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Meine Herren!

Kinder, wie die Zeit vergeht

„Heute rauscht der Tag oft im Affenzahn an mir vorbei – und plötzlich ist es immer 23 Uhr – mindestens.“

Ein sonniger Maitag meiner Kindheit: Ich komme gegen Mittag aus der Schule, schnabuliere was Leckeres, verbringe Stunden im Freibad oder auf dem Rücken eines Voltigiergauls, mache Hausaufgaben, gehe zum Spielen in den Hof, ein bisschen Fernsehen, ab in die Wanne, noch ein Spielchen oder ein Buch… Und am Ende ist es immer 20 Uhr. Heute rauscht der Tag oft im Affenzahn an mir vorbei – und plötzlich ist es immer 23 Uhr – mindestens. Verrückt! Ich habe mal gelesen, dass die Zeit schon ab Anfang 30 schneller zu fliegen scheint. Schuld sind die Routinen des Alltags, sagen Zeitforscher. Weil du als Kind viele Dinge zum ersten Mal erlebst, nimmst du sie intensiver wahr. Je mehr Gewohnheit sich aber einschleicht, desto weniger Überraschungen erlebst du. Im Rückblick rekonstruieren wir Zeitspannen wohl auf Grundlage genau dieser Überraschungen – wenn es sie denn gibt. Und wenn nicht, sollten wir dringend dafür sorgen – am besten für die, der positiven Art. Interessant ist auch der unterschiedliche Umgang mit Zeit von Männern und Frauen. Eigene Umfragen ergaben, dass Madame oft mehr Wert auf Pünktlichkeit legt. Ja, ja, es gibt natürlich auch saumselige Frauen. Egal! Ich finde, chronisches Zuspätkommen ist eine echt doofe Angewohnheit, weil sie unverschämt zum Ausdruck bringt, dass alles andere wichtiger ist.

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