Cornelia Ball-Hasenkamp saniert Reitanlage in Lessien aufwendig

| Lesedauer: 5 Minuten
Cornelia Ball-Hasenkamp hat in Lessien die Reitanlage "Unter den Eichen" übernommen, die nach dreijähriger Stilllegung komplett saniert werden musste.So hat sie unter anderem einige Paddockboxen errichtet und die Ausläufe gepflastert.

Cornelia Ball-Hasenkamp hat in Lessien die Reitanlage "Unter den Eichen" übernommen, die nach dreijähriger Stilllegung komplett saniert werden musste.So hat sie unter anderem einige Paddockboxen errichtet und die Ausläufe gepflastert.

Foto: Daniela König

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Lessien.  Die 39-Jährige musste bei der jahrelang ungenutzten Anlage „Unter den Eichen“ bei Null anfangen und die Hürden Coronas meistern.

Cornelia Ball-Hasenkamp hat sich mit der Übernahme den Reiterhof „Unter den Eichen“ in Lessien einen langgehegten Traum erfüllt. Doch dass ihr Weg bis zur vorzeigbaren Anlage so steinig sein würde, hätte sie nicht gedacht. Der Zustand des drei Jahre brach liegenden Geländes war bei der Übernahme katastrophal – und dann kam auch noch Corona.

Ball-Hasenkamp aus Braunschweig kennt sich mit Pferden bestens aus. Seit 20 Jahren besitzt sie eigene Pferde. Die gelernte Bankfachwirtin bildete sich fortlaufend weiter, was die Pflege, Ernährung und Haltung von Pferden angeht, machte einen Trainerschein. Ihre Suche nach einer geeigneten Anlage im Umkreis verlief zunächst erfolglos – bis sie in Lessien auf das Gelände stieß, das nach dem Verkauf des Besitzers an Land und Bund drei Jahre ungenutzt blieb. Bei einem Gebotsverfahren der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben erhielt die 39-Jährige den Zuschlag. Die Lage sei ein ausschlaggebender Punkt gewesen. Der Eingang liegt in der Dorfstraße – und damit im Dorf. Nach hinten raus erstrecken sich die großen Wiesen, auf denen die Pferde viel Platz haben.

Lange Arbeitstage von 7 bis 0 Uhr – Ball-Hasenkamp kann auf Mutter Bärbel zählen

Ende 2019 zog die 39-Jährige für ihr Herzensprojekt nach Lessien. Sie wuppt den Betrieb allein, nur ihre 72-jährige Mutter Bärbel kommt jeden Tag aus Braunschweig und hilft ihrer Tochter tatkräftig bei allem, was anfällt. Der Tag beginnt für Ball-Hasenkamp um sieben Uhr morgens, „wenn ich Glück habe, geht er bis Mitternacht.“ Doch selbst dann wartet hin und wieder noch Büroarbeit auf die Pferdeliebhaberin.

So lang wie ihre Arbeitstage ist auch der Liste der Punkte, die die Neu-Lessienerin erledigen musste. „Es war gruselig. Sie können sich nicht vorstellen, wie zugewuchert hier alles war. Und dann wurde auch noch fremder Müll auf dem Gelände entsorgt. War ja all die Jahre keiner da“, erinnert sich Mutter Bärbel noch ganz genau. Kurzum: das Gelände war in einem desolaten Zustand. „Wir mussten bei Null anfangen“ – bedeutet: der Strom war abgemeldet, die Wasserleitungen hinüber. „Jeden Tag kam was Neues.“

Teure Investitionen – Corona machte Neustart einen Strich durch die Rechnung

Unkraut weg, neue Drainage, die Böden in Reithalle, Longierplatz und Reitplatz neugemacht, Pferdeboxen teilweise umgebaut zu Paddockboxen mit gepflasterten Ausläufen, damit die Tiere von drinnen an die frische Luft können, mit dem Hochdruckreiniger die Stallungen gereinigt und neu gestrichen, diverse Maschinen angeschafft, die Reithalle mit neuen Banden und Spiegeln versehen, um die Ausführung bestimmter Bewegungen der Pferde beurteilen und das Zusammenspiel zwischen Reiter und Pferd besser verfolgen zu können.

Zudem erneuerte sie ein Heizsystem für die Pferdetränken, damit die Leitungen bei Frost nicht einfrieren und die Fenster auch bei geringen Minusgraden offen bleiben können. Auf diese Weise wird im Stall ein ähnliches Klima wie draußen gesichert. Richtig in sich hatte es allerdings der Bau der Mistplatte. Corona brachte unter anderem Verzögerungen bei der Beschaffung der Betonschalungssteine und der Verfügbarkeit der Handwerker mit sich. Fünf Monate später als erwartet ist endlich die Überdachung drauf. „Das war alles sehr nervenzehrend.“

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Im Januar noch konnten die ersten Pferde aufgenommen werden. Darauf hatte Ball-Hasenkamp nach der kostspieligen Investition gewartet – und sich auf ihr neues Kapitel nach all der Anstrengung gefreut. Und dann kam Corona. Fremde durften das Gelände im Zuge des Shutdowns zeitweise gar nicht betreten oder die Zahl der Personen, die gleichzeitig anwesend sein durften, war auf zehn beschränkt – inklusive den Ball-Hasenkamps, Bauarbeitern und Einstellern. „Glücklicherweise durften die Einsteller aber weiterhin täglich kommen.“

Cornelia Ball-Hasenkamp sucht Stallhilfe, handwerkliches Geschick erwünscht

Die Unsicherheit sei bei den Menschen aber auch jetzt noch zu spüren. Das Virus hat einige in die Arbeitslosigkeit oder Kurzarbeit getrieben, für sie ist das Pferd inzwischen zu einem zu teuren Hobby geworden.

Seit Mitte Juni darf wieder Reitunterricht gegeben werden. Die Stallungen sind sind wegen Corona noch nicht voll ausgelastet. Es gibt 27 Boxen sowie zwei Offenställe für insgesamt fünf Tiere. Einige Boxen sind noch frei. Über eine geringfügig beschäftigte Stallhilfe, die auch etwas handwerkliches Geschick mitbringt, würde sich die 39-Jährige sehr freuen.

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