Einheitsgemeinde Velpke: Groß Twülpstedt wackelt

Groß Twülpstedt.  Die Politik in Groß Twülpstedrt ist unentschlossen, ob eine Einheitsgemeinde Velpke gut wäre. Die Grünen wollen die größere Einheit.

Der Samtgemeinderat Velpke bei einer Sitzung im Dorfgemeinschaftshaus Rümmer: Ob die Samtgemeinde Velpke eine Einheitsgemeinde werden soll, darüber herrscht im Groß Twülpstedter Rat noch Dissens.

Der Samtgemeinderat Velpke bei einer Sitzung im Dorfgemeinschaftshaus Rümmer: Ob die Samtgemeinde Velpke eine Einheitsgemeinde werden soll, darüber herrscht im Groß Twülpstedter Rat noch Dissens.

Foto: Erik Beyen

Eine Einheitsgemeinde sind sie in Groß Twülpstedt schon lange. „Es ist nicht leicht, den Menschen in allen sieben Ortschaften hier gerecht zu werden“, sagte Bürgermeisterin Heike Teuber (CDU) in einem Telefonat. Da ging es um die Pläne von Velpkes Samtgemeindebürgermeister, eine Einheitsgemeinde Velpke zu bilden. Es stellt sich heraus, dass die Skepsis wohl überwiegt, wenngleich „... es dazu auch innerhalb der Fraktionen sehr unterschiedliche Meinungen gibt“, wie Teuber erklärte.

Kleine Orte könnten den großen hinterherhinken

„Es sind nicht alle Argumente von der Hand zu weisen, allerdings bin ich mir nicht sicher, ob die kleineren Ortschaften am Ende nicht den großen hinterherhinken“, gab die erste Frau in Groß Twülpstedt zu bedenken. Man unterhalte in Groß Twülpstedt vier Sportplätze. „Sind wir sicher, dass sich die Einheitsgemeinde Velpke diese vier auch leisten will?“ Man sei vor Ort sehr dicht an den Menschen dran, tue etwas für die Vereine. „Ich denke, der Föderalismus hat uns geholfen, die Dinge differenziert zu betrachten und zu handeln“, so Heike Teuber. Auch den Zeitpunkt findet sie unglücklich: „Das ist eine Sache, die weit in die nächste Legislatur reicht. Eigentlich machen wir ab einem gewissen Zeitpunkt keine Vorgaben mehr.“

Einzelne Ortschaften nicht mehr politisch vertreten

Manuel Skokalski (SPD) hält eine Einheitsgemeinde grundsätzlich für richtig, weil vieles vereinfacht werde, aber: „Gegen die Einheitsgemeinde spricht etwa, dass die einzelnen Gemeinden und die Ortsteile nicht mehr politisch vertreten sein könnten“, führte er am Telefon aus. Ganz abgesehen davon würde man jetzt nur Verhandlungen beschließen und nichts Festes. „Ich bin da noch unentschlossen“, zog er sein Fazit.

Ganz anders Barbara Hansmann von den Grünen: „Das Thema hatten wir vor ein oder zwei Jahren schon. Wir sehen das recht positiv. Die Kleinteiligkeit, geringe Einwohnerzahlen in den einzelnen Gemeinden, schafft kein größeres Einheitsbild, was wir gern hätten“, erklärte sie. In einer Einheitsgemeinde ließe sich besser überschauen, was wo fehlt oder erneuert wird etwa. „Natürlich betrachten wir dies auch klimatechnisch mit Blick auf die Schulen und Kitas. Wir wollen Velpke als Einheit sehen.“ Dass die kleineren Ortschaften letztlich hinten anstehen müssten, glaubt Hansmann indes nicht. „Es gibt ja die Möglichkeit, Ortschaftsräte einzurichten. Die Demokratie geht mit einer Einheitsgemeinde nicht verloren“, glaubt sie. Man sei aber noch in der Beratung und binde in diese auch die Bürgervertreter ein.

Gemeinde würde Souveränität aufgeben

In der Brust des Parteilosen Rolf Senger schlagen zwei Herzen. Auf der einen Seite verstehe er die Verwaltung gut, wenn es um die Reduzierung von Aufwand geht, etwa bei der Erstellung von Haushalten. Auf der anderen Seite aber warnt er vor einer Abgabe der Souveränität der Gemeinden in ihren Entscheidungen und nennt ein Beispiel: „Wenn wir eine Einheitsgemeinde hätten, bekäme Danndorf sicher keinen Einkaufsmarkt.“ Velpke sei das Grundzentrum. Man müsse noch viele Informationen sammeln. Eine Arbeitsgruppe begrüßt Senger. Dort sollte sich möglichst herausstellen, welche Aspekte nun überwiegen, um eine Entscheidung treffen zu können.

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