Bild des Schreckens wird in Braunschweig ausgestellt

Braunschweig.  „Brand von Braunschweig": Das Gemälde von Walther Hoeck ist ab Montag, 11. November, im Service-Center unserer Zeitung zu sehen.

Gemälde von Walther Hoeck: „Brand von Braunschweig".

Gemälde von Walther Hoeck: „Brand von Braunschweig".

Foto: Rudolf Flentje/Archiv

An diesem Gemälde von Walther Hoeck, dem Nazi-Maler, scheiden sich die Geister. Es zeigt das brennende Braunschweig nach dem katastrophalen britischen Bombenangriff in der Nacht zum 15. Oktober 1944, als das alte Braunschweig in einer Flammenhölle unterging. Die brutale Feuersglut, sich überschlagend, über einer verglühenden, im Inferno untergehenden Stadt.

Propaganda sei dies, sagen die einen, entsetzlich schön, inszeniert, um auch im Untergang noch faschistischer Bildsprache zu frönen. Nein, stimmt nicht, sagen die anderen. Genauso sei es gewesen, exakt so habe es ausgesehen. Es gibt sogar Schilderungen von Zeitzeugen, die dies belegen sollen.

Wann immer es um dieses Gemälde geht, das Walter Hoeck (1885 - 1956) am Ende gleich sieben Mal auf eine Leinwand brachte, wird heftig diskutiert. Wann immer es Gegenstand der Berichterstattung ist, sei es vor drei Jahrzehnten oder drei Wochen, quillt der Leserbriefordner über und glühen die Online-Kanäle.

So war es natürlich auch jetzt wieder, als die Macher der ambitionierten Ausstellung „15. Oktober – Die Stadt Braunschweig 1944“ es wagten, ausgerechnet dieses Gemälde von Walther Hoeck nicht in ihre vielbeachtete Schau einer Kunstsammlung mit Darstellungen des zerstörten Braunschweig aufzunehmen.

Wie stets schaltete sich unser Autor „Ecki“ Schimpf ein. In seiner Kolumne „Klinterklater“ in dieser Zeitung machte schon die Überschrift deutlich, was nun wieder einmal geschehen würde: „Brennendes Braunschweig – Das Bild, das nicht gezeigt werden darf“. Da hob es erneut an.

„Zur 75. Wiederkehr des Tages, der Braunschweig in Schutt und Asche legte, wird ausgerechnet das Bild n i c h t gezeigt, das exakt diese Feuernacht von 1944 darstellt. Wer versteht das?“, fragte Schimpf – und wiederholte dies auch mit großer Zustimmung als Zeitzeuge beim Leserforum unserer Zeitung zur Bombennacht. Dann müsse eben, so sein Vorschlag, die Zeitung das Bild zeigen.

Redaktion und Verlag beschlossen daraufhin, die Leser sollten sich selbst ein Bild machen können. Eckhard Schimpf besorgte aus dem Privatbesitz einer mit ihm bekannten Familie eine der sieben existierenden Original-Versionen von Walther Hoeck. Dieses Bild ist nun von Montag, 11. November, an bis zum 9. Dezember im Service-Center unserer Zeitung in Braunschweig, Hintern Brüdern 23, ausgestellt und kann zu den Öffnungszeiten in Augenschein genommen werden: Montag bis Freitag von 9.30 bis 18 Uhr, Samstag von 9.30 bis 14 Uhr.

Kommentar-Profil anlegen
*Pflichtfelder