Pflegebündnis Braunschweig setzt klares Zeichen in Tarifrunde

Braunschweig.  „Wir halten den Laden am Laufen – Jetzt sei Ihr dran“, lautet das Motto. Nach Applaus und Anerkennung soll jetzt auch mehr Geld kommen.

Pflegekräfte der ambulanten und stationären Kranken- und Altenpflege bei der Aktion des Pflegebündnisses am Samstag auf dem Schlossplatz.

Pflegekräfte der ambulanten und stationären Kranken- und Altenpflege bei der Aktion des Pflegebündnisses am Samstag auf dem Schlossplatz.

Foto: Peter Sierigk

„Euro statt Applaus“ steht auf einem Schild, aber im Grunde genommen geht es doch um beides: Anerkennung für die vielen Pflegekräfte, die uns in der Corona-Krise buchstäblich gerettet haben und retten – und gleichermaßen das gerechte Geld dafür. Und darum geht es ja auch in der laufenden Tarifrunde, weshalb das Pflegebündnis Braunschweig die gewerkschaftlichen Forderungen unterstützt.

Einkommen im Pflegebereich liegen deutlich unter dem Durchschnittseinkommen der Deutschen

Das ist der Rahmen für die Info-Demo, die am Samstag Pflegekräfte der ambulanten und stationären Kranken- und Altenpflege auf dem Schlossplatz veranstalteten.

Und ein weiterer Rahmen sind Daten des Statistischen Bundesamtes und des Tarifvertrages für den Öffentlichen Dienst, die auf Infotafeln ausgestellt wurden. Demnach beträgt das monatliche Durchschnittseinkommen in Deutschland monatlich 3994 Euro (brutto). Einstiegsgehalt Pflegehelfer/in nach zweijähriger Ausbildung: 2438 Euro. Med. Fachangestellte/r: 2470 Euro. Und Krankenschwester: 2623 Euro.

Besondere Belastungen, Herausforderungen und Dienste gerade jetzt in den Pflegeeinrichtungen für Alte und Kranke denkt sich der Betrachter mit.

Bei den Tarifverhandlungen muss man sich jetzt nur noch mit dem Verband Kommunaler Arbeitgeber einigen

Die Tarifforderungen sind eindeutig: 4,8 Prozent mehr, mehr freie Tage, Zulage, höhere Zuschläge bei Samstagsarbeit, bezahlte Pausen bei Wechselschicht, bessere Ausbildungsbedingungen. Jetzt muss man sich nach den Regeln von Tarifverhandlungen nur noch mit dem Verband Kommunaler Arbeitgeber einigen.

Mithin am Samstag eine Art Solidarisierungsaktion in eigener Sache mit durchaus guten Zustimmungswerten bei einigen Passanten. Motto: „Wir halten den Laden am Laufen – Jetzt seid Ihr dran“ Und auf dem stilisierten Achtung!-Verkehrsschild droht ein Krankenhausbett an der Hafenkante ins Wasser zu stürzen. Mitsamt Patient. Das sollte zu denken geben.

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