Wittinger Tafel: Aus für den Standort Brome

Brome.  Zu groß war der zeitliche und personelle Aufwand für immer weniger Abnehmer, sagt Tafel-Chefin Laura Osterloh-Gailliaert.

Weil die Liebfrauenkirche in Brome, in deren Gemeindehaus die Wittinger Tafel seit Mai 2017 Lebensmittel an Bedürftige verteilt hat, direkt an der Hauptstraße liegt, trauen sich viele aus Angst, gesehen zu werden, nicht zur Ausgabestelle, sagt Tafel-Chefin Laura Osterloh-Gailliaert.

Weil die Liebfrauenkirche in Brome, in deren Gemeindehaus die Wittinger Tafel seit Mai 2017 Lebensmittel an Bedürftige verteilt hat, direkt an der Hauptstraße liegt, trauen sich viele aus Angst, gesehen zu werden, nicht zur Ausgabestelle, sagt Tafel-Chefin Laura Osterloh-Gailliaert.

Foto: Daniela König/Archiv

Laura Osterloh-Gailliaert hat die Reißleine gezogen: Die Ausgabestelle der Wittinger Tafel in Brome gibt es nicht mehr, schon seit Ende November sind die Pforten des Gemeindehauses der Liebfrauenkirche für Bedürftige zu.

Immer mal wieder gab es Schwankungen, stand der Standort auf der Kippe. Zu wenig Bedürftige, zu wenig Lebensmittel, sodass der Ausgabe-Rhythmus anders getaktet werden musste. Noch im Juni war die Tafelchefin frohen Mutes, dass es wieder bergauf geht – doch nun ließ sich die Zweigstelle nach zweieinhalb Jahren nicht mehr halten. „Es liegt schlichtweg daran, dass zu wenig Kunden das Angebot angenommen haben, vor allem Deutsche. Der Arbeitsaufwand dafür und die Kosten waren für uns einfach zu hoch“, so Osterloh-Gailliaert. Viele der nicht genutzten Lebensmittel hätten die Mitarbeiter anschließend wegschmeißen müssen, „das können wir nicht verantworten“.

Zwar gebe es rein statistisch gesehen schon genügend Bedürftige, die von der Tafel profitieren könnten – 100 Haushalte in Brome sind der Tafel gemeldet. Doch nur sehr wenige fänden auch tatsächlich den Weg in die Liebfrauenkirche. Zu groß sei das allgemeine Schamgefühl, auf Hilfe angewiesen zu sein. Hinzu komme laut der Vorsitzenden, dass die Ausgabestelle direkt an der Hauptstraße liege – die Angst, dort gesehen zu werden von Mitbürgern, sei groß. „Es ist wohl der falsche Standort.“ Eine alternative Immobilie zu finden, sei schwierig. Osterloh-Gailliaert wolle nun erst mal ein wenig Zeit verstreichen lassen und die weitere Entwicklung abwarten. Die Hälfte derjenigen, die in Brome Lebensmittel von der Tafel erhalten hatten, kämen nun nach Wittingen. Auch in Hankensbüttel werden Bedürftige versorgt.

Ausgabezeiten in Hankensbüttel: Mittwoch von 15 bis 16 Uhr,

Ausgabezeiten in Wittingen:

Dienstag von 10.30 bis 12 Uhr (Nur Migranten) und Freitag von 10.30 bis 12 Uhr (Deutsche Kunden).

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