Unbekannter verletzt drei Stuten im Kreis Gifhorn schwer

Neubokel.  Böse Erinnerungen an den Pferderipper werden bei den Neubokelern wieder wach.

Ein Streifenwagen, Symbolfoto

Ein Streifenwagen, Symbolfoto

Foto: Carsten Rehder / dpa

Böse Erinnerungen an den Pferderipper aus den 1990er Jahren werden bei den Neubokelern gerade wieder wach: Ein Unbekannter hat in der Nacht zu Sonntag drei Stuten auf einer Weide direkt neben dem Ort schwer verletzt – alle im Genitalbereich.

„Offenbar hat niemand etwas mitbekommen“, sagt Torsten Genz, auf dessen Weide sich die Tiere von Pensionsgästen zum Tatzeitpunkt befanden. Dort haben sie einen freien Auslauf und einen Unterstand. Zwar habe ein Nachbar in der Zeit zwischen 22 und 23 Uhr „Bewegung“ auf der Weide vernommen, das Hufgetrampel aber nicht als besonders ungewöhnlich eingeordnet und daher den Weidenbesitzer nicht informiert.

Die drei Pferde seien nicht in Lebensgefahr, sagt Genz, aber: „Sie tragen offene Wunden, das ist sehr schwer zu behandeln.“

Der Tierarzt sei schon gleich am Sonntag zu den Pferden gefahren, um sie zu versorgen. Die Polizei bestätigt die Taten. Nach den Kenntnissen von Pressesprecherin Manuela Hahne dürften sie sich zwischen Samstag, 20 Uhr, und Sonntag,
18 Uhr, ereignet haben.

Hahne spricht von einer „eindeutigen Fremdeinwirkung“. Ergo: Es sei auszuschließen, dass sich die Tiere die Verletzungen selbst oder versehentlich an Gegenständen auf dem Gelände zugefügt haben. Genz: „Das sind Schnittwunden, man kann schlecht nachvollziehen, wie sie entstanden sind. Sie sind jedenfalls nicht natürlicher Art.“

Weitere Angaben zu den Verletzungen, wie sie zugefügt wurden und möglichen Tatgegenständen will die Polizei derzeit nicht machen. Für Hinweise, die zur Ergreifung des oder der Täter führen, hat einer der Besitzer eine Belohnung von
1000 Euro ausgesetzt.

Rückblick: In den 1990er Jahren bis kurz nach der Jahrtausendwende gab es eine Serie von Taten, bei denen Pferde entweder schwer verletzt oder gar getötet wurden – die BGS-Siedlung sowie eine Weide zwischen Wilsche und Neubokel waren ebenfalls Tatorte. Damals kam auch der Begriff Pferderipper erstmals auf.

Häufig wurden die Pferde wie diesmal in Neubokel an den Geschlechtsteilen verletzt. Ähnliche Fälle gab es in unserer Region zuletzt unter anderem 2017 bei Osterode (Harz), 2015 bei Northeim und 2008 bei Königslutter.

Zeugenhinweise nimmt die Polizei unter auf.

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