Propst-Kandidatin für Helmstedt stellt sich vor

Helmstedt.  Kirche ist Lebensbegleitung, sie sollte den Bedürfnissen der Menschen nachspüren, sagt Katja Witte-Knoblauch. Sie möchte Pröpstin werden.

Die Vorsitzende der Propsteisynode Helmstedt, Ute Werthmann-Waldow, die Kandidatin für die Propst-Stelle, Katja Witte-Knoblauch, und Pfarrer Frank Barche, der die pröpstlichen Aufgaben in der einjährigen Vakanzzeit wahrgenommen hat (von links).

Die Vorsitzende der Propsteisynode Helmstedt, Ute Werthmann-Waldow, die Kandidatin für die Propst-Stelle, Katja Witte-Knoblauch, und Pfarrer Frank Barche, der die pröpstlichen Aufgaben in der einjährigen Vakanzzeit wahrgenommen hat (von links).

Foto: Michael Strohmann

Kirche ist Lebensbegleitung, sie sollte den Bedürfnissen der Menschen nachspüren, sagt Katja Witte-Knoblauch. Sie möchte Pröpstin in Helmstedt werden. Die 43-Jährige, derzeit noch Dompfarrerin in Braunschweig, ist die einzige Kandidatin für die Wiederbesetzung der seit einem Jahr vakanten Propst-Stelle.

Die Aufgaben in der Propstei Helmstedt wären andere als in der Großstadt Braunschweig und genau das reize sie, erklärte Witte-Knoblauch am Donnerstag bei einem Pressegespräch im Propsteibüro. „All diese Dörfer, die noch über eine Kirche verfügen, was machen wir daraus?“, sagte die Kandidatin mit Blick auf die Umbruchsituation und die Schrumpfungsprozesse, mit denen die Braunschweigische Landeskirche und die Kirche allgemein nicht erst seit gestern konfrontiert ist.

Schritt für Schritt habe sie sich Helmstedt angenähert, als festgestanden habe, dass sie sich um die Stelle als Pröpstin bewirbt. „Helmstedt hat solch eine reiche Geschichte, auch theologisch gesehen“, meint die Dompfarrerin, die aus dem Oldenburgischen stammt und schon viele berufliche Stationen durchlaufen hat, einschließlich einer Ausbildung zur Bankkauffrau. Helmstedt, so ihr erster Eindruck, werde zu stark reduziert auf die Phase als Grenzübergang am Eisernen Vorhang. „Ich bin gespannt auf die spezifischen Bedürfnisse der Menschen in der Propstei Helmstedt mit ihren ganz unterschiedlichen Teilgebieten und auch darauf, konzeptionelle Antworten zu entwickeln“, erklärte Katja Witte-Knoblauch.

Ihr erstes Jahr als Pröpstin würde im Zeichen des aufmerksamen Zuhörens und Kennenlernens stehen. „Wo Wertschätzung geschieht, passieren zumeist gute Dinge“, berichtet die 43-Jährige über ihre beruflichen und zwischenmenschlichen Erfahrungen und sie bezieht das sowohl auf den Umgang mit den Mitbürgern wie auch mit den Mitarbeitern und Mitstreitern innerhalb der Kirche. „Man muss in einem Team nicht immer einer Meinung sein, aber man muss sich respektieren, denn jeder hat etwas beizutragen“, warf die Dompfarrerin einen Blick nach vorne.

„Kirche ist keineswegs tot“, betont die 43-Jährige und bemängelt, dass sie sich selber schlecht rede mit regelmäßigen Klagen darüber, dass sich angeblich niemand mehr engagieren wolle. „Wir müssen allerdings raus in die Gesellschaft gehen und unser Tun den Bedürfnissen der Menschen anpassen.“ Dabei könne es sinnvoll sein, sich Partner zu suchen und Koalitionen zu schmieden. Trotz der Klagen auch über häufig leere Sitzbänke in den Kirchen stellt die Propstkandidatin klar: „Den klassischen Gottesdienst am Sonntag um 10 Uhr würde ich niemals aufgeben wollen.“

Zu einem Vorstellungs-Gottesdienst kommt die 43-Jährige am Sonntag, 20. Oktober, um 15 Uhr in die Stephani-Kirche. Sie wünscht sich, an diesem Tag so vielen Helmstedtern wie möglich zu begegnen. Die Wahlsynode entscheidet am 29. Oktober über die Bewerbung von Witte-Knoblauch. Im Falle der Wahl wäre ihr Arbeitsbeginn in Helmstedt voraussichtlich am 1. Februar 2020. Sie wäre dann mit einer halben Stelle seelsorgerisch tätig für die Georg-Calixt-Gemeinde.

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