Didderse will von Giffinet Glasfaser für alle im Papenteich

Didderse.  Bürgermeister Randolf Moos verweist auf Angebote eines privaten Wettbewerbers. Er setzt auf die Politik, um den Kreis zu überzeugen.

Didderses Bürgermeister Randolf Moos trommelt für einen flächendeckenden Glasfaseranschluss aller interessierter Haushalte im Papenteich über die am schlechtesten versorgten „weißen Flecken“ hinaus. (Symbolfoto)

Didderses Bürgermeister Randolf Moos trommelt für einen flächendeckenden Glasfaseranschluss aller interessierter Haushalte im Papenteich über die am schlechtesten versorgten „weißen Flecken“ hinaus. (Symbolfoto)

Foto: Bernd Wüstneck / dpa

Wenn am nächsten Montag der rund zweimonatige Vermarktungszeitraum für geförderte Glasfaseranschlüsse bis ins Haus im Papenteich beginnt, werden gerade einmal 1850 Haushalte gefragt, nur jeder sechste im Südkreis. Den Wunsch nach bis zu einem Gigabit Bandbreite sehen Didderses Bürgermeister Randolf Moos (SPD) und die Papenteicher Kämmerin Petra Wieloch allerdings bei weitaus mehr Einwohnern.

Weil sich viele Bürger angesichts verfügbarer Internetanschlüsse mit Bandbreiten bis zu 50 MBit/s nicht für die staatlich geförderten Glasfaseranschlüsse des kreiseigenen Regiebetriebs Giffinet qualifizierten, setzt Moos auf eine politische Initiative der Sozialdemokraten im Papenteich und der SPD-Fraktion im Samtgemeinderat. Wieloch will das Vorhaben im Beirat von Giffinet unterstützen. Das Ziel: Giffinet soll in der Ausbauphase von vornherein auch jene verbreitete Kategorie von Haushalten anschließen, die in mittelprächtig versorgten schwarzen Flecken liegen. Weil Bund und Land dem Kreis 20 Millionen Euro Investitionskosten für die Glasfaser-Ringleitung und die Hausanschlüsse erstatten, ist er allerdings an die Auflage gebunden, sich auf jene Häuser zu beschränken, die in prekär versorgten sogenannten weißen Flecken liegen. Diese jedoch gibt es im Papenteich nur noch selten. Viele Gemeinden hatten im vergangenen Jahrzehnt mit immensem Aufwand und häufig eigenen finanziellen Zuschüssen Lösungen aus dem Boden gestampft, um den Anschluss ans Datennetz nicht völlig zu verlieren. Der Teilerfolg steht nun der besten technischen Lösung mit Glasfaser im Weg.

Moos gesteht zu, dass der Kreis Angebote für geförderte weiße und ungeförderte schwarze Flecken sauber trennen muss. Allerdings habe Giffinet das Recht, Haushalte in schwarzen Flecken einzubeziehen, wo dies eigenwirtschaftlich möglich sei. Der Kreis selbst hat diese Option für sich auch keineswegs ausgeschlossen. Doch gerade im vergleichsweise eng besiedelten Papenteich sollte es möglich sein, im Zuge des laufenden Projekts „einmal Glasfaser für alle zu verlegen, dann sind wir mit dem Thema durch“, will Bürgermeister Moos Stückwerk vermeiden.

Aus zwei Gründen ist er überzeugt, dass die Eigenwirtschaftlichkeit problemlos erreichbar sein müsse. So werbe aktuell der bundesweit vertretene Privatanbieter Deutsche Glasfaser im Didderser Schwesterndorf Neubrück im Kreis Peine um Kunden. „Die würden Didderse sofort anschließen, wenn sich 40 Prozent der Haushalte entscheiden.“ 40 Prozent, das ist eine verbreitete Messlatte, die auch für die Giffinet-Cluster gilt und bislang überall mehr oder weniger locker genommen wurde.

Allerdings würde Moos lieber mit dem kommunalen Anbieter zusammenarbeiten. Er sieht auch kein Problem darin, dass vor rund fünf Jahren der regionale Netzbetreiber htp Verteilerschränke an Glasfaser angeschlossen habe, um dann über Kupferdrähte in die Häuser zu verzweigen. Vorbehalte oder Investitionsschutz könne die Firma daraus nicht ableiten: „Wir waren es, die es ihnen damals erlaubt haben, ihre Leitungen unter unseren Wegen zu verlegen.“

Vor allem aber sprechen aus Moos’ Sicht die eigenen Zahlen von Giffinet für eine möglichst hohe Quote ungeförderter Hausanschlüsse. Denn die 1850 Papenteicher Haushalte in weißen Flecken verteilen sich ungleichmäßig auf neun Dörfer. Sind es in Lagesbüttel rund 480 Häuser, kommt Adenbüttel auf 7, Bechtsbüttel auf 5 berechtigte Haushalte. Das allein könne sich gar nicht rechnen, sind Moos und Wieloch überzeugt.

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