Würfeln statt kicken: Bromes Samtgemeinde-Meister steht fest

Eischott.  Der SV Blau-Weiß Rühen holt sich den Titel. Die Digital-Version des Ausrichters SV Eischott punktet bei den Zuschauern.

Kevin Krause vom SV Eischott fungierte am Wochenende als Moderator des Bromer Samtgemeindeturniers, das er als digitale Version auf die Beine stellte. Die Anzahl der Augen auf dem Würfel ergab die jeweiligen Tore für die Mannschaften. Per Instagram und Facebook konnten Zuschauer den Cup im Live-Stream verfolgen und auch kommentieren.

Kevin Krause vom SV Eischott fungierte am Wochenende als Moderator des Bromer Samtgemeindeturniers, das er als digitale Version auf die Beine stellte. Die Anzahl der Augen auf dem Würfel ergab die jeweiligen Tore für die Mannschaften. Per Instagram und Facebook konnten Zuschauer den Cup im Live-Stream verfolgen und auch kommentieren.

Foto: Screenshot / Daniela König

Zum dritten Mal in Folge sicherte sich der SV Blau-Weiß Rühen am Wochenende den Pokal des Bromer Samtgemeindeturniers – und ist damit im wahrsten Sinne des Wortes ein echter Glückspilz. Denn anders als sonst war die Veranstaltung diesmal keine schweißtreibende Angelegenheit, sondern reine Glückssache. Hier rollte kein Fußball, sondern der Würfel. „Es entscheidet nicht das Können, sondern das Glück, das heute in meinen Händen liegt“, sagte Kevin Krause.

Der Spieler der 1. Herren des SV Eischott hatte mit der digitalen Alternative kurzerhand einen Ersatz für das corona-bedingt abgesagte Turnier in der Großturnhalle Rühen auf die Beine gestellt. So zog er in den eigenen vier Wänden die Aufstellung der Gruppen aus einem Lostopf und würfelte die Anzahl der Tore. Mannschaftskollege Lukas Heider filmte.

Livestream über Instagram und Facebook

Über Instagram und Facebook wurde die 2.0-Version in die Wohnzimmer vieler Kicker, Fans und Vereinsmitglieder gestreamt. Anfang der Woche machte sich Krause Gedanken, wie der Traditionstermin für die Fußballer der Samtgemeinde doch noch gerettet werden könnte. Denn ihn sang- und klanglos ausfallen zu lassen, war für den Eischotter keine Option. „Das kann ich so nicht stehen lassen. Das ist nicht das, wofür ich stehe und Vereinsarbeit betreibe“, sagte er via Live-Stream.

Die ersten Reaktionen aus dem Verein auf seine Idee seien so positiv gewesen, dass er sich in seinem Vorhaben bestärkt sah, erklärte er den Zuschauern auf Social Media in einleitenden Worten vor dem Spielstart. Am Samstag entschied das Losglück, welche Mannschaften in welcher Gruppe gegeneinander antraten. Zur Gruppe A zählten der TSV Grün-Weiß Brechtorf 1, SV Blau-Weiß Rühnen, TuS Ehra-Lessien 2, TSV Grün-Weiß Brechtorf 2, SV Eischott, FC Germania Parsau 1 und TuS Ehra-Lessien 2. Auf der anderen Seite „kämpften“ der FC Germania 2, FB Brome 1 und 2, SV Tülau-Voitze, SV Teutonia Tiddische und der TSV Fortuna Bergfeld um den Titel.

SV Blau-Weiß Rühen gewinnt im Finale mit 6:2

Letztlich standen die Zeichen am besten für den SV Blau-Weiß Rühen: Mit 6:2 siegte er nach rund einer Stunde gegen den TSV Grün-Weiß Brechtorf 1. Beim Würfeln um Platz 3 ließ der FC Germania Parsau 2 den FC Brome 2 hinter sich. „Schön, dass wir gegen euch auch mal gewinnen konnten“, sagte Blau-Weiß-Rühen-Kapitän Fynn Jennerich in einer Live-Schalte in Richtung der Brechtorfer.

Auf Krauses Frage, wie die Stimmung in der Mannschaft zu Zeiten der Pandemie sei, brachte er es auf den Punkt: „Die Gemeinschaft untereinander fehlt dolle, aber Hauptsache, alle sind gesund!“ Brechtorf-2-Kapitän Fabio Mastrogiorgio freute sich, dass die Eischotter das 1. digitale Turnier in die Wohnzimmer geholt hatten. „Meinen Respekt, dass ihr euch so Gedanken gemacht habt.“ Und Steffen Brendel vom FC Germania Parsau 1 erläuterte, dass sich etliche Spieler trotz ausfallenden Trainings weiter fit hielten. „In einer paar Wochen wollen wir wieder verpflichtend Training einführen. Natürlich für alle einzeln zum Nachverfolgen auf einer App, damit wir sehen, ob alle fleißig waren.“

So zufällig, wie die Würfel fielen, wurden auch Einzelpokale ausgelost. Fynn Jennerich wurde zum besten Spieler, Jonas Biniek (TSV Grün-Weiß Brechtorf) zum besten Torwart und Julian Magnus (SV Blau-Weiß Rühen) zum besten Torschützen gekürt.

NFV-Kreisvorsitzender: "Wichtige Lebenszeichen"

Laut Krause seien bis zu 200 Menschen über die Live-Übertragung gleichzeitig erreicht worden. Über die Chatfunktion konnten die Zuschauer Kommentare abgeben – gern auch mal mit derben Sprüchen, wie es sich in der Kabine eben gehört.
Ralf Thomas, der Gifhorner Kreisvorsitzende des Niedersächsischen Fußballverbandes (NFV), lobt den Einfallsreichtum des Kreisklassisten. „Das zeigt, wie großartig in den Vereinen in dieser für uns alle schwierigen Zeit weitergearbeitet wird. Mit solchen und ähnlichen Aktionen senden die Vereine wichtige Lebenszeichen an ihre Mitglieder und bringen Abwechslung in unseren pandemiebestimmten Alltag“, wird Thomas in dem Beitrag des NFV zitiert. Auf der Instagram-Seite des Vereins sind die Videos und Tabellen zum Nachverfolgen online gestellt.

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