Westerholz: Polizei nimmt Mann nach Familienstreit in Gewahrsam

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In Westerholz, zwischen Wesendorf und Wahrenholz gelegen, kam es am Freitagabend zu einem Polizeieinsatz, der am Samstag gegen 10 Uhr beendet war. 

In Westerholz, zwischen Wesendorf und Wahrenholz gelegen, kam es am Freitagabend zu einem Polizeieinsatz, der am Samstag gegen 10 Uhr beendet war. 

Foto: Dirk Kühn

Westerholz.  Die Polizei umstellte nach einem Familienstreit das Haus eines 56-Jährigen. Am Samstagmorgen nahm sie ihn in Gewahrsam und fand Gewehre im Gebäude.

Ein Polizei-Einsatz sorgte von Freitagabend bis Samstagvormittag für Wirbel in Westerholz und für zahlreiche Gerüchte in sozialen Medien. Am Samstagnachmittag klärte die Polizei das Rätsel auf: Einsatzkräfte hatten ein Haus in dem 500-Seelen-Ort in der Gemeinde Wesendorf umstellt, weil der Einsatzleitstelle Familienstreitigkeiten gemeldet worden waren. Das Brisante dabei: Nach Hinweisen der Angehörigen gab es die Annahme, dass der 56-Jährige Ehemann im Besitz illegaler Waffen war.

Eine Gefahr für Anwohner bestand nicht

Das Drama nahm am Freitag gegen 18 Uhr mit der Meldung seinen Lauf, dass Streifenwagen der Polizei die Ortseingänge des Ortes abgeriegelt hätten und niemanden mehr durchließen. Tatsächlich hatten Einsatzkräfte aus Gifhorn das Grundstück des 56-jährigen Hausbesitzers umstellt, „um eine mögliche Gefährdung unbeteiligter Personen zu verhindern“, heißt es in der Pressemitteilung der Polizei von Samstag. Der Mann war allein im Gebäude, die Familienmitglieder bereits geflüchtet – sie hatten die Polizei alarmiert.

„Der Familienstreit war aus dem Ruder gelaufen“, sagte ein Sprecher der Polizei auf Anfrage unserer Zeitung am Samstag. In Rahmen dessen seien auch Worte gefallen, die der Familie bedrohlich vorgekommen seien.

In den frühen Morgenstunden des Samstags sei dann der Zugriff auf den Mann erfolgt, der daraufhin in polizeilichen Gewahrsam genommen wurde. Bei der anschließenden richterlich angeordnete Durchsuchung des Wohnhauses fanden die Beamten zwei Gewehre. Die noch ausstehende waffenrechtliche sowie eine ärztliche Begutachtung des Mannes könnten ausschlaggebend werden, dass er erst einmal in Haft genommen wird.

Die Polizei betonte am Sonntag: „Eine Gefährdung unbeteiligter Personen war zu keinem Zeitpunkt gegeben.“ Im Einsatz hätten sich neben sieben Funkstreifenwagen präventiv auch ein Rettungswagen und ein Notarzt befunden. Behandlungswürdige Verletzungen habe es jedoch keine gegeben. Gegen 10 Uhr rückten die letzten Beamten aus Westerholz ab.

Falsche Gerüchte und Fakenews verbreiteten sich schnell

Die ganzen Stunden davor wurden wegen der Sperren der Polizei allerdings wilde Gerüchte in den sozialen Medien im Internet geteilt. Die Vermutungen reichten von einem gesuchten Spielhallenräuber aus Braunschweig bis hin zu einer Geiselnahme. Der Gifhorner Polizeisprecher Thomas Reuter dementierte dies schon am Freitagabend entschieden: „Das ist

alles falsch. Solche Fake News sind ärgerlich. Vielmehr ist es so, dass sich die Anwohner sicher fühlen und auf die Polizei verlassen können.“

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