Braunschweiger Kita für Deutschen Kita-Preis nominiert

Braunschweig.  Die Kindertagesstätte Siegmundstraße im Norden Braunschweigs ist für den Deutschen Kita-Preis nominiert worden, zusammen mit 24 weiteren Kitas.

Kita-Leiterin Katrin Lutz zeigt mit einigen Kindern das neue Raumkonzept der Kita Siegmundstraße mit Atelier, Bauräumen, Café und einem Raum für Rollenspiele.

Kita-Leiterin Katrin Lutz zeigt mit einigen Kindern das neue Raumkonzept der Kita Siegmundstraße mit Atelier, Bauräumen, Café und einem Raum für Rollenspiele.

Foto: Florian Kleinschmidt / BestPixels.de

Bundesweit haben sich mehr als 1500 Kindertagesstätten und Elterninitiativen um den Deutschen Kita-Preis 2020 beworben. Die städtische Kita Siegmundstraße im Siegfriedviertel ist nun für den Preis nominiert worden und gehört damit zu den 25 Kandidaten, die es in die nächste Runde geschafft haben.

Die Freude darüber ist groß: „Das Team der Kita hat mit den Kindern bei einer Tasse Kakao die Nominierung gefeiert“, teilt Stadtsprecher Rainer Keunecke auf Anfrage mit. Erstmalig habe sich eine städtische Kita aus Braunschweig um diesen Preis beworben. Die Kita werde nun mit viel Elan darauf hinarbeiten, ins Finale einzuziehen.

Der Preis wird vom Bundesfamilienministerium sowie der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung (DKJS) vergeben als Auszeichnung für besondere Qualität in der frühen Bildung. Die erstplatzierte Einrichtung wird auf der Preisverleihung im Mai mit 25.000 Euro ausgezeichnet, vier Zweitplatzierte können sich über je 10.000 Euro freuen, heißt es in einer Mitteilung der DKJS. Darüber hinaus werde eine Kita mit dem Eltern-Sonderpreis geehrt.

Kita-Leiterin Katrin Lutz sagt, ihre Einrichtung sei derzeit dabei, umfassend das Konzept zu ändern, hin zu einem deutlich höheren Mitbestimmungsrecht der Kinder: „Ich bin stolz auf unser Team, das diese Veränderung trägt, und hatte die Bewerbung eingereicht, um die Kollegen damit zu überraschen.“ Künftig können die Kinder weitestgehend allein entscheiden, womit sie sich am Tag beschäftigen wollen - das Raumkonzept werde entsprechend angepasst. „Wir haben ab Februar keine Gruppenräume mehr, sondern zum Beispiel ein Atelier zum Malen und Basteln, zwei Bauräume und einen Raum für Rollenspiele“, erklärt Katrin Lutz: „Kinder bilden sich am besten, wenn sie ihren Interessen nachgehen können.“

Stadtsprecher Keunecke ergänzt: „Die Kita Siegmundstraße ist Vorreiterin bei diesem Konzept der ,offenen Arbeit’, das in den kommenden Jahren in allen städtischen Kitas umgesetzt werden soll.“

Ob die Braunschweiger Kita eine Runde weiterkommt, entscheidet sich nach Angaben der Veranstalter Ende des Jahres. Zehn Kitas sollen dann ins Finale einziehen. Diese Einrichtungen werden von Fachleuten besucht und beurteilt. Im Mai 2020 wird die Entscheidung fallen, welche Einrichtungen zu den Preisträgern zählen. Welche Kita mit dem Eltern-Sonderpreis ausgezeichnet wird, können Internetnutzer im April in einem öffentlichen Online-Voting bestimmen. Die Jury bewertet unter anderem, ob die Kitas die Bedürfnisse von Kindern in den Mittelpunkt ihrer Arbeit stellen und wie Eltern in den Einrichtungen mitwirken können.

Der Deutsche Kita-Preis wurde 2018 erstmals vergeben. Er ist eine gemeinsame Initiative des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend und der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung in Partnerschaft mit der Heinz und Heide Dürr Stiftung, der Gisela-Sdorra-Stiftung, der Karg-Stiftung, dem Eltern-Magazin und dem Didacta-Verband. Weitere Infos unter www.deutscher-kita-preis.de.

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