Kreis Gifhorn sagt staugeplagten Pendlern Entlastung zu

Gifhorn.  Die Baustellenampel auf der Bundesstraße 188 in Osloß soll in Richtung Gifhorn länger Grün zeigen. Ab Donnerstag ist sie womöglich aus.

Auf der Hauptstraße in Osloß (B 188) wird eine Wasserleitung erneuert. Eine Ampel regelt den Verkehr, der von der Ortsmitte bis zum Ortsausgang Dannenbüttel während des Einsatzes des Bohrgeräts halbspurig verläuft.

Auf der Hauptstraße in Osloß (B 188) wird eine Wasserleitung erneuert. Eine Ampel regelt den Verkehr, der von der Ortsmitte bis zum Ortsausgang Dannenbüttel während des Einsatzes des Bohrgeräts halbspurig verläuft.

Foto: Daniela König

Deutlich längere Grünphasen an der Osloßer Baustellenampel in Richtung Gifhorn sollen den Verkehrskollaps auf der Bundesstraße 188 während der Spitzenzeiten im Berufsverkehr abwenden. Das kündigte Erster Kreisrat Thomas Walter am Dienstag an. Die Straßenverkehrsbehörde reagiert damit auf empörte Reaktionen Gifhorner Berufspendler, die Montagabend auf der Heimfahrt von Wolfsburg in den Landkreis auf der einzig verbliebenen Hauptverkehrsstrecke steckengeblieben waren.

Die Kreisstraße 114 ist wegen Bauarbeiten der Stadt Wolfsburg nur als Einbahnstraße Richtung Wolfsburg nutzbar. Die Landesstraße 292 ist zwischen Wolfsburg und Calberlah komplett gesperrt. An der B 188 verlegt der Wasserverband Vorsfelde neue Wasserrohre. Wenn die Horizontalbohrmaschine arbeitet, wird eine Fahrbahn gesperrt – das war Montag erstmals der Fall.

Walter zufolge prüft der Kreis, ob der zweite Bohrabschnitt am Donnerstag und Freitag ohne Ampel möglich ist.

Die Forderung zahlreicher Leser, unter anderem von Jonas Dorn, die Einbahnstraßenregelung auf der K 114 je nach Tageszeit Richtung Wolfsburg oder Gifhorn umzudrehen, lehnte Elke Wichmann als Sprecherin der Stadt Wolfsburg mit Verweis auf die Polizei als unzulässig ab. In Hannover ist das auf dem Messeschnellweg möglich.

Das Staudebakel provozierte in den sozialen Netzwerken geharnischte Reaktionen der ausgebremsten Pendler. Dennis Krenz fragte: „Die Umleitungsstrecke ist scheinbar auch nicht frei. Wie stellt man sich das in der Stadt Wolfsburg vor: Sollen wir alle mit unserer Luxusjacht über den Mittellandkanal zur Arbeit pendeln?“ Carsten Peter schrieb zu Absprachen der Behörden: „Dass ich nicht lache. So ein Schwachsinn, auf allen Strecken gleichzeitig zu bauen.“

Erster Kreisrat Walter erläuterte, es gebe drei Bauherren: Landesstraßenbaubehörde, Wasserverband Vorsfelde und Stadt Wolfsburg. Entscheidend sei sie vorherige Absprache, die zusammen mit Volkswagen erfolgt sei. Ziel sei, die Projekte zügig mit vertretbarer Belastung der Verkehrsteilnehmer abzuschließen. Bewusst sei die Ferienzeit mit der Werksurlaubsphase gewählt worden. Das Problem liegt Walter zufolge bei Wolfsburg: „Die Auswirkungen wären vertretbar gewesen, wenn die K 114 offen geblieben wäre.“ Doch Wolfsburg habe den Amphibienschutz für den neuen Radweg „dringend noch 2019 bauen“ müssen, um keine Fördergelder zu verlieren. Eine wechselnde Einbahnstraßenregelung sei tatsächlich erwogen worden, wegen der gesperrten L 292 aber nicht umsetzbar gewesen. Für deren Umleitungsverkehr sei die Fahrtrichtung Wolfsburg auf der K 114 unerlässlich.

Walter räumte ein: „Insgesamt ist festzustellen, dass im überörtlichen Straßennetz kaum Reserven bestehen, um notwendige Baumaßnahmen ohne Beeinträchtigungen auszuführen.“ Die Konzentration auf die Ferienzeit werde nach wie vor als Beitrag angesehen, die Beeinträchtigungen in der übrigen Jahreszeit möglichst gering zu halten.

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