Einsatz im Harz

Großbrand im Südharz: Feuer zerstört Schwimmbad in Wieda

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Aus ungeklärten Gründen ist im ehemaligen Schwimmbad in Wieda am Dienstag ein Feuer ausgebrochen. Die Feuerwehr war mit einem Großaufgebot zum Löschen vor Ort. 

Aus ungeklärten Gründen ist im ehemaligen Schwimmbad in Wieda am Dienstag ein Feuer ausgebrochen. Die Feuerwehr war mit einem Großaufgebot zum Löschen vor Ort. 

Foto: Feuerwehr Wieda / Feuerwehr

Wieda  Ein Großaufgebot von Feuerwehr und Polizei war seit der Nacht zum 26. Juli in Wieda bei Bad Sachsa im Einsatz. Ein Feuerwehrmann wurde verletzt.

Das ehemalige Schwimm- und Freibad in Wieda ist zerstört, ein Großbrand ist in dem Gebäudekomplex in der Nacht zum Dienstag aus bislang unbekannten Gründen ausgebrochen und beschäftigt seither ein Großaufgebot von Feuerwehr, Rettungsdienst und Polizei. Ein Mensch ist verletzt worden.

Aktuell:

Um 1.20 Uhr rüttelten Sirenen in der gesamten Gemeinde Walkenried die Menschen mehrfach aus dem Schlaf, Anwohner hatten zuvor den Brand gemeldet. Aufgrund der Lage wurden neben den Einsatzkräften aus Walkenried, Wieda und Zorge parallel auch die Wehren der Stadt Bad Sachsa alarmiert.

Altes Freibad Wieda: Feuer droht auf Wald überzugreifen

„Als die ersten Einsatzkräfte eintrafen, standen die ehemaligen Umkleideräume bereits komplett in Flammen“, erklärt Gemeindebrandmeister Tobias Mielke gegenüber unserer Zeitung. Vor Ort galt es für die ersten Retter erst einmal, ein Übergreifen der Flammen auf den direkt an das Schwimmbad angrenzenden Wald und andere Bereiche zu verhindern, was auch gelang.

Die weiteren eintreffenden Wehren bauten dann eine Wasserversorgung auf. Und das war nicht einfach – vom Grundstück in der Straße Silberbach musste bis hin zum Fluss Wieda die Leitung den Käseberg hinab gelegt werden, um das Wasser dann wieder mehrere hundert Meter hinauf zu pumpen.

Zur weiteren Unterstützung trafen dann noch Kräfte der Feuerwehrtechnischen Zentrale aus Osterode-Katzenstein ein, am Ende waren es knapp 80 Feuerwehrmitglieder. Auch der Rettungsdienst war vor Ort, darunter der Rettungswagen (RTW) der ASB-Rettungswache aus Bad Sachsa, das Notarztfahrzeug des ASB aus Barbis sowie das DRK Bad Lauterberg mit seinem Einsatzleitwagen. Die Kräfte unterstützten die örtliche Einsatzleitung Rettungsdienst bei der Einsatzdokumentation.

Bis um 10 Uhr sicherte der noch den Einsatz ab. Ferner waren in der Spitze noch zehn Beamten der Polizei sowie Mitarbeiter des Energieversorgers Harz Energie vor Ort.

Brand bei Bad Sachsa: Flammen schlagen aus den Trümmern

Die Gründe für den Ausbruch des Feuers sind noch unbekannt, die Polizei hat mit den Ermittlungen zur Ursache begonnen und den Brandort auch beschlagnahmt. Auch die Schadenshöhe ist aktuell noch ungekannt.

Parallel hatte ein Fachunternehmen begonnen, mit einem Bagger Teile des zerstören Hauptgebäudes einzureißen, um weiter in Richtung des Traktes um das Hallenbad zu gelangen, wo im Dachstuhl noch Feuer gelöscht werden mussten.

Aber auch aus den abgerissenen Trümmern schlagen immer wieder Flammen hoch, der Einsatz der Feuerwehr dürfte sich also noch einige Zeit hinziehen.

Ein Teil der Kräfte konnte nach einer langen und arbeitsreichen Nacht in den Morgenstunden wieder in die Depots zurückgeschickt werden. „Aber auch dann zieht sich der Einsatz noch, gilt es doch die Autos vom Ruß zu befreien, die Schutzausrüstung zu überprüfen und weitere Maßnahmen vorzunehmen“, erklärt Walkenrieds Ortsbrandmeister Sebastian Herzberg.

Für die Einsatzkräfte vor Ort hatte die Wehr auch einen Versorgungsstand für die Einsatzkräfte eingerichtet. Bereits um 5.30 Uhr hatte hier die Schlachterei Buchholz aus Wieda Verpflegung für die Retter geliefert.

Feuerwehrmann von Gebäudeteil getroffen und verletzt

Während der Löscharbeiten war ein Feuerwehrmann vermutlich von einem herabfallenden Gebäudeteil getroffen und leicht verletzt worden. Das berichtet die Polizei in einer Mitteilung.

Er wurde vor Ort medizinisch versorgt.

Brandgase sorgen für Geruchsbelästigung im Südharz

Im Zuge der Löscharbeiten löste am frühen Morgen gegen 6.30 Uhr auch die Warn-App Katwarn aus. Aufgrund des Feuers wurden Brandgase freigesetzt, weshalb es zu Geruchsbelästigungen und Sichtbehinderungen kam.

Anwohner wurden gebeten, ihre Fenster und Türen zu schließen und Lüftungs- und Klimaanlagen abzuschalten. Die Meldung ging auch durchs Radio, konnte aber gegen 10 Uhr wieder aufgehoben werden.

Feuerwehr auch am Tage noch im Einsatz

Wie lang der Einsatz der Feuerwehr noch dauern wird, war am frühen Dienstagnachmittag noch ungewiss. Erst gegen 17 Uhr rückte die Feuerwehr dann vom Einsatzort ab und übergab die Brandstelle der Polizei.

Am Abend erfolgte dann noch eine Brandschau.

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