamberlain leitet seit Herbst die CJD-Stadorte in Braunschweig, Wolfsburg und Salzgitter. Bevor er zum CJD kam, war er für eine Unternehmensberatung in London tätig.

Foto: Philipp Ziebart / BestPixels.de

In diesem Sommer sollte die Braunschweiger Schullandschaft um eine Facette reicher werden: Das Christliche Jugenddorfwerk (CJD) hatte angekündigt, eine Oberschule zu eröffnen. Doch daraus wird nichts – das CJD verschiebt den Start seiner Oberschule erneut um ein Jahr.

„Wir glauben nach wie vor, dass eine Oberschule richtig ist für Braunschweig. Sie wird die Schullandschaft hier prägen“, betont Kirk Chamberlain, der seit Herbst die CJD-Standorte in Braunschweig, Wolfsburg und Salzgitter leitet. Das Interesse von Seiten der Eltern und Schüler sei da – obwohl der Besuch der privaten Schule nicht kostenlos sein wird und auch gar nicht sein kann: Private Schulen erhalten in den ersten drei Jahren nämlich keine finanzielle Unterstützung vom Staat.

Mit Blick auf das neue Stadtquartier St. Leonhard aber habe man beschlossen, mit dem Start des nächsten „Mammutprojekts“ noch etwas zu warten. „Die Oberschule wird gerade in der Vorbereitung zeitliche und personelle Ressourcen binden – genau wie das Quartier. Wir mussten das entzerren“, so Chamberlain.

Im neuen „Quartier St. Leonhard“schräg gegenüber der Stadthalle ist das CJD eine der treibenden Kräfte: Im vergangenen Jahr hat der private Träger die internationale Kita eröffnet, zudem haben die Internatsschüler dort ein Gebäude bezogen. Damit nicht genug: Das CJD ist in Vorbereitung eines Dorfcafés, wird in Kooperation mit der Stiftung Neuerkerode im Quartier Werkstätten für Menschen mit Behinderung betreiben und ein Veranstaltungszentrum.

Die Planungen für das Quartier hatte Ursula Hellert maßgeblich mit angestoßen, Vorgängerin von Kirk Chamberlain. Auf ihre Amtszeit gehen auch die Pläne für eine Oberschule zurück. Die Oberschule sollte eigentlich schon im August 2018 starten – später hieß es, der Start werde verschoben, weil eine „besonders geeignete Schulleitung“ gefunden worden sei, die aber erst ab Sommer 2018 zur Verfügung stünde. Inzwischen ist klar: Ulrike Ewe soll die Oberschule aufbauen, Lehrerin für Physik und Mathe am Christophorusgymnasium, dessen Trägerschaft ebenfalls beim CJD liegt. Zuletzt war Ulrike Ewe bundesweit in der Mitarbeitervertretung des CJD tätig.

Untergebracht werden soll die Oberschule im alten Internatsgebäude an der Georg-Westermann-Allee. Das ehemalige „Mädchenhaus“ muss umgebaut und saniert werden. „Der Bauantrag wurde im Sommer gestellt. Wir wollen bald loslegen“, sagt Kirk Chamberlain.

Die Oberschule – eine Kombination aus Haupt- und Realschule – gibt es in Niedersachsen erst seit sieben Jahren. Seitdem wurden landesweit fast 300 Oberschulen gegründet – aber keine einzige in Braunschweig.

Die CDU könnte sich vorstellen, mittel- bis langfristig alle Haupt- und Realschulen in Braunschweig in Oberschulen umzuwandeln. Allerdings ist sie im Herbst mit ihrem Vorschlag, im Sommer 2018 eine städtische Oberschule in Braunschweig zu eröffnen, im Rat der Stadt gescheitert. Durchsetzen konnte sie sich jedoch mit ihrem Antrag, die Schulform als zu prüfende Option in den Schulentwicklungsplan der Stadt aufzunehmen.

Das CJD

- Das CJD ist mit 9500 hauptamtlichen und vielen ehrenamtlichen Mitarbeitern nach eigenen Angaben eines der größten Bildungs- und Sozialunternehmen in Deutschland.

- In Braunschweig ist das CJD auf Wachstumskurs. Bislang betreibt es die bilinguale Kita St. Leonhard, die International School, das Christophorus-Gymnasium, ein Internat und mehrere Wohngruppen, die Hans-Georg-Karg-Grundschule, die Psychologische Beratungsstelle und die Musische Akademie.

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