Braunschweiger Abiturientin (14) ist wohl die jüngste bundesweit

Braunschweig.  Mandy Hoffmann hat an der Christophorusschule mit Note 1,0 bestanden. Jetzt will sie Chemie und Mathe studieren. Sie kommt aus Peine.

Mandy Hoffmann aus Peine hat an der Christophorusschule in Braunschweig als wohl jüngste Abiturientin Deutschlands einen Schnitt von 1,0 hingelegt.

Mandy Hoffmann aus Peine hat an der Christophorusschule in Braunschweig als wohl jüngste Abiturientin Deutschlands einen Schnitt von 1,0 hingelegt.

Foto: Henning Thobaben

Ton läuft… und Action! Mit einer Mischung aus Professionalität und Spaß setzte das CJD Braunschweig am Montag Mandy Hoffmann in Szene. Eine Mitschülerin interviewte die 14-Jährige aus Peine, die jetzt die vermutlich jüngste Abiturientin Deutschlands ist. Und nicht nur das: Die Jugendliche schaffte sogar einen Schnitt von 1,0.

Ein Zentralregister, in dem Abiturienten in Deutschland erfasst werden, gibt es nicht. Umso mehr musste das CJD recherchieren. 14-Jährige mit bestandener Reifeprüfung habe es in der Vergangenheit kaum gegeben, sagte Thomas Prüsse aus dem CJD-Marketing. „Wir haben die sehr begründete Vermutung, dass Mandy die jüngste Abiturientin Deutschlands ist“, erklärte er daher.

Aber abgesehen von der Statistik: Das Interview soll die beachtliche Leistung an sich würdigen – und Außenstehenden einen Eindruck vermitteln, wie der ungewöhnliche Lebensweg eines hochbegabten Menschen aussieht. Denn, so erzählte die 14-Jährige während des Gesprächs, schon im Kindergarten habe sie rechnen, lesen und schreiben können. Bei der Messung ihres Intelligenzquotienten sei einmal ein Wert von 142 herausgekommen. Als Durchschnitt gilt ein Wert von 100, ab 130 gilt man als hochbegabt.

Die Jugendliche, die Anfang Juli 15 wird, plauderte im Interview locker drauf los. Viel lernen habe sie nie gemusst, bis zur 5. Klasse praktisch nie. In der Oberstufe habe sie sich zwar ebenso wie ihre Mitschüler auf die Klausuren vorbereitet. „Aber ich habe sicher weniger gelernt als andere, um gute Noten zu schreiben“, erzählte sie. Vieles sei ihr zugefallen. Ihren Intellekt sieht sie eher als Segen an, der ihr während der Abiphase Druck genommen und Freiheiten ermöglicht habe.

Wie jemand, der nur vor Büchern gesessen hat, kommt Mandy Hoffmann in der Tat nicht rüber. Die Naturwissenschaften sind ihr Ding, insbesondere Mathe und Chemie. „Was mir nicht so lag, bin ich losgeworden. Englisch nach der elften Klasse zum Beispiel“, berichtete sie. Die Peinerin wirkt offen und kommunikativ. Dem Klischee des hochintelligenten, aber gleichzeitig sozial-emotional eingeschränkten Menschen entspricht sie in keiner Weise.

Und um einem weiteren Vorurteil vorzubeugen: Ihre Eltern hätten sie nie gepusht oder durch die Jahrgänge getrieben, sondern lediglich ihre neugierigen Fragen beantwortet, erklärte Mandy Hoffmann. Der Antrieb sei stets aus ihr selbst heraus gekommen. In der fünften Klasse, erinnerte sich die Abiturientin, habe sie „ziemlich am Rad gedreht“. Grund: Unterforderung. Sie selbst habe danach einen Jahrgang überspringen wollen. Gleiches geschah noch einmal eineinhalb Jahre später. Weil sie schon den ersten und zweiten Jahrgang in einem absolviert hatte, ist die 14-Jährige nun so früh fertig.

Die Altersunterschiede zu ihren Mitschülern seien nie ein relevantes Thema gewesen, erzählte sie Interviewerin Marlene Warstat, die ebenfalls ein 1,0-Abitur geschafft hat, aber schon 18 Jahre alt ist. In ihrer Freizeit betreibe sie Geräteturnen und spiele Klavier, erklärte Mandy Hoffmann. Sich durch die Jahrgangssprünge immer wieder neu zu integrieren, sei kein Problem gewesen.

Im Herbst fängt für Mandy Hoffmann ein neuer Lebensabschnitt an. Ab Herbst möchte sie an der Mathe und Chemie studieren. Dass sie auch dann immer das Nesthäkchen sein wird, stört sie nicht. Rechtliche Fragen bezüglich ihrer Arbeit in Chemielabors seien geklärt, berichtete sie. Der Masterabschluss sei ihr Ziel – und dürfte wohl auch kein Problem werden.

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