Polizei beendet blutige Prügelei unter Gifhorner Schülern

Gifhorn.  Sieben Heranwachsende gehen beim Völkerballturnier der Freiherr-vom-Stein-Schule aufeinander los. Zwei sind verletzt im Krankenhaus.

Beim Völkerballturnier der Freiherr-vom Stein-Schule kam es zu einer blutigen Schlägerei unter sieben Jungen. Drei Lehrerinnen und ein Lehrer bekamen bei Schlichtungsversuchen ebenfalls Schläge ab. (Symbolfoto)

Beim Völkerballturnier der Freiherr-vom Stein-Schule kam es zu einer blutigen Schlägerei unter sieben Jungen. Drei Lehrerinnen und ein Lehrer bekamen bei Schlichtungsversuchen ebenfalls Schläge ab. (Symbolfoto)

Foto: Karl-Josef Hildenbrand / dpa

An der Gifhorner Freiherr-vom-Stein-Schule ist es zu einem Gewaltexzess gekommen. Die Landesschulbehörde bestätigte schwerwiegende „Handgreiflichkeiten“ zwischen sieben männlichen Schülern vorwiegend aus dem zehnten Jahrgang der Hauptschule. Schauplatz war ein Völkerballturnier der neunten und zehnten Klassen in der Gifhorner Sporthalle Flutmulde.

Eine Polizeisprecherin teilte auf Anfrage mit, es werde nach einem Einsatz am Freitag um 12.40 Uhr wegen Beleidigung und Körperverletzung gegen „diverse Beschuldigte“ ermittelt. Das Völkerballturnier wurde abgebrochen.

Laut Sprecher Andreas Herbig von der Landesschulbehörde verhinderten vier Lehrer Schlimmeres, indem sie „dazwischengingen“, als sich die sieben Heranwachsenden prügelten. Drei der vier Pädagogen waren Frauen, deren besondere Courage Herbig lobte: „Die sind da richtig reingeraten und mussten was einstecken.“ Die Lehrer trugen demnach Blutergüsse davon.

Zwei Schüler kamen nach Informationen unserer Zeitung verletzt ins Krankenhaus, aus Sicherheitsgründen in zwei getrennten Rettungswagen. Einer erlitt stark blutende Kopfverletzungen, ein anderer eine Bisswunde in der Hüfte.

Ein dritter Jugendlicher trug schwere Blutergüsse davon. Herbig kündigte an: „Das Geschehen wird von der Schule in enger Abstimmung mit der Polizei aufgearbeitet.“ Der 10. Jahrgang sei für diese Woche vom Unterricht freigestellt. Für die sieben mutmaßlichen Täter hat die Schule ein lebenslanges Hausverbot verhängt.

Die Gesamtkonferenz der Freiherr-vom-Stein-Schule diskutierte nach Informationen unserer Zeitung am Montag, ob die für Freitag, 21. Juni, geplante Entlassfeier für Absolventen abgesagt werden solle – nicht zuletzt aus Furcht vor nachträglichen Übergriffen der Gewalttäter vom Sportturnier. Von ihnen haben die meisten den angestrebten Realschulabschluss nicht geschafft. Die Abschlussfeier werde nun unter erhöhten Sicherheitsvorkehrungen stattfinden, teilte Rektor Detlef Eichner auf Anfrage mit. „Das sind wir den Absolventen schuldig. Es ist unser bester zehnter Jahrgang seit Jahren.“

Wie es zu dem Gewaltausbruch kommen konnte, ist unklar. Wie unsere Zeitung erfuhr, herrschte offenbar am Turniertag von Beginn an eine aggressive Grundstimmung unter vielen Jungen. Zum Knall kam es, als ein Schüler im Spiel einen Regelverstoß beging. Als dann ein Schüler einem anderen ein Bein stellte, folgten persönliche Beleidigungen mit Schimpfwörtern wie „Hurensohn“. Danach droschen sieben Schüler in einem Knäuel aufeinander ein.

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