Hitzesommer setzte Birken und Buchen in Braunschweig zu

Braunschweig.  Laut Niedersächsischer Forstbehörde drohen etliche Bäume zu vertrocknen. Der Borkenkäfer breitet sich weiter aus.

Eine abgestorbene Eiche in der Buchhorst.

Eine abgestorbene Eiche in der Buchhorst.

Foto: Norbert Jonscher

Temperaturen weit über 30 Grad Celsius, tagelang kein Tropfen Regen. Nicht nur Tiere und Menschen, auch der Wald ächzte in diesem Sommer unter anhaltender Hitze und Trockenheit. Mehr noch: Der erneute Hitzesommer bringt die Wälder unserer Stadt an ihre Grenzen. Nicht wenige Bäume drohen zu vertrocknen, sagt Mathias Aßmann von der Abteilung Wald und Umwelt der Niedersächsischen Forstbehörde in Braunschweig.

Dazu muss man wissen: 11 Prozent der Gesamtfläche unserer Stadt, nämlich 2157 Hektar, sind mit Wald bedeckt – etwa ein Achtel davon (250 Hektar) ist Landeswald (Lammer Holz, Timmerlaher Busch, Thuner Sundern), die vor allem von den Baumarten Buche und Eiche geprägt sind.

Wie geht’s dem Wald?

Wegen der auch in diesem Jahr fehlenden Niederschläge leiden die Bäume laut Forstbehörde unter der Trockenheit und der auch im tiefen Unterboden herrschenden Dürre. Aßmann: „Einige Bäume sterben ganz oder teilweise ab oder werden anfällig für Schädlinge. Unter diesen gibt es Arten wie den Borkenkäfer oder den Eichenprozessionsspinner, die von den Witterungsbedingungen der vergangenen Sommer profitieren und sich deswegen immer weiter verbreiten. Dem Wald fehlt es wie in den vergangenen beiden Sommern akut an Wasser.“

Sind Bäume abgängig?

Einige Bäume vertrocknen laut Forstbehörde schlicht aufgrund der fehlenden Niederschläge. Mathias Aßmann: „An den Waldrändern sind zum Beispiel gerade überall Birken zu erkennen, die in diesem Sommer abgestorben sind. Aber auch in den sonst grünen Buchenwäldern fallen plötzlich einzelne, teilweise große und alte Buchen auf, die in der erneuten Sommerdürre abgestorben sind. Auch in den augenscheinlich grünen Baumkronen erkennt man bei genauem Hinsehen zahlreiche vertrocknete und abgestorbene Äste oder Baumkronenteile. Diese können jederzeit, vor allem aber bei zunehmendem Wind abbrechen und herabstürzen.“

Und die Borkenkäfer?

Die Borkenkäfer vermehren sich weiterhin und begünstigt durch die Witterungsbedingungen massenhaft. „So drastisch wie im Harz ist es in der Region allerdings nicht. Dennoch müssen auch hier befallene Bäume unverzüglich entnommen werden, um eine weitere Ausbreitung der Borkenkäfer zu verhindern und noch gesunde Wälder vor ihm zu schützen.“

Was ist mit der Waldbrandgefahr?

Die ausgeprägte Trockenheit und die zuletzt hohen Temperaturen in Verbindung mit dem Wind, der zusätzlich wie ein Fön austrocknet, führen laut Forstbehörde insgesamt zu einer Zunahme der Waldbrandgefahr. „Schauer und Gewitter führen lokal zu einer Abnahme der Gefahr, längerfristige Entspannung ist aber nur durch länger anhaltende, großflächige Niederschläge zu erwarten, die wir uns auch aus anderen Gründen für den Wald wünschen.“

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