Gifhorns Müllabfuhr wird billiger

Gifhorn.  Dass die Bürger weniger Restabfall wegwerfen, macht sich für sie in Heller und Pfennig bezahlt.

Die Müllabfuhr wird für die Gifhorner 2021 etwas günstiger. Die Gebühren sinken für Restmüll und Bioabfälle.

Die Müllabfuhr wird für die Gifhorner 2021 etwas günstiger. Die Gebühren sinken für Restmüll und Bioabfälle.

Foto: Christian Franz

Die Müllgebühren sinken 2021. Zwar steht noch der Beschluss des Kreistages aus, doch die Empfehlung des Umweltausschusses war einstimmig. Damit belohnen sich die Bürger praktisch selbst: Weil sie seit Einführung der Chip-Tonnen 2018 mit einzeln berechneten Leerungsgebühren rund zehn Prozent weniger Restmüll wegwerfen, verringerten sich die Kosten um gut fünf Millionen Euro . Da der separat geführte Abfallgebührenhaushalt keinen Gewinn erwirtschaften darf, fließt das Geld über niedrigere Gebühren an die Nutzer zurück.

Nur die Grundgebühr bleibt unverändert, weil damit auch kostenfrei erfasste Abfallarten abgegolten sind, beispielsweise Sperrmüll, Elektroaltgeräte und Weihnachtsbäume. Die Mindestgebühr für den Restmüll sinkt im Schnitt um 4,45 Prozent, beim Bioabfall gleich um 9,2 Prozent. Eine große Tabelle der Kreisverwaltung rechnet die Ersparnis für individuelle Mülltonnengrößen aus, jeweils in Abhängigkeit von der Nutzerzahl. Ein Single mit 60-Liter-Tonne zahlt demnach mit 6,43 Euro Monatsgebühr 17 Cent weniger, das sind 2,53 Prozent.

Im Schnitt wird es um 4,45 Prozent billiger

Das sind die Preise der drei häufigsten Nutzungsvarianten: Ein Drei-Personen-Haushalt mit 60-Liter-Tonne zahlt im Monat 10,43 und spart 50 Cent (4,57 Prozent). Ein Fünf-Personen-Haushalt mit 120-Liter-Tonne spart mit 14,43 Monatsgebühr 83 Cent oder 5,46 Prozent ein. Ein Neun-Personen-Haushalt mit 240-Liter-Tonne ist mit 32,78 Euro im Monat dabei. Dessen Ersparnis von 1,50 Euro entspricht 4,38 Prozent.

Die Monatsgebühr für den Biomüll sinkt bei der 120-Liter-Tonne von 4,89 auf 4,44 Euro, beim doppelt so großen Behälter von 9,78 auf 8,88 Euro.

Sollen die Mülltonnen künftig seltener geleert werden?

Noch mal nachdenken will die Politik über den Antrag der Grünen , die Anzahl der 13 Pflichtleerungen zu senken. Dazu gibt es drei Betrachtungsweisen: Einerseits geht es um die Kalkulationsgrundlage des Gebührenhaushalts insgesamt. Aus Sicht der umweltbewussten Bürger argumentieren die Grünen: Sie stellen selbst nach vier Wochen halbleere Tonnen zur Abfuhr raus. Aus Sicht der FDP könnte der Spartrieb unerwünschte Nebenwirkungen haben: Illegale Müllentsorgung in der Umwelt, um die nächste Leerung einzusparen. Und Bürgervertreterin Stefanie Hillmann argumentierte praktisch: Fängt die ungeleerte Mülltonne nicht nach vier Wochen an zu stinken?

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