Panzerfäuste und Munition auf Baugrundstück in Bokel gefunden

Bokel.  Weihnachtsgeschenk führt zu Waffen und Munition aus dem Zweiten Weltkrieg: Mit einem Metalldetektor findet ein Bokeler 90 Stahlhelme der Wehrmacht.

Diese Panzerfaustmunition stammt von einem Fund bei Bad Harzburg. In Bokel, Kreis Gifhorn, fand ein Bauwilliger auf seinem Grundstück Panzerfäuste, Maschinengewehre, 14 Granaten und 90 Stahlhelme.

Diese Panzerfaustmunition stammt von einem Fund bei Bad Harzburg. In Bokel, Kreis Gifhorn, fand ein Bauwilliger auf seinem Grundstück Panzerfäuste, Maschinengewehre, 14 Granaten und 90 Stahlhelme.

Foto: Caroline Seidel/dpa

Ein besonderes Weihnachtsgeschenk mit außergewöhnlichen Folgen: Johannes Plieth aus Bokel, Kreis Gifhorn, bekam von seinem Vater einen Metalldetektor. Als der ihn ausprobierte, war die Überraschung nicht nur groß, sondern auch gefährlich. Plieth und sein Vater suchten sich für den ersten Einsatz das eigene Baugrundstücks aus - Und das Gerät schlug auf gleich mehrmals an.

200 Schuss Munition, 14 Granaten und Gasmasken gehörten zum Fund

Was dann zutage jedoch gefördert wurde, rief Polizei und Kampfmittelbeseitigungsdienst auf den Plan. Die holten aus dem Boden nach und nach rund 90 Stahlhelme, aufmunitionierte Panzerfäuste, Maschinengewehre mit etwa 200 Schuss Munition, rund 14 Granaten und etliche Gasmasken – mehr als 75 Jahre alt aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs.

„Die Sachen lagen in einem Meter Tiefe unter dem Mutterboden und waren auf einer größeren Fläche verstreut“, berichtet Johannes Plieth über die mutmaßlichen Wehrmachtsfunde, die inzwischen vom Kampfmittelbeseitigungsdienst nach Munster gebracht wurden. Die ersten drei Helme grub Plieth noch selber aus. Als dann aber eine Waffe zum Vorschein kam, alarmierte er sofort die Polizei, die wiederum benachrichtigten den Kampfmittelbeseitigungsdienst aus Munster.

Außer diesen militärischen Funden fanden die Plieths noch ein Pferdeskelett, zwei Grabsteine und Uelzener Kfz-Kennzeichen aus der Nachkriegszeit sowie ein moderneres Radio und weiteren Unrat aus der jüngeren Vergangenheit. Zunächst mutmaßten einige Bürger in dem Ort, der zu Sprakensehl gehört, dass es sich bei den Helmen um Feuerwehrhelme handeln könnte. Nach den Funden der Panzerfäuste war aber klar, dass es sich eher um militärische Helme handeln müsste. Uniformen und andere vergänglichere Teile waren nicht zu finden, lediglich einige stark zerfressene Lederlappen, erzählt Plieth weiter.

Auch Schaulustige kamen nach dem Bekanntwerden der Vorgänge vorbei, um sich den Ort näher anzuschauen. Die genaue Herkunft der Fundstücke indes ist noch ungeklärt. „Ich habe im Dorf herumgefragt, aber keine erhellenden Aussagen bekommen“, sagt Johannes Plieth. Weder wusste jemand von den älteren Bürgern im Ort etwas über Soldaten damals im Ort, noch dass etwas auf dem Grundstück vergraben wurde. Allenfalls eine entfernte Verwandte könnte etwas gewusst haben, so Plieth. Doch die starb im vergangenen hoch betagt.

Bisher keine Hinweise auf Herkunft der Gegenstände

In der Gemeinde ist so ein Fund bisher einmalig. Auch Sprakensehls Bürgermeisterin Christiane Fromhagen kann sich nicht erinnern, dass es jemals etwas Ähnliches in der Gemeinde gegeben hat. Auch sie hat keine Hinweise auf die Herkunft der gefundenen Gegenstände. „Die letzten, die etwas dazu sagen könnten, zwei Brüder, sind leider die letzten beiden Jahre verstorben“, bedauert sie. Normalerweise sei es üblich, dass die Gemeinde darauf achtet, dass bei neu ausgewiesenen Baugrundstücken keine Altlasten im Boden sind. „Da auch noch andere Gegenstände gefunden wurden, war das eventuell nach dem Krieg noch ein mooriges Gelände, wo man wohl so einiges entsorgt hat“, mutmaßt sie.

Dass niemand von den Gegenständen im Boden wusste, zeigt auch die Tatsache, dass bis vor 30 Jahren auf dem Grundstück eine Flüchtlingsbaracke stand, erzählt Plieth. Die wurde dann von der Feuerwehr zu Übungszwecken kontrolliert abgebrannt. Angesichts der scharfen Munition im Boden hätte die Ortswehr damals wohl einen anderen Übungsplatz gesucht, sofern es Kenntnis davon gegeben hätte. Auch Plieth ist froh, dass der Bauplatz nun von gefährlichen Funden geräumt ist und das ohne weitere Schäden an Leib und Leben. Aber immerhin gab es durch den Vorfall schon eine Verzögerung des Bauvorhabens.

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