Drei Anklagen wegen Mordes nach Tod von junger Schöningerin

Verden.  Der Fall Andrea K. sorgt bundesweit für Aufsehen: Die junge Frau wurde lebend in der Weser ertränkt. Jetzt hat die Staatsanwaltschaft Klage erhoben.

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Die Weser bei Balge im Kreis Nienburg – an dieser Stelle wurde Ende April die Leiche einer 19-Jährigen entdeckt, die mit einer Steinplatte am Körper lebend ertränkt worden war. (Archivbild)

Die Weser bei Balge im Kreis Nienburg – an dieser Stelle wurde Ende April die Leiche einer 19-Jährigen entdeckt, die mit einer Steinplatte am Körper lebend ertränkt worden war. (Archivbild)

Foto: dpa

Nach dem Tod einer jungen Frau in der Weser im Kreis Nienburg hat die Staatsanwaltschaft Verden Anklage gegen zwei Männer und eine Frau wegen Mordes und Zwangsprostitution erhoben. Die 19-Jährige, die in Schöningen aufgewachsen ist, war mit einer Betonplatte beschwert lebend ertränkt und ihre Leiche Ende April aus dem Schleusenkanal bei Balge (Kreis Nienburg) geborgen worden. Die drei Angeschuldigten seien in Untersuchungshaft, teilte die Staatsanwaltschaft am Dienstag mit.

Die 40 und 53 Jahre alten Männer und die 39-jährige Frau aus Nienburg sollen die psychisch sehr instabile 19-Jährige zunächst zur Prostitution veranlasst und später eingesperrt haben. Um diese Straftaten zu verdecken, sollen sie die Frau in der Nacht vom 8. auf den 9. April dieses Jahres getötet haben. Laut Obduktion ertrank sie in der Weser. Ein Binnenschiffer hatte den Leichnam entdeckt.

Zwei Männer sind zudem wegen Zwangsprostitution angeklagt

Bei dem Verbrechen ermittelte die Polizei zunächst auch gegen zwei 21 und 26 Jahre alte Männer. Bei ihnen gehen die Behörden inzwischen davon aus, dass sie nicht an der Tötung der 19-Jährigen beteiligt waren. Allerdings seien sie gesondert wegen Zwangsprostitution angeklagt worden. In dem Fall hatte die Staatsanwaltschaft eine Belohnung von 5000 Euro für Hinweise zur Ergreifung der Täter ausgesetzt.

Das brutale Vorgehen der Täter hatte bundesweit Aufsehen hervorgerufen. Vor allem in ihrem Heimatort Schöningen, wo Andrea K. von 2010 bis 2016 die Hauptschule besucht hat, war die Betroffenheit groß. „Sie hatte Potenzial“, sagt die Schulleiterin im Rahmen einer Reportage über diesen Fall gegenüber unserer Zeitung. Doch aus dem Umfeld war auch zu hören, dass es immer wieder Brüche in ihrem Leben gab. Es endete im April auf so dramatische Weise. Begraben wurde sie im Juli auf dem städtischen Friedhof in Helmstedt.

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