Gifhorner RPT stärkt Entwicklungskompetenz

Gifhorn.  Der Mittelständler will zeigen, was in ihm steckt. Das Familienunternehmen verbreitert auch die Kundenbasis.

Gründersohn Christoph Fromme (rechts) führt den Gifhorner Entwicklungsdienstleister RPT zusammen mit Geschäftsführer Carsten Müller.

Gründersohn Christoph Fromme (rechts) führt den Gifhorner Entwicklungsdienstleister RPT zusammen mit Geschäftsführer Carsten Müller.

Foto: Christian Franz

Der Gifhorner Entwicklungsdienstleister Rapid Prototyping Technologie (RPT) verbreitert sein Branchenportfolio und seine Entwicklungskompetenz. Das Familienunternehmen unter dem Dach der Braunschweiger Beteiligungsfirma Realkapital Mittelstand betont zudem mit dem neuen Geschäftsführerteam aus Gründersohn Christoph Fromme und Kaufmann Carsten Müller seine Innovationskraft.

„Wir wollen weg vom Bauteilgedanken hin zu Baugruppen und zur umfassenden Entwicklung von Lösungen und Anwendungen“, formuliert Müller den eigenen Anspruch. Außer auf Kunden aus der Automobilindustrie, aus Bahn- und Luftfahrttechnik setzt RPT künftig verstärkt auf neue Geschäftsfelder wie Medizintechnik und Landtechnik. Unter den 50 RPT-Mitarbeitern finden sich Experten für Modellbau, Metallbau, Konstruktion und additive Manufacturing, landläufig 3-D-Druck.

Das Familienunternehmen reagiert auf den Wandel in der Stammbranche

Müller, der auf Leitungspositionen beim Badausstatter Alape und bei der Schokoladenfabrik Rausch zurückblickt, will zudem die kaufmännischen und organisatorischen Abläufe in dem Familienunternehmen strukturieren. Fromme konzentriert sich auf die Ressorts Technologie, Vertrieb und Marketing.

RPT reagiert mit der neuen Strategie auf den Wandel bei den bisherigen Hauptkunden in der Automobilbranche. Fromme betont: „Diese Verbindungen werden wir halten und stärken. Aber wir sind vielseitiger.“ Speziell die Landmaschinenbranche hat es den Gifhornern angetan, ein Riesenmarkt mit zahlreichen deutschen Hidden Champions (verborgenen Marktführern), deren Produkte Konsumenten kaum jemals auf dem Schirm haben, die aber außergewöhnlich innovativ sind. Da geht es um autonom fahrende Mähdrescher oder Jätroboter, die Feldarbeit übernehmen, wenn weniger Pflanzenschutz aufgebracht werden darf.

Zukunftssicherung: Investiert wird in „Hardware, Software, Menschen“.

Mit solch neuen Märkten ist das RPT-Duo zuversichtlich, den Umbruch im bestehenden Kundenkreis aufzufangen. „Erste neue Aufträge haben wir schon generiert“, freut sich Carsten Müller. „Und wir werden weiter neue Kontakte knüpfen.“ Ganz ohne Kurzarbeit gehe es aktuell nicht, doch das bedeute keineswegs, weniger in die Zukunft zu investieren. „Und zwar in Hardware, Software und Menschen“, betont Müller. Während RPT Kapazitäten in vorhandenen Verfahren erst einmal durch Mehrschichtbetrieb ausbauen würde, stehe Geld für neue Technologien zur Verfügung.

Eigener Nachwuchs für hoch spezialisierte Berufsfelder.

Und während das Firmenareal in der Hugo-Junkers-Straße platzmäßig „Spielraum“ biete, steckt RPT viel Kraft in Nachwuchs. „Unsere breit angelegte Internetkampagne auf mehreren Online-Plattformen zur Besetzung der Ausbildungsstellen ist auf große Resonanz gestoßen“, freut sich Christoph Fromme. Gleich in vier Berufsbildern bildet RPT aus: Im technischen Modellbau, in der technischen Produktgestaltung sowie angehende Werkzeugmechaniker und Zerspanungsmechaniker. Dazu machen eigens drei weitere gestandene Mitarbeiter ihren Ausbilderschein.

Hilfreich für die weitere Unternehmensentwicklung finden Fromme und Müller zudem das Netzwerk der Mittelständler unter dem Dach ihrer Beteiligungsgesellschaft Realkapital. Kunden, Kontakte und Aufgaben, die die befreundeten Experten besser bearbeiten können, tauscht RPT mit der Cremlinger Hohrenk Systemtechnik im Verkehrsbereich aus, mit dem Goslarer Karosserie- und Fahrzeugbauer Pachel sowie dem Braunschweiger Modell- und Formenbauer Pape.

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