Glasfaser für den ganzen Papenteich

Didderse.  Didderse macht den Anfang. Die fünf anderen Kommunen streben einen Kooperationsvertrag mit der Firma Deutsche Glasfaser an.

Sind 40 Prozent der Haushalte dabei, verlegt die Firma Deutsche Glasfaser Leitungen flächendeckend in alle Papenteicher Wohnungen und Büros. (Symbolfoto)

Sind 40 Prozent der Haushalte dabei, verlegt die Firma Deutsche Glasfaser Leitungen flächendeckend in alle Papenteicher Wohnungen und Büros. (Symbolfoto)

Foto: Uli Deck / dpa

Die Gemeinde Didderse hat den Sack schon zugemacht: Das gesamte Dorf bekommt Glasfaser, interessierten Bürgern legt die Firma Deutsche Glasfaser das Kabel als Gigabyte-Auffahrt auf die Datenautobahn kostenlos ins Haus. „In zwei Monaten fangen sie an. Spätestens im Februar soll alles fertig sein“, berichtete Bürgermeister Randolf Moos Mittwochabend im Gemeinderat. Obwohl die Didderser seit Jahren durch die private Firma htp brauchbar mit Internetanschlüssen via Kupferkabel versorgt sind, knackte das Dorf die magische 40-Prozent-Hürde bei den Interessenten, den Wert, der bei öffentlichen wie bei privaten Investoren als Wirtschaftlichkeitsschwelle gilt.

Die große Vision hatte Moos bereits am Mittwochnachmittag zusammen mit der überparteilichen Gestaltungsgemeinschaft des Samtgemeinderats Papenteich und der Mitgliedskommunen Adenbüttel, Meine, Rötgesbüttel, Schwülper und Vordorf verkündet: Deutsche Glasfaser würde auch bis Ende 2021 den kompletten Papenteich flächendeckend mit Glasfaser-Hausanschlüssen versorgen und dafür 15 Millionen Euro investieren, wenn sich 40 Prozent der in Frage kommenden Anlieger dafür entscheiden. Wer das ist? Menschen in sogenannten schwarzen Flecken. Um weiße Flecken kümmert sich mit öffentlicher Förderung Giffinet vom Landkreis. Dort erreicht das Internet keine 30 MBit pro Sekunden an Übertragungsgeschwindigkeit. In schwarzen Flecken fließen die Daten theoretisch schneller, es gibt aber noch keine Glasfaser. Papenteicher Paradebeispiel, wie Internet-Nutzer in schwarzen Flecken oft genug schwarz sehen, ist die Gemeinde Vordorf, wo eine überlastete und wetterabhängige Richtfunk-Anbindung formell genug Übertragungskapazität bietet. Die meisten Bürger dort fiebern einer Glasfaser-Option geradezu entgegen, so dass es realistisch erscheint, im Papenteich-Durchschnitt die 40-Prozent-Hürde nehmen zu können. Deutsche Glasfaser will zudem mit allen Gemeinden einen Kooperationsvertrag abschließen. Dass sie dabei nicht über den Tisch gezogen werden, hat der Städte- und Gemeindebund in Nordrhein-Westfalen Bürgermeister Moos zufolge bereits anhand eines Mustervertrags geprüft.

Eine Konkurrenz zwischen Giffinet, das sich um die knapp 1900 Haushalte in weißen Flecken kümmert, und dem Privatunternehmen, das 7400 Kunden in schwarzen Flecken als Zielgruppe hat, besteht Bürgermeister Mos zufolge nicht: „Sie ergänzen sich perfekt, und das weiß auch der Landkreis.“ In weißen Flecken dürfe und wolle Deutsche Glasfaser gar nicht tätig werden. Die Papenteich-Kommunen lassen ihre Räte noch vor den Sommerferien entscheiden.

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