Bürgerinitiative gegen Massentierhaltung im Bromer Land gegründet

Brome.  Sie wehren sich gegen die geplante Hähnchenmastanlage im Bromer Ortsteil Altendorf. Der Landkreis wartet auf eine Stellungnahme des Fleckens.

Eine Bürgerinitiative wehrt sich gegen die Errichtung einer weiteren Hähnchenmastanlage.

Eine Bürgerinitiative wehrt sich gegen die Errichtung einer weiteren Hähnchenmastanlage.

Foto: Jan Woitas / dpa

Eine Mastanlage für 180.000 Hühner im Bromer Ortsteils Altendorf? Eine solche Errichtung ist derzeit im Gespräch – und schon jetzt bei einigen Bürgern verpönt. Aus diesem Grund hat sich am Mittwoch die „Bürgerinitiative gegen Massentierhaltung im Bromer Land“ gegründet, 40 Teilnehmer kamen. Und auch wenn derzeit erst mal nur eine Voranfrage läuft und bis auf die Zahl der Plätze keine Details bekannt sind: die BI ist alarmiert und will frühzeitig klare Kante zeigen.

Die Kritiker seien nicht per se gegen Fleischkonsum, sehr wohl aber gegen eine Überproduktion und die Art und Weise, wie Tiere in Mastanlagen gehalten werden, betont BI-Gründer Frank-Markus Warnecke. Zudem spiele die Gesundheitsfrage eine wichtige Rolle für Mensch wie Tier. Warnecke führt als Argumente den Einsatz von Antibiotika an. „Diese werden gezielt sowohl prophylaktisch als therapeutisch und wachstumsfördernd verabreicht und gelangen nicht nur über die Nahrung, sondern auch mit Gülle und Kot auf landwirtschaftliche Flächen, in Böden, Gewässer und Grundwasser“, argumentieren die Gegner. Sie sorgen sich, dass über die Abluft der eingebauten Filteranlagen Schadstoffe wie Feinstaub, Bioaerosole, Keime und Ammoniak in die Umgebung gepustet werden und damit das Lungenerkrankungsrisiko der umliegenden Anwohner steigen könnte. Und: „Die meisten Seuchenkrankheiten werden über Tiere übertragen“, so Warnecke. Vor diesem Hintergrund sei der Bau einer solchen Anlage gerade in Coronazeiten unangemessen.

Die neue Interessengemeinschaft bezieht sich zwar konkret auf das Vorhaben in Altendorf, tritt aber dem kreisweiten Bündnis gegen Massentierhaltung/pro Grundwasser- und Naturschutz bei, um sich zu vernetzen und auszutauschen. Dieser Schritt sowie die Forderung an den Bromer Rat, Bürger miteinzubeziehen und „den Bau dieser Großmastanlage abzuwenden“, mündeten in einer Resolution.

Das Koordinationsteam setzt sich neben Warnecke aus Michael Schnehage, Gerd Blanke, Volkhard Schuleit und Sabine Borchardt zusammen. Kontakt: info@naturschutz-bromer-land.de.

Laut Warnecke, der für die Grünen im Kreistag sitzt, hatte die Grünen-Landtagsabgeordnete bei einer allgemeinen Anfrage zu geplanten Anlagen im Landkreis Gifhorn herausgefunden, dass in Altendorf eine solche Anlage Thema werden könnte. Derzeit läuft eine Voranfrage an die Gemeinde. Die wurde Mitte April vom Kreis am Verfahren des Antrages auf Errichtung beteiligt, hatte Bürgermeister Gerhard Borchert mitgeteilt. Beim eigentlichen Genehmigungsverfahren der Hähnchenmastanlage sind eine Umweltverträglichkeitsprüfung sowie Öffentlichkeitsbeteiligung obligatorisch.

Der Landkreis wartet derzeit auf eine Stellungnahme, die im Rat gemeinsam erarbeitet werden soll. Wie es nach der durch den Boykott von FWG, SPD und FDP geplatzten Sitzung mit einem neuen Termin weitergeht und wie der Status Quo ist, will Bürgermeister Gerhard Borchert am Montag erörtern.

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