Leslie Clio freut sich auf Wolfenbüttels Summertime-Festival

Wolfenbüttel.   Am 15. Juni steigt das Summertime-Festival im romantischen Seeligerpark mit frischer, junger Popmusik. Leslie Clio ist eine der Zugnummern.

Die Berliner Soulpop-Sängerin Leslie Clio tritt Samstagabend auf der Hauptbühne im Seeligerpark auf.

Die Berliner Soulpop-Sängerin Leslie Clio tritt Samstagabend auf der Hauptbühne im Seeligerpark auf.

Foto: Britta Pedersen / picture alliance / dpa

Seit einigen Jahren hat sich das Summertime-Festival im Seeligerpark mitten in Wolfenbüttel zu einem stimmungsvollen Open Air gemausert. Veranstaltet von der Stadtjugendpflege, wird es von zahlreichen ehrenamtlichen Helfern getragen, die den Park romantisch illuminieren und für eine entspannte, freundlich-familiäre Atmosphäre sorgen. Musikalisch liegt der Fokus auf frischer, unabhängiger Musik zwischen Indie-Pop, Punk und Elektro.

Größter Name in diesem Jahr ist die Berliner Soulpop-Sängerin Leslie Clio („I Couldn’t Care Less“). Im vergangenen Jahr wurde sie einem großen Publikum durch ihre Teilnahme an der populären TV-Show „Sing meinen Song“ bekannt. Vorab beantwortete sie Fragen unserer Zeitung.

Treten Sie gerne open air auf?

Auf jeden Fall. Ich bin ein riesen Open-Air-Fan. Ein Sommer ohne Open-Air-Auftritte wäre kein richtiger Sommer. Da herrscht eine ganz andere Atmosphäre als in Clubs, man legt nicht so viel Wert aufs Bühnenbild und das Licht, mehr auf große, mitsingbare Arrangements, auf sommerliche Stimmung.

Singen Sie dann andere Titel als in Clubs?

Teils ja. Ich lege mehr Wert auf Bass, darauf, dass es weit schallt.

Sie treten auch oft vor Fernsehkameras auf. Wie ist es, vor denen zu singen, etwa bei „Sing meinen Song“ im vergangenen Jahr?

Ach, die Kamera liebt mich. Nein, im Ernst: Ich bin in Hamburg aufgewachsen und habe schon als Kind Komparsenjobs beim Fernsehen bekommen. Ich liebe Fernsehstudios, und ich wünschte mir, dass sich da in Zukunft noch mehr ergibt. Es ist eine andere Arbeit, als auf der Bühne zu singen, eine wunderbare Abwechslung. Das gilt auch für „Sing meinen Song“. Da stand für mich allerdings die Herausforderung zu covern im Vordergrund: sich in andere Songs hineinzufuchsen, ihre Essenz herauszuarbeiten. Das ist eine tolle, kreative Aufgabe. Es hat so viel Spaß gemacht, dass ich dann noch eine Cover-EP aufgenommen habe, „Repeat“, die diesen Freitag herauskommen wird.

Macht es mehr Spaß zu covern oder gecovert zu werden?

Es ist erstmal ein großes Kompliment, gecovert zu werden. Es bedeutet ja, dass meine Lieder andere Menschen berühren, und darum geht es letztlich beim Musikmachen. Wenn meine Musik weit reist, viele Leute erreicht, wenn Menschen damit leben und aufwachsen, wenn sie ein Soundtrack für ihre Erfahrungen wird, finde ich das natürlich schön. Selber zu covern ist eine ganz andere Sache – aber wie gesagt, auch das macht mir viel Spaß.

Ihr letztes Album „Purple“ ist zwei Jahre alt. Arbeiten Sie bereits wieder an neuen Songs?

Ja, ich bin seit Februar dabei. Im vergangenen Jahr war ich erst mit „Sing meinen Song“ beschäftigt. Im August bin ich dann für die Cover-EP ins Studio gegangen, und ich habe ein Label für Handyketten auf den Markt gebracht, mit denen man das Smartphone wie eine Umhängetasche tragen kann. Ich habe also eine Pause gemacht, was eigene Songs betrifft. Und das war gut, denn um so klarer ist meine Vision jetzt. Seit vier Monaten bin ich am Schreiben, und nächstes Jahr wird es eine neue Platte geben.

Schreiben Sie Ihre Songs alleine oder arbeiten Sie gerne mit Songschreibern zusammen?

Ich schreibe gerne mit anderen zusammen. Ich finde die Vorstellung merkwürdig, dass man unbedingt alleine vor sich hinarbeiten sollte. Musik ist generell etwas sehr Gemeinschaftliches und Soziales. Wenn man ein Buch schreibt, ist das vielleicht ein eher isolierender Beruf. Aber im Studio alleine zu werkeln, macht wenig Spaß und Sinn. Austausch ist einfach wichtig. Ich komme meistens mit einer klaren Vision an, wie meine Sachen klingen sollen, mit Melodien oder einer Schlagzeile wie „I couldn’t care less“, und dann entwickelt man das zusammen weiter. Es ist ein fruchtbarer Dialog.

Werden Sie weiter auf Englisch singen und texten?

Erstmal ja.

Sie sind schon zusammen mit Bosse aufgetreten. Wie kam es dazu?

Bosse war mit meinem damaligen Manager befreundet. Als ich bei Universal unterschrieben hatte und wir nach Möglichkeiten geschaut haben, im Vorprogramm etablierter Musiker aufzutreten und Live-Erfahrungen zu sammeln, hat Bosse mich 2013 gleich eingeladen, ihn zu supporten.

Für einen anderen gebürtigen Braunschweiger, Oliver Koletzki, haben Sie den Song „No Man No Cry“ eingesungen. Wie entstand diese Zusammenarbeit?

Das lief auch über mein damaliges Label Universal. Man suchte nach passenden Sängern für die Platte von Oliver und schickte mir seinen Ins-trumental-Track zu. Der klang noch ziemlich anders als das, was hinterher dabei herausgekommen ist. Genau zu der Zeit wollte ich selbst einen Song schreiben, der „No Man No Cry“ heißen sollte. Ich hatte diese Schlagzeile bereits im Kopf, habe damit herumexperimentiert und die Melodie und den Text dazu geschrieben. Oliver hatte eigentlich eine andere Schlagzeile an anderer Stelle vorgesehen, er hat den Titel dann aber entsprechend umgebaut.

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