Im Baugebiet St. Leonhard ziehen 108 Jugendliche ein

Braunschweig.  Der Neubau bietet Platz für 14 Wohngruppen des Christlichen Jugenddorfwerks Braunschweig. Jugendliche zwischen 9 und 21 Jahren finden ein Zuhause.

Dirk Gähle (von links), Petra Kantenwein und (rechts) Kirk Chamberlain vom CJD stehen mit Erika Borek, Vorstand der Richard Borek Stiftung, vor dem neuen Wohngebäude für 108 Jugendliche im Quartier St. Leonhard.

Dirk Gähle (von links), Petra Kantenwein und (rechts) Kirk Chamberlain vom CJD stehen mit Erika Borek, Vorstand der Richard Borek Stiftung, vor dem neuen Wohngebäude für 108 Jugendliche im Quartier St. Leonhard.

Foto: Karsten Mentasti

Genau neben seiner Grundschule hat das Christliche Jugenddorfwerk (CJD) Braunschweig seinen neuen Wohnbereich bezogen und damit für bis zu 108 Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene, die dort leben, mehr Komfort geschaffen. In dem bis zu vierstöckigen Neubau ist seit Oktober 2018 auch eine neu eingerichtete Kindertagesstätte des CJD untergebracht.

Die Wohnbereiche waren erst später fertig geworden, sie wurden im Dezember bezogen und jetzt offiziell ihrer Bestimmung übergeben. Der Wohn- und Kita-Komplex liegt im Neubaugebiet St. Leonhard gegenüber der Stadthalle. Es ist das erste fertige und bezogene Gebäude dort und gehört der Richard Borek Stiftung, die es für zunächst 25 Jahre an das CJD vermietet hat.

Des weiteren werden auf dem früheren Gelände der Reiterstaffel der Polizei durch die Borek Immobilien GmbH weitere Gebäude für die evangelische Stiftung Neuerkerode und das Lukaswerk sowie barrierefreie Mietwohnungen für Senioren und Familien gebaut. Zuletzt werden die beiden Altgebäude direkt an der Hauptstraße als Kiosk mit Bistro, Veranstaltungs- und Werkstatträume fertig gestellt.

Wegen der Baustellensituation ist das Erreichen des ersten fertigen Gebäudes mit der Adresse Leonhardplatz 6 nicht ganz einfach, es ist momentan nur möglich ab Leonhardstraße über die Zufahrt zur Hans-Georg-Karg-Grundschule.

Die Mädchen und Jungen zwischen 9 und 21 Jahren, die unter dem Dach des CJD wohnen, waren zuvor auf dem Gelände des Gymnasiums Christophorusschule an der Georg-Westermann-Allee untergebracht. Eine Verselbstständigungsgruppe, also Jugendliche, die schon möglichst eigenständig ihren Lebensalltag bewältigen, ist dort geblieben.

Die leer gewordenen Gebäude werden saniert und ab dem Schuljahr 2020/21 als Oberschule beziehungsweise als Büroräume genutzt.

Am neuen Standort Leonhardplatzgibt es zwei Gruppen für jeweils zwölf internationale und deutsche Internatsschüler sowie zwölf Jugendhilfegruppen mit jeweils sieben Wohnplätzen für Kinder und Jugendliche mit schulischen, familiären oder sozialen Problemen sowie für Mädchen und junge Frauen mit einer Essstörung. Die Bewohner des Hauses werden von derzeit 43 Mitarbeitern betreut.

Neu eingerichtet wird derzeit noch eine neue Wohngruppe namens Vital für übergewichtige Jugendliche mit Jugendhilfebedarf.

„Für unsere Bewohner hat sich die Situation wesentlich verbessert“, berichtete Petra Kantenwein, Fachbereichsleitung für Kinder-, Jugend- und Familienhilfe des CJD Braunschweig. Dazu gehören überwiegend Einzelzimmer, während es an der Georg-Westermann-Allee hauptsächlich Doppelzimmer gab. Zudem ermöglichen kürzere Flure und kleinere Gruppen familiärere Strukturen. Alle 14 Gruppen haben eine eigene Küche und Gruppenräume, in denen gespeist wird.

Dirk Gähle, Gesamtleiter des CJD Niedersachsen Süd-Ost, dazu gehören auch Einrichtungen in Salzgitter und Wolfsburg, berichtete, dass die Ausstattung der Zimmer mit Schrank, Bett, Stuhl und Schreibtisch komplett von den CJD-Werkstätten in Salzgitter gefertigt worden seien.

Mit der offiziellen Eröffnungsfeier des Neubaus endete ein achtjähriger Prozess, bei dem die ehemalige Gesamtleiterin des CJD Braunschweig, Ursula Hellert, die im Sommer 2018 in den Ruhestand verabschiedet worden war, als Initiatorin maßgeblichen Anteil hatte.

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