Meinersen: Einblicke in die politische Welt der Frauen

Meinersen.  Zum Jubiläum des Frauenwahlrechts gab es eine Talkrunde mit Meinersens Gleichstellungsbeauftragten Natascha Heumann.

Die Organisatorinnen des Talk-Abends: Natascha Heumann, Yvonne Droste, Ricarda Riedesel, Claudia Wehner-Wiemers, Stephanie Fahlbusch-Graber und Christine Gehrmann (von links), hätten sich eine größere Zuschauerrunde gewünscht.

Die Organisatorinnen des Talk-Abends: Natascha Heumann, Yvonne Droste, Ricarda Riedesel, Claudia Wehner-Wiemers, Stephanie Fahlbusch-Graber und Christine Gehrmann (von links), hätten sich eine größere Zuschauerrunde gewünscht.

Foto: Anja Alisch

100 Jahre Frauenwahlrecht – und kaum eine geht hin. „Ich bin ein bisschen traurig“, meinte Meinersens Gleichstellungsbeauftragte Natascha Heumann mit Blick auf die sehr kleine Runde im Mehrgenerationenhaus, die zur Talkrunde mit den Kommunalpolitikerinnen Stephanie Fahlbusch-Graber (SPD/Bürgermeisterin in Leiferde), Yvonne Droste (CDU/Samtgemeinderat) und Claudia WehnerWiemers (Grüne/Rat Leiferde) gekommen war.

Trotzdem gab es interessante Einblicke in die weibliche politische Welt von heute, nachdem Ricarda Riedesel (Leiterin der Kreisvolkshochschule) einen kurzen Abriss des Kampfs ums Frauenwahlrecht seit der französischen Revolution bis 1919 gab. In Deutschland waren es gutbürgerliche Frauen, meist Lehrerinnen, die sich in neuen Vereinen engagierten. Harte staatliche Eingriffe wie bei den britischen Suffragetten gab es nicht.

Mit Blick auf die Frauen mit teils kurzen Haaren meine Droste: „Ich musste als Kind auch die Haare kurz tragen. Das war ein politisches Statement meiner Mutter und Oma. Ich fand es furchtbar. Heute setze ich mich auch mit langen Haaren durch.“ Fahlbusch-Graber ergänzte: „Bei mir war das ähnlich. Es ging gegen die Zöpfe, die man bis zur Konfirmation tragen musste.“

Erste in der Politik war Wehner-Wiemers vor gut 20 Jahren nach Engagement in der Natur- und Jugendarbeit und im Frauenzentrum: „Ich als einzige Grüne und unter Bauern – es war furchtbar für die. Der Bürgermeister hat mich erst immer übersehen. Später ging es.“ Das kennen die anderen nicht mehr. Es gibt klare Regeln für Wortmeldungen. Notfalls müsse man sagen: „Stopp mal!“

Droste wurde aktiv, „weil ich schon in der Schule immer gekämpft habe und mit 14 in die Junge Union ging. Ich will wissen, was in meinem Ort los ist, warum ein Wäldchen plötzlich weg ist.“

Fahlbusch-Graber plädierte bei der Talkrunde in Meinersen für mehr weibliches Engagement: „Aber immer höre ich: 19 Uhr – da ist mein Mann noch nicht zu Hause. Gruselig. Aber Bereitschaft lässt generell nach.“ Das bestätigt eine Zahl: 1919 waren neun Prozent der Abgeordneten Frauen im Parlament. Im Kreistag sind es heute elf Prozent.

Kommentar-Profil anlegen
*Pflichtfelder