Salm-Studio: Ort der Begegnung in Braunschweig für Kreative

Braunschweig.  Die Mansfeld-Löbbecke-Stiftung eröffnet im Braunschweiger Siegfriedviertel einen halb-öffentlichen Kunstraum.

Neuer Platz für Kultur im Siegfriedviertel: Kai-Peter Hain (links), Heilerziehungspfleger und Kunstvermittler der Mansfeld-Löbbecke-Stiftung, in der Galerie des Salm-Studios mit Jannika Ruchatz (rechts) aus einer Wohngruppe der Stiftung und Ostfalia-Werkstudentin Elisa Mazanec.

Neuer Platz für Kultur im Siegfriedviertel: Kai-Peter Hain (links), Heilerziehungspfleger und Kunstvermittler der Mansfeld-Löbbecke-Stiftung, in der Galerie des Salm-Studios mit Jannika Ruchatz (rechts) aus einer Wohngruppe der Stiftung und Ostfalia-Werkstudentin Elisa Mazanec.

Foto: Karsten Mentasti

Die Eröffnung des Salm-Studios am Burgundenplatz in der Nordstadt hat etwas auf sich warten lassen. Aber nun hat die Mansfeld-Löbbecke-Stiftung mit Sitz in Wolfenbüttel in einem früheren Ladengeschäft an der Ecke Siegfriedstraße/Siegmundstraße einen Kunstraum eröffnet. Dieser soll für Jugendliche aus eigenen Wohngruppen, aber auch für Stadtteilarbeit genutzt werden. Letzteres wird aber noch etwas dauern.

Der Nibelungen Wohnbau gehört das Haus und damit auch das Ladenlokal

Aber die Sanierung ist nach mehr als einem Jahr beendet. „Es gab noch Abstimmungsbedarf mit der Denkmalpflege“, berichtet Iris Rakebrand, Sozialmanagerin bei der städtischen Wohnungsgesellschaft. Der Nibelungen Wohnbau gehört das Haus und damit auch das Ladenlokal, in dem früher das Fischgeschäft Loose mit Räucherei und zuvor die Schlachterei Wiebach ihren Sitz hatten. Zuletzt wurden die Räume nicht kommerziell genutzt.

Die Stiftung hat ganz in der Nähe im Walkürenring eine Wohngruppe mit neun jungen Erwachsenen zwischen 18 und 23 Jahren. Das Salm-Studio steht aber nicht nur ihnen, sondern allen Kindern und Jugendlichen in der Mansfeld-Löbbecke-Stiftung offen. Allein in Braunschweig gibt es vier weitere Wohngruppen im westlichen (2) und östlichen Ringgebiet sowie in Ölper. Den dort lebenden jungen Menschen zwischen 4 und 25 Jahren werden viele Kunstprojekte angeboten, um sich auszuprobieren.

Doch die Stadtteilarbeit, der Austausch mit Gleichaltrigen, aber auch mit älteren Nachbarn oder Passanten, liegen den Mitarbeitern der Stiftung am Herzen. „Wir wollen nicht nur unser eigenes Süppchen kochen“, bestätigt Ives Zinn, Vorstandsmitglied der Mansfeld-Löbbecke-Stiftung. „Dies soll ein Ort für alle werden, das ist der Plan“, ergänzte Kai-Peter Hain, Kunst- und Kulturvermittler der Stiftung sowie Betreuer der Wohngruppe Walkürenring.

Das Studio kann auch als Werkraum, für Lesungen, kleine Konzerte oder andere Kunstprojekte genutzt werden

Mit Jugendlichen der Stiftung hat er beispielsweise einen Fotospaziergang durch die Nordstadt gemacht, ähnliche Projekte könnte es auch mit Bewohnern aus dem Siegfriedviertel geben. Aber das Salm-Studio, das in diesen Tagen erst einmal als interne Galerie mit Video-Installation und an Haken hängenden Staffeleien mit Gemälden der Jugendlichen aus der Stiftung dekoriert ist, kann auch als Werkraum, für Lesungen, kleine Konzerte oder andere Kunstprojekte genutzt werden.

„Wir sind da nicht festgelegt, was hier geschieht, soll sich im Zusammenspiel mit unseren Jugendlichen und Gästen entwickeln, ich bevorzuge freien Workflow“, sagte Hain, der auch Leiter des Salm-Studios am „Bugi“ ist, wie viele Anwohner, insbesondere die Jüngeren, den Burgundenplatz nennen.

Die Bezirksbürgermeisterin spricht von einer Bereicherung für den Stadtteil

Die offene Stadtteilarbeit muss wegen Corona vorerst warten, die Idee ist, das Salm-Studio so bald wie möglich mittwochs bis freitags von 16 bis 19 Uhr auch für Nachbarn zu öffnen. „Wenn aber jetzt schon einer klopft und wissen möchte, was wir hier machen, werden wir die Tür auch aufschließen“, erklärte Hain.

Bezirksbürgermeisterin Angela Marten spricht von einer „absoluten Bereicherung“ für den Stadtteil. Schon im Sommer 2019 hatte die Stiftung zusammen mit dem Jugendzentrum B58 ein Ferienkunstprojekt auf dem Burgundenplatz organisiert. „Es ist ein großer Gewinn, wenn hier mit neuen Angeboten Kinder, Jugendliche und Erwachsene aus der Nachbarschaft einen zusätzlichen Zugang zu Kunst und Kultur erhalten“, so Marten.

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