Gifhorner Kaufleute: „Lockerungen sind für uns ein Lockdown!“

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Stadtspaziergang mit Fritz Becker, langjähriger Vorsitzender der City Gemeinschaft Gifhorn, und Udo von Ey, der den Vorsitz im Februar übernahm. 

Stadtspaziergang mit Fritz Becker, langjähriger Vorsitzender der City Gemeinschaft Gifhorn, und Udo von Ey, der den Vorsitz im Februar übernahm. 

Foto: Dirk Kühn

Gifhorn.  Der City-Gemeinschaftschef Udo von Ey hält die neuen Regeln für unwirtschaftlich und kompliziert. Er fürchtet, dass sie Kunden abschrecken.

Bisher hat Udo von Ey stets ruhig reagiert und trotz der widrigen Umstände immer irgendwie positiv in die Zukunft geblickt. Doch jetzt ist der Vorsitzende der City-Gemeinschaft Gifhorn (CGG) aufgebracht. Die geplanten Regelungen des Landes, die ab 10. Mai greifen sollen und sich auf stabile Inzidenzen unter 100 beziehen, seien „völlig unüberlegt“ und stellten de facto keine „Lockerungen“, sondern Verschärfungen für den Einzelhandel dar. „Wir sind ohnehin schon gekniffen, wieso muss man uns wieder Knüppel zwischen die Beine werfen?“, findet der CGG-Chef deutliche Worte.

Nachweis über Impfung und negatives Schnelltestergebnis notwendig bei stabiler Inzidenz unter 100

Was er kritisiert: Dass alles verkompliziert wird. So müssen Kunden zwar keinen Termin mehr im Laden vereinbaren, aber vor Betreten des Geschäfts einen Nachweis über eine Corona-Impfung oder eine Genesung oder ein negatives Testergebnis aus einem Schnelltestzentrum vorzeigen. „Damit bin ich gar nicht einverstanden, das ist vollkommen unpraktikabel.“

Er rechnet damit, dass durch diese Umstände noch weniger Kunden in die Läden kommen und stattdessen lieber Zuhause bleiben oder in großen Supermarkt-Ketten einkaufen. Auch diesen Punkt versteht von Ey ohnehin nicht. Während die Supermärkte voll sind und Menschen eng an eng durch die Regale schlendern und an der Kasse anstehen, sind die Einzelhandelsgeschäfte leer, müssen aber trotzdem immer wieder schließen. „Laut dem RKI gibt es im Einzelhandel nur ein sehr geringes Infektionsrisiko.“

Den Impfpass vorzeigen vor Betreten des Geschäfts – wer will denn schon, dass Fremde alle Impfungen sehen? – fragt sich von Ey. „Ich finde das auch anmaßend, das zu verlangen.“ Und wer will vorher jedes Mal, wenn er shoppen will, zu einer Schnellteststation gurken? Viel zu umständlich, den Kunden vergeht die Lust, fürchtet von Ey. Die neuen Regeln würden auch immer mehr Verunsicherung mit sich bringen und neue Fragen bei Kunden aufwerfen.

Udo von Ey: Öffnung unter diesen Regeln ist nicht wirtschaftlich

Die Läden würden letztlich nur für einen Bruchteil der Bevölkerung geöffnet. „Das ist überhaupt nicht wirtschaftlich.“ Ähnlich sieht er das bei Gastronomie-Betrieben, die ihre Mitarbeiter zurückholten, aber bei den Bestellungen der Lebensmittel gar nicht planen können, wie viele Kunden wohl kommen werden.

„Warum kommt diese Regelung jetzt in einer Zeit, in der wir gerade ein wenig Umsatz machen könnten?“ Für von Ey unterscheidet sich diese als Lockerung angepriesenen Regelung nicht von der Bundesnotbremse, die aber einer Inzidenz von 100 greift. „In der Praxis ist es für uns ein Lockdown.“ Er hofft, dass die Politik dieses Thema überdenkt. „Wir können auch ohne Zugangsbeschränkungen mit Hygienekonzept öffnen!“, plädiert er an das Land.

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