Gifhorns Grüne stellen Werner und Brsirske für Bundestag auf

Gifhorn.  Der Kreisvorsitzende muss noch formell nominiert werden. Zwei Männer sind trotz Frauenquote kein Problem.

Bei der virtuellen Mitgliederversammlung sprach sich der Grünen-Kreisverband Gifhorn für den Vorsitzenden Henrik Werner als Bundestagskandidaten aus.

Bei der virtuellen Mitgliederversammlung sprach sich der Grünen-Kreisverband Gifhorn für den Vorsitzenden Henrik Werner als Bundestagskandidaten aus.

Foto: Privat

Bündnis 90/Grüne im Kreis Gifhorn gehen mit dem Gifhorner Kreisvorsitzenden Henrik Werner im Wahlkreis 45 (Gifhorn-Peine) und mit dem pensionierten Verdi-Chef Frank Brsirske im Wahlkreis 51 (Gifhorn-Wolfsburg-Helmstedt) in die Bundestagswahl 2021.

Die virtuelle Gifhorner Mitgliederversammlung stimmte einhellig für Werner. Der 32-Jährige VW-Entwickler aus der Samtgemeinde Meinersen muss formell aber noch zusammen mit den Peiner Grünen nominiert werden, räumte die Co-Kreisvorsitzende und Landtagsabgeordnete Imke Byl ein. Von dort sei aber Zustimmung signalisiert worden.

Der Gifhorner Bewerber Melchert unterlag in der Abstimmung

Brsirske ist nach der Wolfsburger Präsenzveranstaltung bereits nominiert. Er setzte sich gegen den jungen Gifhorner Tjark Melchert durch. Byl zufolge erreichte Melchert nach jeweils 15-minütigen Vorstellungsreden und anschließender Fragerunde unter rund 70 Anwesenden mehr als 20 Stimmen.

Brsirske legt seinen inhaltlichen Schwerpunkt auf den industriellen Wandel: „Unsere Region steht vor der großen Herausforderung, die Industrie neu und zukunftsfest aufzustellen. Klimaschutz und Industriepolitik gehören endlich zusammen. Im Bundestag will ich als Grüner dafür kämpfen, dass die nötigen Veränderungen für unsere Region rechtzeitig angepackt werden. Nur so können wir die Beschäftigen dabei mitnehmen.“

Henrik Werner ist parteiintern schon ein Begriff

Henrik Werner setzt Schwerpunkte im Sozialen und vor allem im Tierschutz: „Meine Motivation war es immer, denjenigen eine Stimme zu geben, die selbst keine oder eine nur schwache Stimme haben. Ich bin als Tierschützer zu den Grünen gekommen, weil ich es nicht ertragen kann, wie wir mit denkenden und fühlenden Lebewesen umgehen.“

Werner hat sich Byl zufolge in kurzer Zeit durch Engagement und Kompetenz hohes Ansehen bei den Grünen weit über den Kreis Gifhorn hinaus erarbeitet. Im nächsten Schritt werde es darum gehen beiden Bewerbern aussichtsreiche Platzierungen auf der Landesliste zu verschaffen.

Brsirske könnte es da dank seiner Prominenz leichter haben, weiß Byl: „Aber wir wollen beide Kandidaten in den Bundestag bekommen.“

Zwei Männer? Nicht so schlimm

Dass die bei Geschlechtergerechtigkeit sensiblen Grünen zwei Männer aufgestellt haben, hält Byl nicht einen Widerspruch: „Es sind dann doch zwei unterschiedliche Wahlkreise.“ Die vielen kompetenten Frauen in den Kreisverbänden „sehen ihre Zukunft zurzeit in anderen Positionen“.

Auf der Landesliste für den Bundestag werde die Quotierung allerdings zu beachten sein. Darüber hinaus suchten die Grünen verstärkt Frauen, die sich mit Blick auf die Kommunalwahl für die Mitarbeit in der Partei und in den Räten interessieren.

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