Missbrauchsprozess: Angeklagte äußern sich zu Beweismaterial

Gifhorn.  Dafür blieben die Türen im Landgericht Hildesheim jedoch zeitweise verschlossen. Zu den Vorwürfen äußert sich das Ehepaar weiterhin nicht.

Der Saal im Landgericht Hildesheim blieb zeitweise für die Öffentlichkeit zu.

Der Saal im Landgericht Hildesheim blieb zeitweise für die Öffentlichkeit zu.

Foto: Daniela König

Der Mammutprozess um das Gifhorner Pädagogen-Ehepaar ging am Donnerstag vor dem Hildesheimer Landgericht in die nächste Runde. Richterin, Schöffen, Beisitzer, Verteidiger, Staatsanwaltschaft, Gutachter, Verteidigung der Nebenkläger – fast 20 Personen befassten sich mit der Sichtung und Erörterung der Beweislage.

Dem Ehepaar wird vorgeworfen, mindestens vier Mädchen, die zu einer Wohngruppe in ihrer Obhut gehörten, zwischen 1998 und 2007 sexuell missbraucht zu haben. Hauptverdächtiger ist der Ehemann, der in U-Haft sitzt. Der Ehefrau wird Misshandlung von Schutzbefohlenen vorgeworfen, da sie die Handlungen an den Kindern und Jugendlichen geduldet haben soll.

Das Landgericht Hildesheim hatte das Verfahren Ende Oktober ausgesetzt, als die Staatsanwaltschaft weitere Beweisunterlagen nachträglich in die Hauptverhandlung einbrachte. Bis dahin lief der Prozess bereits mehrere Wochen. Die 13 neuen Kartons mit Beweismaterial führten dazu, dass der Prozess neu aufgerollt wurde, was bedeutete, dass alle Zeugen von Neuem aussagen müssen.

Am Donnerstag fuhr die Kammer mit der Besprechung von Fotos und dem Verlesen von Urkunden fort. Teilweise fand die sechsstündige Verhandlung hinter verschlossenen Türen statt. Als es darum gehen sollte, dass sich der Angeklagte zu Beweismaterial, das seine Intimsphäre betraf, äußern sollte, wurde die Öffentlichkeit auf dessen Antrag hin ausgeschlossen. Die Kammer hatte dem nach intensiver Beratung zugestimmt. Auch die Ehefrau gab Landgerichtssprecher Steffen Kumme zufolge eine Stellungnahme zu den gezeigten und vorgetragenen Beweisen ab. Zu den Anklagevorwürfen schweigen die beiden Pädagogen allerdings weiterhin.

Der nächste Verhandlungstag ist am Dienstag, 21. Januar.

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