Assistenzhündin Maja soll Tim mehr Sicherheit und Ruhe geben

Weißenberge.  Nicole Brammerloh aus Weißenberge möchte das Tier für ihren vierjährigen Sohn mit Down-Syndrom anschaffen. Doch das kostet 26.000 Euro.

Nicole Brammerloh aus Wahrenholz-Weißenberge mit ihrem Sohn Tim und Assistenzhündin Maja.

Nicole Brammerloh aus Wahrenholz-Weißenberge mit ihrem Sohn Tim und Assistenzhündin Maja.

Foto: Privat/Ulrich Zander

Tim setzt sich auf den Bobbycar, rollt in die Küche, auf seiner Nase sitzt seine Sonnenbrille falsch herum. In der einen Hand hält er einen Kamm, mit der anderen öffnet er den Kühlschrank, guckt sich die Lebensmittel ganz genau an.

Seit Sommer ist der Vierjährige aus Weißenberge in der Gemeinde Wahrenholz intensiv auf Entdeckungstour. Mit den neuen Kunstlinsen kann Tim, der seit seiner Geburt auf beiden Augen an grauem Star leidet und die Zeit bis zu der Operation mit Kontaktlinsen überbrückt hat, richtig gut sehen. Auch hat er, der am Down-Syndrom leidet, endlich angefangen zu laufen. So ist Tim ständig woanders, kramt Schubladen aus, versteckt auch mal die Lesebrille seiner Mutter im Spielzeug, die der Optiker gerade so wieder zurechtbiegen kann. „Er guckt jetzt genauer nach, beobachtet alles und macht vieles nach“, sagt Mutter Nicole Brammerloh, die ihren Sohn fast rund um die Uhr im Blick haben muss. Mit vier Jahren ist Tim aufgrund seiner Erkrankung auf dem Stand eines Zweijährigen. „Er ist langsamer in der Entwicklung und viel mehr als ,Mama’ kann er nicht sagen. Er macht viele Geräusche“, sagt Brammerloh. Seit der Hilfe der Linsen habe er große Entwicklungssprünge gemacht, laufe täglich besser.

Einmal ist Tim schon ausgebüxt. Damit so etwas nicht nochmal passiert, er einfach auf die Straße läuft und ihm womöglich im Straßenverkehr etwas zustößt, möchte die 43-Jährige einen Assistenzhund für Tim anschaffen. „Er soll vor allem Ruhe reinbringen und ihn gewissermaßen absichern. Er kann Gefahrensituationen gar nicht einschätzen.“ Ihr alter Hund Bruno musste vor zwei Jahren eingeschläfert werden. Schon er habe sich beruhigend auf ihr Kind ausgewirkt. Im Internet erfuhr Brammerloh von Ulrich Zander, Fachtrainer für Assistenz- und Therapiehunde nahe Rostock. Der fühlte sich von der Tims Geschichte gleich angesprochen. Im Sommer soll nun Labrador Maja nach Weißenberge kommen, bis dahin ist die Hündin fertig ausgebildet. Doch das hat seinen Preis; 26.000 Euro kostet der Assistenzhund, der mit Tim über eine spezielle Leine verbunden sein wird und auf spezielle Bedürfnisse und Situationen reagieren kann. Werden Hunde auch im Mantrailing trainiert, sind sie sogar in der Lage, vermisste Personen aufzuspüren.

Von einem Radiosender erhielt die Wahrenholzerin über das Format „Wir zahlen deine Rechnung“ bereits 1500 Euro, womit sie ihren Eigenanteil aufstocken wollte. Denn der reicht noch lange nicht. Dreimal pro Woche arbeitet die 43-Jährige in Teilzeit, die Großeltern helfen der Alleinerziehenden aus, wenn es mit der Betreuung abseits der Kita eng wird. Zudem geht Tim zum therapeutischen Reiten und zur Ergotherapie. Treffen mit anderen Müttern aus dem Landkreis Gifhorn, deren Kinder ebenfalls an Trisomie 21 leiden, helfen Brammerloh sehr. In der Kita ist Tim sehr beliebt. Zwar spielt er nicht direkt mit den Kindern, aber mittendrin, kapselt sich nicht ab, liebt es, die Küche umzudekorieren.

Wer spenden möchte, richtet seine Zuwendung an folgendes Konto:
IBAN: DE 18 1305 0000 0201 1056 67, Stichwort „Assistenzhund Maja für Tim“, Spendenkonto: Ostsee-Sparkasse Rostock.

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