Umweltminister fordert zeitnahe Ausweisung zum Naturschutzgebiet

Gifhorn.  In den Streit um das gemeinsame Gifhorn-Wolfsburger Naturschutzgebiet Ilkerbruch und Barnbruchswiesen schaltet sich nun auch Olaf Lies ein.

Die Barnbruchswiesen und der Ilkerbruch sind unter anderem für geschützte Vogelarten ein beliebtes Rast- und Brutgebiet.

Die Barnbruchswiesen und der Ilkerbruch sind unter anderem für geschützte Vogelarten ein beliebtes Rast- und Brutgebiet.

Foto: Dirk Kühn

Niedersachsens Umweltminister Olaf Lies reagiert auf den Streit um das geplante Naturschutzgebiet Ilkerbruch und Barnbruchswiesen, das die Stadt Wolfsburg vorbehaltlich der Zustimmung des Landkreises Gifhorn bereits beschlossen hat. Der Landkreis Gifhorn jedoch verweigert seine Zustimmung.

Lies: „Sicherung des Gebietes ist zwingend notwendig“

„Ich habe Ende vergangenen Jahres erfahren, dass der Kreistag Gifhorn das Einvernehmen zu der Naturschutz-Verordnung Ilkerbruch und Barnbruchswiesen abgelehnt hat“, erklärt Lies auf Anfrage. „Wir prüfen derzeit sehr genau, wie eine Entscheidung im Sinne der notwendigen Sicherung des Fauna-Flora-Habitat-Gebietes nun zeitnah erreicht werden kann“, so der Umweltminister. Ob das Land Niedersachsen von seinem Weisungsrecht Gebrauch mache, lässt er offen, stellt aber klar: „Die Sicherung des Gebietes ist zwingend notwendig.“

Der Gifhorner Kreistag hatte sich in seiner Dezember-Sitzung mit einer knappen Drei-Stimmen-Mehrheit gegen die Verordnung des gemeinsamen Naturschutz-Projekts ausgesprochen. Ausgeschert aus der eigentlichen Mehrheitsgruppe von CDU, SPD, FDP und Unabhängigen war die SPD, die mit Bündnis 90/Die Grünen ebenso für das Vorhaben stimmte wie CDU-Landrat Andreas Ebel. Seine Parteifreunde hingegen lehnten die Verordnung ab.

Antje Präger, Leiterin des Fachbereichs Umwelt in der Gifhorner Kreisverwaltung, hatte bereits in der Sitzung des Umweltausschusses Anfang September darauf hingewiesen, dass es im Falle einer Ablehnung durch den Landkreis dazu kommen könnte, dass das Land Niedersachsen beziehungsweise das Umweltministerium von seinem Weisungsrecht Gebrauch machen könnte.

Gifhorner Jägerschaft kritisiert Einschränkungen

Seinerzeit hatten die CDU-Kreistagsabgeordneten Jochen Gese, Förster im Ruhestand und Jäger, Ernst-Dieter Meinecke, Vorsitzender der Jägerschaft, und Landvoll-Vorsitzender Jochen Zeidler die strengen Bestimmungen kritisiert. So gilt unter anderem ein Jagdverbot im Umkreis von 300 Metern um Horste und Brutplätze von geschützten Großvögeln.

Im Landkreis Gifhorn liegen lediglich 66,5 Hektar der Gesamtfläche von 715 Hektar. Während der Ilkerbruch bereits seit 1989 unter Naturschutz steht, waren die Barnbruchswiesen bisher Schutzgebiet nach der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie (FFH).

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