Gifhorn: Artenschutzzentrum kämpft um Leben von Witterungsopfern

Leiferde.  Viele Vögel haben wegen des Wintereinbruchs keine Nahrung finden können. Das Nabu-Artenschutzzentrum in Leiferde versucht sie aufzupäppeln.

Während die Rückkehr des Storchenpaares Fridolin und Mai ein klarer Frühlingsbote für das Nabu-Artenschutzzentrum in Leiferde ist, wird dort zeitgleich mit den Folgen des Winterwetters gekämpft. „Es kommen noch sehr viele Tiere in einem gruseligen Zustand zu uns“, sagte Geschäftsführerin Bärbel Rogoschik. Für das Team in der Einrichtung im Landkreis Gifhorn sei das Aufpäppeln der oft sehr abgemagerten Tiere eine sehr schwere Aufgabe.

Von etwa 100 Witterungsopfern berichtet Rogoschik, was aber nur die Spitze des Eisberges sei. Denn viele Vögel schaffen es gar nicht in das Schutzzentrum. Für die Tiere sei die Kombination aus geschlossener Schneedecke und gefrorenen Gewässern ein Riesenproblem gewesen. „Viele Greifvögel haben es dann schwer, Beute zu finden. Genauso wie alle Vogelarten, die ihre Nahrung in Gewässern suchen.“

Viele Tiere sind gestorben

Betroffen sind laut Nabu Schleiereulen, Mäusebussarde, Turmfalken und Graureiher. „Die Schleiereule kann praktisch kein Fettgewebe aufbauen, daher kann sie auch nicht auf Reserven zurückgreifen“, sagte Rogoschik. Das Schutzzentrum rief daher zuletzt mehrmals dazu auf, Tore von Scheunen geöffnet zu lassen, damit die Eulen einfliegen und nach Mäusen suchen können.

Neben der anstrengenden Arbeit mit „leider sehr vielen gestorbenen Tieren“ gibt es auch Lichtblicke. Erst kürzlich sei es gelungen, zwei Mäusebussarde auszuwildern, berichtete Rogoschik. Sie hoffe, dass nun steigende Temperaturen die Situation etwas entschärfen. Für das Storchennest trifft das schon zu: Dort konnten die ersten Paarungsversuche im Sonnenschein beobachtet werden. Die beiden Vögel sind seit 2018 ein Paar.

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