Hundert Gifhorner Jugendliche im Klima-Ferienstreik

Gifhorn.   Sie setzen ihren Protest gegen eine zögerliche Politik in der unterrichtsfreien Zeit fort. Dem bedrohten Klima widmen sie eine Schweigeminute.

An der Ferien-Kundgebung der Gifhorner Ortsgruppe von Fridays for Future nahmen gut hundert Jugendliche teil. Sie bekräftigten ihre Forderungen nach schnellen Änderungen für Klimaschutz. Die Demonstration führte vom Schillerplatz zum Rathaus.

An der Ferien-Kundgebung der Gifhorner Ortsgruppe von Fridays for Future nahmen gut hundert Jugendliche teil. Sie bekräftigten ihre Forderungen nach schnellen Änderungen für Klimaschutz. Die Demonstration führte vom Schillerplatz zum Rathaus.

Foto: Christian Franz

Graue Wolken, kalter Nordwind, Ferienzeit – von widrigen Verhältnissen ließen sich Gifhorns junge Klimaschützer nicht in ihrer Mission aufhalten. Freitage sind ihre Fridays for Future, die Erderwärmung wartet nicht. Also machten sich gut hundert Jugendliche, begleitet von ein paar solidarischen Erwachsenen, auf den Marsch vom Schillerplatz zum Rathaus. Dort legten die Jugendlichen eine Schweigeminute für das bedrohte Klima ein.

Unterwegs waren die Mahnungen und Appelle der Jugendlichen, verpackt in eingängige Slogans, unüberhörbar: „Es gibt kein Recht auf Kohlebaggerfahren!“ Und der Klassiker „Wir sind hier, wir sind laut, weil ihr uns die Zukunft klaut!“

„Ja, wir wollen Aufsehen erregen“, sagt Schüler Finn (14) aus dem Landkreis. „Wir müssen doch auf das Problem aufmerksam machen.“ Kimberly (17) aus Gifhorn von der Freiherr-vom-Stein-Schule pocht darauf, „dass wir auf öffentliche Verkehrsmittel umsteigen“. Leon (17) aus Gifhorn von der Fritz-Reuter-Realschule sieht im Kohleausstieg das vordringliche Problem.

Dr. Horst Brendler war neben einer Handvoll Politikern um die Landtagsabgeordneten Imke Byl (Grüne) und Philipp Raulfs (SPD) einer der erwachsenen Demonstrationsteilnehmer: „Ich identifiziere mich mit den Zielen der Jugendlichen. In der Politik wird zu wenig gemacht. Die jungen Leute haben recht: Es wird geredet, aber es passiert nichts. Der Staat könnte mit bestehende Gesetzen schon mehr machen, aber das könnte Wählerstimmen kosten.“

Bent Bosker und Philip Knotz von der Ortsgruppe verwiesen auf die sechs Grundsatzforderungen von Fridays for Future nach Steuern auf Kohlendioxid und Kohleausstieg: „Das ist von Wissenschaftlern überprüft und von allen Gruppen gebilligt worden.“ Die Politik solle nun „einfach unsere Forderungen erfüllen“, so Knotz. „Wir hören nicht auf, sie an ihre Pflichten zu erinnern.“ Während sich die Jugendlichen kümmerten, habe die Politik „auf allen Ebenen versagt. In welchem Land leben wir, dass Jugendliche Forderungen formulieren müssen, damit Politiker die selbstgesteckten Ziele erreichen?“

Auf dem Marktplatz vor dem Rathaus wurde der Demonstrationszug von BUND, Grüner Jugend und dem Bündnis Bunt statt Braun erwartet. Vier Redner bekräftigten die Forderungen der Jugendlichen. Jula und Leandra aus Wittingen, zwei Schülerinnen des Gymnasiums Hankensbüttel, fassten die aktuellsten Erkenntnisse zum Klimawandel zusammen: Ursachen, Auswirkungen und die Konsequenzen für die Lebensgrundlagen auf der Erde.

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