Investor zeigt Pläne für Quartier an der Gifhorner Bergstraße

Gifhorn.  Asset steckt 115 Millionen Euro in 400 Wohnungen auf dem Areal des alten Krankenhauses. Die Politik hat noch ein Wörtchen mitzureden.

Die Häuser am Laubberg sollen bis zu fünf Etagen hoch werden. Unter dem Projektnamen Hohe Düne entstehen rund 400 Wohnungen für 115 Millionen Euro.

Die Häuser am Laubberg sollen bis zu fünf Etagen hoch werden. Unter dem Projektnamen Hohe Düne entstehen rund 400 Wohnungen für 115 Millionen Euro.

Foto: Asset Firmengruppe

Der Verwaltungsausschuss der Stadt hat grünes Licht gegeben für die Bauplanung des künftigen Wohnquartiers auf dem ehemaligen Klinikgelände in der Gifhorner Bergstraße. Die Bremer Asset Firmengruppe errichtet dort ab Anfang 2022 für 115 Millionen Euro 400 Wohnungen. Vermarktet wird das Quartier am Laubberg als Klimaschutz-Wohnprojekt Hohe Düne.

An manchen Details wird Geschäftsführer Ingo Damaschke aber noch feilen müssen. Während es in dessen gemeinsamer Pressemitteilung mit der Stadt heißt, „die Resonanz war durchweg positiv“ auf die Projektvorstellung in den Fraktionen, meldete die Politik auf Nachfrage noch deutliche Vorbehalte an. CDU-Fraktionschef Thomas Reuter sagte: „Man kann ein Vorzeigeprojekt daraus machen, aber der Kick fehlt.“ Reuter vermisste „einen Ort für Gemeinschaft, früher hätte man Grillplatz gesagt“.

Die Ratsfraktionen vermissen Feinschliff

Grünen-Fraktionschefin Nicole Wockenfuß mahnte ein „Leitbild Mobilität“ mit Schwerpunkt Fahrradverkehr ebenso an wie Lösungen für erneuerbare Energien: „Da fehlt Feinschliff.“

Jürgen Völke von den Unabhängigen sagte: „Da hat noch einiges gefehlt, speziell beim verkehrsarmen Wohnen“.

Gunter Wachholz (SPD), Vorsitzender des Planungsausschusses, nannte die große Zahl an neuen Wohnungen positiv. „Gut, dass es vorangeht.“ Er sah „Diskussionsbedarf“ beim Stellplatzkonzept und bei der Integration der geförderten Sozialwohnungen in das Gesamtensemble.

Der Bürgermeister erkennt ein Quartier aus einem Guss

Dabei hatte Bürgermeister Matthias Nerlich von einem „Quartiersentwurf aus einem Guss“ gesprochen, „zentrumsnah und mit viel Grün“. Nerlich zählte kurze Fuß- und Radwege auf „unter Berücksichtigung ökologischer Gesichtspunkte“.

Für Details wird noch viel Raum sein, wenn nächsten Monat das Änderungsverfahren für den Bebauungsplan anläuft. Investor Damaschkes Idee ist es, Ende 2021 mit der Erschließung zu beginnen. Anfang 2022 soll dann Baubeginn für den ersten von sechs Bauabschnitten sein, beginnend mit den 80 geförderten Mietwohnungen und einer Kindertagesstätte mit fünf Gruppen. Sie entsteht in Höhe der heutigen Parkplatzreihe an der Bergstraße. Möglicherweise soll bei den von der Politik angeforderten Nachbesserungen ein weiterer Architektenwettbewerb speziell für die Gestaltung der Wohngebäude helfen.

Nach dem städtebaulichen Wettbewerb folgt ein Architektenwettbewerb für die Gebäude

Der prämierte städtebauliche Entwurf des Dortmunder Büros Pesch & Partner beinhaltet nach Darstellung von Damaschke und der Stadtverwaltung durchaus Aspekte, die den Vorstellungen der Politik entgegenkommen könnten:

Statt 18.600 Quadratmeter werden auf den sieben Hektar künftig noch 11.700 Quadratmeter versiegelt. Dafür werden die Gebäude bis zu fünf Etagen hoch. Die Flachdächer werden begrünt und sind standfest genug für Photovoltaikanlagen. Regenwasser wird versickert. Die Häuser werden auf KfW-40-Standard gedämmt und per Blockheizkraftwerk erwärmt. Mittelpunkt des Quartiers soll ein grüner Anger mit Treffpunkt und Streuobstwiese werden. Statt Zäunen gibt es Hecken. Die Ringstraße, die zu den Häusern führt, wird als Spielstraße angelegt.

Wie groß ist ein Quartier mit 400 Wohnungen? Ein Vergleich mit Gifhorner Projekten

Wie berichtet, bekommt die Siedlung außer zur Bergstraße eine zweite Zufahrt via Calberlaher Damm. Dafür wird die ehemalige Zentrale von Taxi Hoffmann abgerissen. Für Fußgänger und Radfahrer gibt es zwei weitere Verbindungen.

Zur Größenordnung des Dünen-Projekts mit 400 Wohnungen: La Patria in der Bergstraße gegenüber weist 140 Einheiten auf (Baukosten 34 Millionen Euro). Der Gamsener Lindenhof der Wohnungsbaugenossenschaft mit 92 Wohnungen kostete samt Tiefgarage zirka 22 Millionen Euro. Die 71 geförderten Wohnungen der Investoren Karl-Heinz Wiesenthal und Willi Heuchert waren mit 8,5 Millionen Euro veranschlagt.

Das Projekt Hohe Düne der Bremer Asset Firmengruppe:

115 Millionen Euro Investitionen

46.000 Quadratmeter Geschossfläche

400 Wohneinheiten

davon 80 geförderte Mietwohnungen

davon 50 Reihenhäuser in Waldrandlage

davon 270 Miet- und Eigentumswohnungen im freien Geschosswohnungsbau

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