Bundeswehr verlässt den Kreis Gifhorn

Ehra-Lessien  Der Truppenübungsplatz Ehra-Lessien wurde am Mittwoch offiziell geschlossen – der letzte verbliebene Standort der Streitkräfte in der Region.

Für die Soldaten hieß es ein letztes Mal: Antreten zum Appell.

Für die Soldaten hieß es ein letztes Mal: Antreten zum Appell.

Foto: Westermann

Wo früher Bomben flogen, herrscht bald Stille. Es ist das Ende für die Bundeswehr – nicht nur im Kreis Gifhorn. Die Kasernen in Wesendorf und Dedelstorf sind seit Jahren zu – am Mittwoch wurde mit dem Truppenübungsplatz Ehra-Lessien auch der letzte verbleibende Standort der Streitkräfte in der Region geschlossen. 300 Gäste aus Politik, Militär, Feuerwehr und umliegenden Gemeinden kamen zur Außerdienststellung, bei der die Bundeswehr-Angehörigen ein letztes Mal antraten.

Offiziell tritt die Schließung zwar erst zum Jahresende in Kraft. Doch schon in der kommenden Woche fällt der letzte Schuss auf dem Platz, der zuletzt primär der Ausbildung von Feldjägern diente.

Ab Juli beginnt dann das große Aufräumen auf dem 1650-Hektar-Areal: Oberflächlich wird nach Blindgängern gesucht, anschließend werden die verbleibenden Hartziele abgebaut. Ab Januar ist dann die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben verantwortlich.

Acht Soldaten und rund 80 Zivilangestellte, darunter die mehr als 20 Mitglieder der Platzfeuerwehr, sind von der Schließung betroffen. Einige der Soldaten wurden bereits versetzt, schildert Platz-Kommandant Hauptmann Stefan Büggener. Für fast alle Zivilangestellten sei eine Lösung gefunden – entweder der Ruhestand oder eine neue Stelle.

Die Probleme bleiben jedoch: Zwar scheine die Nachnutzung „weitgehend geregelt“, sagte Oberst Gerd Ahrens aus Bergen am Mittwoch. Bestätigt ist aber bislang nur das grundsätzliche Interesse von VW. Anlass zu Diskussionen bieten etwa Fragen der Altlasten-Entsorgung oder der Brandschutz in dem Gebiet nach dem Abzug.

Kommentar-Profil anlegen
*Pflichtfelder
Leserkommentare (7)