Tödlicher Badeunfall: Wolfsburger konnte nicht schwimmen

Velpke.  Das Betreten des Geländes ist eigentlich verboten – aber nur halb, denn es gibt zwei Eigentümer. Nun soll es Konsequenzen geben.

Hinweisschilder warnen vor der Lebensgefahr für den, wer den Steinbruch verbotenerweise betritt. Diese Schilder hängen am Rad- und Wanderweg zwischen Velpke nach Neuhaus, bis etwa 40 Meter vor dem Abzweig nach Klein Twülpstedt. Danach gibt es keine Hinweise mehr. Pfade zeigen, wo die Menschen sich Zutritt zum Gelände verschaffen.

Hinweisschilder warnen vor der Lebensgefahr für den, wer den Steinbruch verbotenerweise betritt. Diese Schilder hängen am Rad- und Wanderweg zwischen Velpke nach Neuhaus, bis etwa 40 Meter vor dem Abzweig nach Klein Twülpstedt. Danach gibt es keine Hinweise mehr. Pfade zeigen, wo die Menschen sich Zutritt zum Gelände verschaffen.

Foto: Erik Beyen

Nach dem tödlichen Badeunfall, der sich am Sonntagnachmittag im Velpker Steinbruch Körnerbruch ereignete, hat sich herausgestellt, dass das Opfer, ein 21 Jahre alter Wolfsburger, nicht schwimmen konnte.

Der Mann war beim Baden auf einem Steinplateau im Kiesteich abgerutscht, in tiefes Wasser geglitten und dabei ertrunken. Die Polizei betont, dass es sich bei dem Steinbruch im Kreis Helmstedt um Privatgelände handelt. Zahlreiche Schilder weisen auf das Betretungsverbot und Lebensgefahr hin.

Das Problem an der Unglücksstelle: Uneinheitliche Hausrechtverhältnisse

Der tragische Badeunfall im See des ehemaligen Körner-Steinbruchs bei Velpke hat womöglich unmittelbare Konsequenzen. Das Hausrecht soll einheitlich für das gesamte Areal gelten. Das erklärten Polizeihauptkommissar Frank Kuwert-Behrenz von der Polizei in Velpke und Andreas Baderschneider von den Niedersächsischen Landesforsten.

Die genaue Ausgestaltung müsse noch geklärt werden, so Baderschneider, aber: „Wir sprechen hier von einer wünschenswerten Intention“, schränkt der Hauptkommissar ein. Am Sonntag war ein 21 Jahre alter Wolfsburger beim Baden in dem Steinbruchsee ums Leben gekommen.

Das Gelände des alten Steinbruchs bei Velpke gehört zwei Eigentümern

Das Gelände des Steinbruchs gehört laut Kuwert-Behrenz gleich zwei Eigentümern: Werkshalle mit weiteren Gebäuden und Vorplatz sowie ein Teil der Sees, also der Abbaugrube, befinden sich im Eigentum der GP Günter Papenburg AG mit Sitz in Hannover.

„Wer diesen Bereich betritt, begeht Hausfriedensbruch“, so der Polizeihauptkommissar. Ein Tor an der Zufahrt und ein Zaun machen deutlich: Betreten unerwünscht. Auch Schilder warnen: „Betreten des Steinbruchs verboten, Lebensgefahr.“

Das Gebiet der Landesforsten darf betreten werden

Das jedoch gilt wohl nicht für den hinteren Bereich abseits des direkten Werksgeländes und der Gebäude. Dieser Bereich gehört den Niedersächsischen Landesforsten. „Das Betreten der Landschaft ist zunächst mal jedem gestattet“, so Andreas Baderschneider vom Forstamt Wolfenbüttel.

Der Bereich sei aus geologischer Sicht interessant, zum Baden aber denkbar ungeeignet, ergänzt er. Warnschilder stehen entlang des Rad- und Wanderweges von Velpke nach Neuhaus bis etwa 40 Meter vor dem Abzweig nach Klein Twülpstedt. Von Eigentum ist nichts zu lesen.

Künftig soll der gesamte Bereich als Privatgelände gelten

Für die Polizei sind die unterschiedlichen Eigentumsverhältnisse ein Problem. „Wenn, dann lieber gar nicht“, bringt es Frank Kuwert-Behrenz auf den Punkt und meint damit die Zutrittsbefugnis. Genau so könnte es nun kommen: Künftig solle nach derzeitigem Stand der gesamte Bereich als Privatgeländen gelten, so der Hauptkommissar. Entsprechende Hinweisschilder würden übrigens ausreichen.

Für die Ordnungshüter wäre diese Regelung eine Erleichterung, denn: In und rund um die alten Gebäude werde regelmäßig Schindluder getrieben, so der Polizist. „Natürlich sind wir so gut es geht präsent“, erklärt er und nimmt in Zeiten von Corona eine Entwicklung wahr: „Ich habe das Gefühl, dass die Naturschönheiten rund um Wolfsburg durch das restriktive Vorgehen der Behörden im Allerpark an Attraktivität gewonnen haben.“ Will heißen: Es zieht mehr Menschen auch an die Teiche und Seen der Velpker Schweiz.

Der junge Wolfsburger konnte offenbar nicht schwimmen und war auf einem Fels im Wasser ausgerutscht

Unterdessen hat die Polizei den Tod des jungen Wolfsburgers wohl aufgeklärt. Laut Pressesprecher Thomas Figge ist er auf einem Felsplateau im Wasser ausgerutscht und in tiefere Bereiche geraten. Der 21-Jährige habe nicht schwimmen können. Reanimationsversuche durch die Retter waren fehlgeschlagen. Der Mann starb am frühen Sonntagabend im Wolfsburger Klinikum.

Kuwert-Behrenz weist auf die enormen Gefahren im betroffenen Gewässer hin: „Verschiedene Wasserschichten mit unterschiedlichen Temperaturen, ein hoher Schwefelanteil im Wasser, Felsplateaus und Untiefen sind besonders für Nichtschwimmer lebensgefährlich.“