„Corona-Drive-In“ in Braunschweig: Deutlich mehr Tests möglich

Braunschweig.  Kassenärztliche Vereinigung: „Wer Symptome hat, die den Vorgaben des RKI entsprechen, kann schnell getestet werden.“

Inzwischen können deutlich mehr Abstriche gemacht werden. Die Kassenärztliche Vereinigung hat seit einigen Tagen in Braunschweig einen „Drive-In“ eingerichtet.

Inzwischen können deutlich mehr Abstriche gemacht werden. Die Kassenärztliche Vereinigung hat seit einigen Tagen in Braunschweig einen „Drive-In“ eingerichtet.

Foto: Peter Sierigk

Die Kapazitäten für Tests auf das Corona-Virus werden in unserer Region permanent ausgebaut. Vor dem Sitz der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) in Braunschweig ist jetzt ein „Drive-In“ eingerichtet. Geschäftsführer Stefan Hofmann spricht vom Fünf-Minuten-Takt, in dem Patienten hier mit dem Auto vorfahren können, damit durchs Seitenfenster ein Abstrich gemacht wird.

Dies lasse höhere Frequenzen zu. Zudem gebe es im Labor inzwischen neue, schnellere Testverfahren im Labor, die auch über Nacht laufen. „Wir wollen ermöglichen, dass jeder, der Symptome hat und nach den Vorgaben des Robert-Koch-Instituts getestet werden sollte, auch schnell getestet werden kann“, sagt Hofmann. Dies gelte nicht nur für Braunschweiger, sondern für Menschen aus dem gesamten KV-Bezirk, also auch aus Wolfsburg und Salzgitter sowie aus den Landkreisen Helmstedt, Gifhorn, Wolfenbüttel, Peine und Goslar.

Das heißt allerdings nicht, dass jetzt jeder von sich aus und ohne Termin zum Drive-In kommen kann. Stattdessen gilt weiterhin: Wer Symptome hat, ruft seinen Hausarzt an. Der wiederum kann die KV informieren. Der Patient wird dann schnell von der KV angerufen, um den Termin im Drive-In abzustimmen – im Idealfall noch am selben Tag. „Wir haben hier mehrere Medizinstudierende sitzen, die sich um die Terminierung kümmern“, sagt Hofmann. Im Moment werden ihm zufolge täglich rund 200 Abstriche gemacht.

Außerhalb der Sprechzeiten der Hausarztpraxen ist der Bereitschaftsdienst über die bundesweit einheitliche Rufnummer 116117 erreichbar. Nach wie vor gilt: Bitte nur in dringlichen Fällen anrufen, die nicht bis zum nächsten Tag warten können. Der Bereitschaftsdienst gibt KEINE allgemeinen Auskünfte zum Corona-Virus. Wenn am Wochenende ein Corona-Test nötig ist, kommt das mobile Test-Team zu den Patienten nach Hause.

Auch wochentags sind die mobilen Corona-Teams der KV laut Hofmann weiterhin mit bis zu drei Fahrzeugen in zwei Schichten unterwegs, vornehmlich im Braunschweiger Umland für all jene Menschen, die nicht zum Drive-In nach Braunschweig kommen können.

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Grundlage für die Entscheidung, wann ein Test sinnvoll ist, sind die Kriterien des Robert-Koch-Institutes (RKI). Es spielt inzwischen keine Rolle mehr, ob jemand in einem Risikogebiet wie Südtirol oder Ägypten war. Stattdessen gilt:

- Ein Test sollte nur bei Krankheitszeichen durchgeführt werden. „Wenn man gesund ist, sich aber noch in der Inkubationszeit befindet (bis zu 14 Tage), sagt ein negativer Test auf Covid-19 nichts darüber aus, ob man doch noch krank werden kann“, so das RKI.

- Ein Test soll erfolgen, wenn akute grippeähnliche Symptome vorliegen, etwa Husten, Schnupfen, Halsschmerzen, Heiserkeit, Fieber UND wenn es Kontakt zu einer nachweislich infizierten Person bis maximal 14 Tage vor Erkrankungsbeginn gab.

- Ein Test soll erfolgen, wenn es Hinweise auf eine virale Lungenentzündung gibt – und zwar im Zusammenhang mit einer Fallhäufung in Pflegeeinrichtungen oder Krankenhäusern.

In diesen beiden Konstellationen ist von begründeten Verdachtsfällen auszugehen. Diese müssen sofort dem Gesundheitsamt gemeldet werden.

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- Ein Test soll auch erfolgen, wenn es Hinweise auf eine virale Lungenentzündung ohne Hinweis auf eine andere Ursache gibt.

- Und ein Test soll erfolgen, wenn akute grippeähnliche Symptome bei Patienten aus einer Risikogruppe (zum Beispiel Alter über 60, Asthmatiker, Diabetiker, Krebstherapie, geschwächtes Immunsystem) oder bei Beschäftigten im Pflegebereich, in Arztpraxen oder Krankenhäusern auftreten.

- Ein Test bei akuten grippeähnlichen Symptomen ohne Risikofaktoren soll nur bei ausreichender Testverfügbarkeit erfolgen.

Nach dem Test heißt es dann: Geduldig auf’s Ergebnis warten. „In der Regel gilt, wenn Sie nichts hören (oder zeitlich später), ist alles gut, Test negativ!“, so Hofmann. Bei einem positiven Ergebnis, also bei einer Infektion, meldet sich das Gesundheitsamt sehr schnell. Er bittet darum, weder beim Bereitschaftsdienst unter der Rufnummer 116 117 noch beim Gesundheitsamt nach Testergebnissen zu fragen – eine Antwort sei auf diesem Weg nicht erhältlich.

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