Stadt gegen grünen Rechtsabbiegerpfeil an Heidland-Kreuzung

Gifhorn  Ein Leser beklagt noch längere Wartezeiten. Ein technischer Defekt der Kamera, die die Verkehrsströme misst, beeinträchtigt die Ampelschaltphasen.

Die Verkehrsströme auf der Heidland-Kreuzung (Foto von der Winkeler Straße kommend aufgenommen: links ist die Alfred-Bessler-Straße, geradeaus die Straße Im Heidland) nimmt die Stadt Gifhorn künftig stärker ins Visier.

Foto: König

Die Verkehrsströme auf der Heidland-Kreuzung (Foto von der Winkeler Straße kommend aufgenommen: links ist die Alfred-Bessler-Straße, geradeaus die Straße Im Heidland) nimmt die Stadt Gifhorn künftig stärker ins Visier. Foto: König

Unser Leser mit dem Pseudonym jens.waldvogel aus Gifhorn fragt:

„Die lästigen Wartezeiten an der HeidlandKreuzung ließen sich durch eine optimierte Schaltphase der Ampel zur Feierabendzeit oder aber durch einen grünen Rechtsabbiegerpfeil vermeiden.

Die Antwort recherchierte Daniela König und Christian Franz

In der Rush Hour wird die Geduld zahlreicher Autofahrer an vielen Straßen im Landkreis Gifhorn auf eine harte Probe gestellt. Das betrifft auch die Heidland-Kreuzung, wie ein Leser auf unserem Portal „Alarm 38“ anmerkt. „In letzter Zeit kommt es sehr regelmäßig vor, dass sich gegen 16 Uhr ein starker Rückstau auf der Straße Im Heidland (Fahrtrichtung Süd) vor der Kreuzung Alfred-Bessler-Straße bildet.“ Mit Fahrtrichtung Süd meint der Leser die Winkeler Straße, die auf die Alfred-Bessler-Straße führt. „Ursache ist scheinbar ein erhöhtes Verkehrsaufkommen auf der Rechtsabbiegerspur sowie eine zu kurze Ampelgrünphase.“ Die lästigen Wartezeiten ließen sich seiner Meinung nach vermeiden, wenn die Schaltphase der Ampel zur Feierabendzeit „oder aber durch einen grünen Rechtsabbiegerpfeil, der momentan nicht existiert“, angepasst und optimiert werde.

Joachim Keuch, Leiter des Fachbereichs Tiefbau der Stadt Gifhorn, bestätigt den Eindruck unseres Lesers: Tatsächlich habe es in den vergangenen Wochen längere Rückstaus bis hin zu Gmyrek gegeben. Schuld sei ein technischer Defekt in der Kamera, die die Verkehrsströme beobachtet und erfasst. Daher sei die Schaltung beeinträchtigt, sodass die Ampelphasen nicht mehr so geschaltet waren wie sonst üblich. „Die Firma Siemens war da und hat den Defekt behoben. Wir haben es am Donnerstagnachmittag noch einmal überprüft“, so Keuch.

Zur allgemeinen Verkehrssituation an der beschriebenen Kreuzung und der örtlichen Zuordnung stellt Erste Stadträtin Kerstin Meyer klar: „Wenn man in Fahrtrichtung Süd auf die Kreuzung zufährt, erreicht man die Winkeler Straße. Hier gibt es zwei Fahrstreifen (Geradeaus/rechts sowie links). Rückstau gibt es grundsätzlich zeitweilig, aber in der zweiten Grünzeit kommt man da fast immer rüber. In der südlichen Zufahrt gibt es nur einen Fahrstreifen. Zur B 4 bin ich hier Linksabbieger. Da staut es sich auch – aber auch hier nicht eklatant.“ Ein Grünpfeilschild, das Autofahrern erlaubt, nach vorherigem Stopp auch bei Rot abbiegen zu dürfen, kann Meyer nicht befürworten: „Der ist weder von Süden, noch von Norden kommend möglich, da es jeweils keinen eigenen Fahrstreifen nur für Rechtsabbieger gibt. Das Rechtsabbiegen mit Grünpfeilschild sehe ich hier kritisch: Generell wurden viele Grünpfeilschilder wieder abgebaut, weil es zu vermehrten Unfällen kam.“ Der Grüne Pfeil sei auch nur dort erlaubt, wo alle Verkehrsströme an der Haltelinie der Ampel gut einsehbar seien. „Das ist bei der benannten Kreuzung nicht so. Die Sicht an der Kreuzung ist eher mäßig: Viel Wald, Steigungen in Zufahrten, Kurvenverlauf Alfred-Bessler-Straße und großer Kreuzungsbereich mit deutlich in die Zufahrten zurückgesetzte Haltlinien.“ Außerdem seien Blinde, seh- oder mobilitätsbehinderten Personen hier besonders zu beachten. „Als die Anlage vor ein paar Jahren umgebaut werden musste, hat die Polizei wegen der Lebenshilfe auf einer Baustellenampel bestanden“, meint Meyer.

Ungeachtet dessen habe die Stadt die Heidland-Kreuzung genau im Blick. In diesem Jahr soll ein Verkehrsentwicklungsplan her, der auch die Kreuzung ins Visier nimmt. „Wir werden die Verkehrsströme dort in der nächsten Zeit genauer betrachten“ – in Zusammenarbeit mit der Polizei.

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