Helios Gifhorn: 11 Patienten und 7 Mitarbeiter infiziert

Gifhorn  Die Intensivkapazitäten sind zu 85 Prozent ausgelastet. Schlaganfall- oder Herzinfarktpatienten werden auf umliegende Kliniken verteilt.

Der Landkreis Gifhorn verzeichnet bislang 32 Tote.

Der Landkreis Gifhorn verzeichnet bislang 32 Tote.

Foto: Reiner Silberstein (Archiv)

Zu den 2240 Infizierten, die sich bisher im Landkreis Gifhorn mit dem Corona-Virus angesteckt haben (Stand Montag), gehören jetzt auch elf Patienten und sieben Mitarbeiter des Helios Klinikums Gifhorn. Die Kreisverwaltung informierte am Montagvormittag über diese 18 Corona-Fälle.

Nach Auskunft von Klinikumssprecherin Lisa Iffland sind die erkrankten Mitarbeiter in Quarantäne und werden vom Gesundheitsamt, das der Ursache für den Ausbruch noch auf den Grund geht und die Infektionsketten rekonstruiert, betreut. Einige Kontaktpersonen seien bereits ermittelt und notwendige Maßnahmen nach den Empfehlungen des Robert-Koch-Instituts ergriffen worden. Um eine weitere Ausbreitung unter Mitarbeitern und Patienten zu verhindern, würden jetzt vorsorglich alle anderen Mitarbeiter getestet.

Das Klinikum hatte bereits vor dem Pandemie-Ausbruch im eigenen Haus auf die steigende Zahl an Covid19-Patienten reagiert. So wurden vier Stationen mit insgesamt 130 Betten geschlossen, darunter die Wahlleistungsstation. Dadurch, dass auch alle elektiven, also verschiebbaren Eingriffe auf Eis gelegt wurden, könnten sich mehr Ärzte und Pflegekräfte auf die Behandlung der Corona-Fälle konzentrieren.

Corona: Helios-Klinik Gifhorn kommt an Grenzen

Der Klinik-Standort Wittingen soll trotz der verschärften Situation weiterhin unangetastet bleiben. Das Klinikum hatte bereits vor dem Pandemie-Ausbruch im eigenen Haus auf die steigende Zahl an Covid-Patienten reagiert und den Betriebsablauf verändert. So wurden vier Stationen geschlossen. Dadurch, dass auch alle elektiven, also aufschiebbaren Eingriffe auf Eis gelegt wurden, könnten sich mehr Ärzte und Pflegekräfte auf die Behandlung der Corona-Fälle konzentrieren. Die Akutversorgung der Zentralen Notaufnahme könne weiterhin gewährleistet werden. „Trotzdem kann es zu Einschränkungen kommen, die bereits an die Leitstelle bekannt gegeben wurden. Das betrifft unter anderem unser Herzkatheterlabor“, erläutert Iffland.

Helios kommt in Gifhorn bald an sein Limit. „Unsere Intensivkapazitäten sind mit 85 Prozent ausgelastet und somit begrenzt. Dabei handelt es sich aber nicht ausschließlich um Covid-19-Patienten“, sagt Lisa Iffland. In Zahlen bedeutet das: Am Montag lagen 52 Patienten auf der Normalstation und 17 auf der Intensivstation. Einige Patienten waren bereits auf andere Helios-Kliniken in Helmstedt und Cuxhaven verlegt worden. Der Klinik-Standort Wittingen soll trotz der verschärften Situation weiterhin unangetastet bleiben – ohne Corona-Behandlungen. Um mehr Betten für Corona-Notfälle freihalten zu können, sind Patienten, die nicht mit Covid-19 infiziert sind, zu den Standorten Wittingen und Uelzen untergebracht worden.

Insgesamt meldete der Landkreis am Montag 22 Neuinfektionen. Ein älterer Bürger, der in einem Pflegeheim wohnte, starb jetzt im Klinikum an den Folgen des Virus. Damit klettert die Zahl der Toten auf 32.

Die Akutversorgung der Zentralen Notaufnahme könne weiterhin gewährleistet werden. „Trotzdem kann es zu Einschränkungen kommen, die bereits an die Leitstelle bekannt gegeben wurden. Das betrifft unter anderem unser Herzkatheterlabor“, erläutert Iffland. Auch die Neuaufnahme von neurologischen Patienten wurde voraussichtlich bis Ende dieser Woche abgemeldet. Schlaganfall- oder Herzinfarktpatienten werden direkt auf die umliegenden Kliniken verteilt. „Wir hoffen, dass wir mit Beginn der neuen Woche diese Leistungen in unserem Klinikum wieder anbieten können.“

Impf-Start Gifhorner Stadthalle verzögert sich

Kreisweit starten am Dienstag, 5. Januar, die mobilen Impfteams mit den Schutzimpfungen in den Alten- und Pflegeheimen – und zwar in den kleinsten Einrichtungen. Das Impfzentrum in der Gifhorner Stadthalle ist jederzeit abrufbereit und wartet auf den offiziellen Startschuss. Der sollte eigentlich am 8. Januar fallen, doch wegen Lieferengpässen ruderte das Land zurück.

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