Fußgänger müssen nicht mehr warten

Gifhorn  Die Stadt will die Ampelsituation an der Kreuzung Calberlaher Damm verbessern.

Fußgänger und Radfahrer sollen nach Möglichkeit nicht mehr auf der Mittelinsel warten müssen.

Fußgänger und Radfahrer sollen nach Möglichkeit nicht mehr auf der Mittelinsel warten müssen.

Foto: Silberstein

Unser Leser KDZunke aus Gifhorn fragt im Portal Alarm 38:

Warum ist die Ampel-Grünphase für Fußgänger am Calberlaher Damm zweigeteilt?

Die Antwort recherchierte Christian Franz

Leser KDZunke macht sich Sorgen: Warum ist die Ampel-Grünphase für Fußgänger am Calberlaher Damm zweigeteilt? Ist das nicht unsicher? Die Grünphase werde für Fußgänger und Fahrradfahrer in zwei Schritten freigegeben. Das führe dazu, dass sie in der Mitte der Straße warten müssen, noch dazu weil Abbieger aus dem Dannenbütteler Weg in den Calberlaher Damm freie Fahrt hätten. Doch immer wieder warten insbesondere Jugendliche nicht auf die Grünphase. Zunke: „Sie gehen weiter, weil sie im ersten Abschnitt der Überquerung Grün hatten. Äußerst gefährlich. Diese Schaltung provoziert unnötiger Weise riskantes Verhalten.“

Die Antwort

Stadtsprecherin Annette Siemer hat gute Nachrichten für Leser KDZunke: Die Kreuzung wird 2018 umgebaut. Gerade für Fußgänger und Radfahrer soll sich einiges verbessern.

Verkehrsplaner Oliver Bley beschreibt zunächst den aktuellen Zustand: Fußgänger und Radfahrer, die den Calberlaher Damm queren, müssen planmäßig auf der Mittelinsel warten. Diese Steuerung wurde gewählt, weil sie Vorteile bei der Abwicklung des KFZ-Verkehrs hat. Da sie in dieser Form den geltenden Richtlinien entspricht, bereits seit vielen Jahren läuft und alle Signale gut zu sehen sind, ist die Steuerung sicher – auch wenn das Warten auf der Mittelinsel für Fußgänger und Radfahrer nicht komfortabel ist. Das spiegelt sich auch darin, dass die Polizei speziell an der Querung über den Calberlaher Damm gerade keine Unfallhäufungsstelle mit Beteiligung von Fußgängern oder Radfahrern verzeichnet.

Die Kreuzung wird Bley zufolge bei der Polizei vielmehr wegen eines anderen Problems als Unfallschwerpunkt geführt. Hauptursache für Unfälle sind Autos, die links in den Dannenbütteler Weg abbiegen. Deren Fahrer können teilweise ungehindert abbiegen, müssen aber in anderen Fällen auf entgegenkommende Wagen und auch Fußgänger und Radfahrer achten, die den Dannenbütteler Weg queren. Beim Linksabbiegen in die Fallerslebener Straße be-stehe dieses Problem ebenfalls, allerdings nicht so ausgeprägt.

Und in Zukunft? Wenn die Deutsche Bahn den Bahnübergang 2018 umbaut, wird auch die Ampel erneuert. Dabei wird nicht nur die Technik vollständig erneuert, sondern auch eine neue Steuerung entwickelt. Dabei sind dann folgende Verbesserungen geplant:

Linksabbieger in den Dannenbütteler Weg und in die Fallerslebener Straße werden immer abbiegen können, ohne dass gleichzeitig der Gegenverkehr oder Fußgänger und Radfahrer in Dannenbütteler Weg und Fallerslebener Straße Grün haben. Eine zentrale Ursache vieler Unfälle werde damit beseitigt, so dass die Verkehrssicherheit an der Kreuzung verbessert werde, ist Verkehrsplaner Bley überzeugt.

Fußgänger und Radfahrer sollen nach Möglichkeit nicht mehr auf der Mittelinsel warten müssen. Das sei nicht nur komfortabler für Fußgänger und Radfahrer, sondern auch sicherer. Ob dies an allen vier Kreuzungsarmen möglich ist, werde die Detailplanung der Ampelsteuerung zeigen. Bei der Planung sei immer zu beachten: Mehr Sicherheit durch getrennte Abwicklung einzelner Verkehrsströme mindere die Leistungsfähigkeit. Die Zielgrößen Sicherheit und Leistungsfähigkeit müssten darum zusammen betrachtet und optimiert werden.

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