Ehrenamtspreis

Gifhorner des Jahres: Das Voting ist beendet

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Das sind die Kandidatinnen und Kandidaten zum „Gifhorner des Jahres“ 2022.

Das sind die Kandidatinnen und Kandidaten zum „Gifhorner des Jahres“ 2022.

Foto: Jürgen Runo

Gifhorn.  Bis zum 30. November konnten Sie mitbestimmen, wer Gifhornerin oder Gifhorner des Jahres wird. Diese fünf Kandidaten standen zur Wahl.

Wer wird Gifhornerin oder Gifhorner des Jahres? Bis einschließlich Mittwoch, 30. November, lief unsere Online-Abstimmung. Am Dienstag, 20. Dezember, wird der Ehrenamtspreis im Rittersaal verliehen.

Wir verlosen 5 mal 2 Karten für unsere Leserinnen und Leser. Mailen Sie an: redaktion.gifhorn@funkemedien.de.

Das sind die fünf Kandidaten für den Ehrenamtspreis Gifhornerin oder Gifhorner des Jahres 2022:

Willi Heiland aus Ribbesbüttel:Die ersten Bilder vom Krieg in seinem Heimatland Ukraine waren für Willi Heiland aus Ribbesbüttel nur schwer zu ertragen. Er rief zusammen mit seiner Frau Chantal und Bruder Mirko bei Facebook zu Spenden auf und initiierte damit eine Welle von Hilfstransporten aus dem Landkreis Gifhorn ins Krisengebiet.

Durch Telefonate mit der Verwandtschaft vor Ort wussten die beiden Brüder, woran es im kriegsgebeutelten Land mangelte: Medikamente, Schlafsäcke, Isomatten und haltbare Nahrung. Kaum hatte Heiland auf Facebook verkündet, dass er einen Hilfstransport plane, da verselbstständigte sich das Projekt. Ganze Konvois starteten voller Kartons gen Osten und kamen mit Flüchtlingen zurück. Viermal ist Willi Heiland selbst in die Ukraine gefahren, sein Vater Frank (60) achtmal. Innerhalb der Frühjahrsmonate hat Heiland 20.000 Kilometer mit Hilfsgütern zurückgelegt.

Tina Krahmann-Meinecke aus Adenbüttelsagt: „Das Tal darf nicht vergessen werden!“ Und damit meint sie das Ahrtal, dass Mitte Juli 2021 in Wasserfluten versank. Als Helferin des Katastrophenschutzes war sie dort im Einsatz und sah das Leid der Opfer. Seitdem sammelt sie privat Spenden, fährt regelmäßig mit ihrem Transporter dorthin und hilft den Flutopfern bei bürokratischen Hürden, bei Ärger mit Versicherungen, vermittelt Kontakte und hört ihnen zu. Sie hilft – rein aus Überzeugung.

Einen VW-Transporter und einen Anhänger hat sie von Sponsoren gestellt bekommen. „Damit bringe ich nicht nur Hilfsgüter in das betroffene Gebiet in Rheinland-Pfalz, sondern helfe vor Ort auch bei Umzügen.“ Gefragt sind haltbare Lebensmittel, Hygieneartikel und vor allem Medikamente. Sie opfert ihre Urlaubs- und Feiertage für die Fahrten über jeweils 900 bis 1200 Kilometer nach Metzdorf hinter Trier, Erftstadt, Sinzig und Bad Neuenahr-Ahrweiler.

Aziz-Can Özcan aus Hillerse: Er lässt den Fußball gerne rollen. Und damit dies möglichst reibungslos geschieht, engagiert er sich seit vielen Jahren in diversen Funktionen beim Jugendförderverein (JFV) Kickers, aber auch beim TSV Hillerse.

„Ich gebe das wieder zurück, was ich selbst als Kind bekommen habe, ich bin von Haus aus sozial eingestellt“, begründet Özcan sein außerordentlich großes Engagement. Geboren in Istanbul, lebt er seit 40 Jahren in Volkse und ist seit 1999 Mitglied im TSV Hillerse. 2010 gründete er den ersten JFV im Landkreis Gifhorn mit und ist seitdem Vorsitzender. Erst im vergangenen Jahr schloss sich die SV Meinersen der Kooperationsgemeinschaft mit dem Fußball-Nachwuchs vom TSV Hillerse, SV Leiferde und SV Volkse-Dalldorf an. Nunmehr verfügen die Kickers über 16 Teams von der G- bis zur A-Jugend, je ein Mädchen-Team in der C- und B-Jugend sowie rund 50 Paar helfende Hände rund um die Mannschaften. Fußball ist also sein Leben, mindestens aber für gut 100 Stunden im Monat.

Ulf Neumann aus Meinersen: Zusammen mit Foodsharing-Botschafterin Imke Schamscha und Thilo Gruda rief der 68-Jährige das Projekt „fairSpeisen“ ins Leben.

So soll über das Thema Nachhaltigkeit eine Brücke geschlagen werden zu konkreter Hilfe für benachteiligte Menschen. Ehrenamtliche Kräfte der Organisation Foodsharing sammeln bei Supermärkten, Bäckern und Landwirten Lebensmittel ein, die nicht mehr verkauft werden können. Kurz: Lebensmittel, die davor bewahrt werden, auf dem Müll zu landen. Ob Gemüse oder Obst, Backwaren oder Konserven – die Lebensmittel werden beim Meinerser Verein Aktiv für Menschen angenommen, sortiert und über ehrenamtliche Paten verteilt an rund 100 Familien, Alleinerziehende, Rentner und Geflüchtete. Das Projekt „fairSpeisen“ passt perfekt ins Konzept des Vereins, der aus der Flüchtlingshilfe hervorgegangen ist und im Uhlenkamp 4 auch ein Repair-Café und das Bekleidungsangebot „KleidDichEin“ betreibt.

Dominik Ruder aus Gifhorn: Im April 2021 gründete er den Verein Queeres Netzwerk Gifhorn – und ist seitdem dessen Leiter. Ein großer Traum ist für den 25-Jährigen bereits in Erfüllung gegangen.

Seit diesem Jahr hat der Verein einen festen Anlaufpunkt: Das Spektrum in der Torstraße 16. Hier wird gekickert, gemalt und gezeichnet, Karten gespielt, gezockt und gekocht. Bei der Vereinsgründung waren es 12 Mitglieder, inzwischen sind es um die 80 – aktive wie fördernde. Und es haben sich diverse weitere Gruppen gebildet: Queer Adults (Erwachsene), Queer Spirits, in der sich Menschen über ihre sexuelle und geschlechtliche Identität austauschen können, was sonst aufgrund ihres Glaubens als Tabuthema gilt, Queer Parents (Eltern), Trans-Füchse für Trans-Jugendliche, Trans Adults, Gender Free (für Personen, die Geschlecht als breites Spektrum begreifen) oder Queer Education.

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