„Bin ich schlauer als Jauch?“: Alice Schwarzer blamiert sich

Köln.  In der neuen RTL-Show „Bin ich schlauer als Günther Jauch?“ war der Moderator guter Durchschnitt. Alice Schwarzer hingegen patzte.

Alice Schwarzer war die große Verliererin bei „Bin ich schlauer als Günther Jauch?“.

Alice Schwarzer war die große Verliererin bei „Bin ich schlauer als Günther Jauch?“.

Foto: TV NOW / Stefan Gregorowius

„Ich hab´s verschwarzert“, ließ Günther Jauch irgendwann fallen. Was für so viel stehen mochte wie: „Ich hab´s nicht auf die Reihe bekommen“. Die neue RTL- Show „Bin ich schlauer als Günther Jauch?“ war da schon einige Aufgaben alt und fest stand: Alice Schwarzer, Journalistin und Feministin, ist es nicht.

Seit 20 Jahren moderiert der 63-jährige Jauch die Quizshow „Wer wird Millionär?“ und hilft dabei seinen Kandidaten nicht selten aus der Patsche. Aber ist er auch genauso clever, wie er in der Sendung rüberkommt?

Rund um diese Frage strickte RTL für den Freitagabend eine eigene Spielshow: mit Günther Jauch im Mittelpunkt, den drei prominenten Kandidaten Ilka Bessin, Alice Schwarzer und Sonja Zietlow und dem Hirnforscher Martin Korte als Experten.

„Bin ich schlauer als Günther Jauch?“: So funktionierte die Show

Gleich zu Beginn der Sendung betonte Jauch, dass es eben kein Abklatsch von „Wer wird Millionär?“ sein sollte. Kein reiner Wissenstest. Stattdessen sollten Orientierung, Logik, Gedächtnis, Menschenkenntnis, Alltagswissen, visuelle Wahrnehmung und Sprachfähigkeiten abgefragt werden.

Schon vor der Sendung hatte Jauch die Aufgaben beantworten müssen, genauso wie 1000 repräsentativ ausgewählte Menschen in Deutschland. An ihnen sollten sich die drei Prominenten sowie die Zuschauer zu Hause nun messen. Für jede richtige Antwort gab es einen oder mehrere Punkte.

Männliche Gehirne sind schwerer – bei gleich vielen Nervenzellen

Aber was heißt eigentlich schlau? Wer schlau ist, komme auf ungewöhnliche Weise zum Ergebnis, finde Möglichkeiten und Lösungen, erklärte Forscher Korte, der immer wieder versuchte, Informationen zum Gehirn zu liefern.

Etwa, dass der Scheitellappen der Orientierung, der Hinterhautlappen der visuellen Wahrnehmung und der Stirnlappen der Logik diene. Oder dass Männergehirne etwas schwerer seien als die von Frauen – aber genauso viele Nervenzellen besäßen.

Alice Schwarzer versagt in ersten zwei Runden komplett

„Frau Schwarzer: Drücken!“, musste Günther Jauch die 76-jährige Herausgeberin der feministischen Frauenzeitschrift „Emma“ gleich bei den ersten Fragen mehrmals anweisen. Weil Schwarzer zu spät die richtige Antwort drückte, konnte diese nicht gewertet werden.

Funktionierte es dann doch mal, lag sie daneben. So hatte die Feministin nach den ersten zwei Runden noch keinen einzigen Punkt geholt. Anders sah es bei der als hochbegabt geltenden Moderatorin Sonja Zietlow aus, die in der ersten Runde gleich die volle Punktzahl erzielte.

Schwarzer und Bessin offenbar Wissenslücken

Beim so genannten Alltagswissen hatten die Fragen dann doch „Wer wird Millionär?“-Charakter. „Wer im Winter effizient heizen möchte, der sollte…“ – dass Stand-up-Komikerin Ilka Bessin und Alice Schwarzer auf „immer ein Fenster auf Kipp stellen“ tippten, ließ Jauch mehr als ratlos zurück.

Frische Luft erwärme sich schneller. Das hätten sie mal gehört, argumentierten die beiden Damen. Jauch bettelte bloß bei RTL: „Macht bitte eine Energieberatungs-Sendung.“ Erst vor kurzem hatte Jauch schon den Oberlehrer raushängen lassen und war mit Sido in Streit geraten.

Erste Punkte für Schwarzer nur dank Jauchs Hilfe

In der Kategorie „visuelle Wahrnehmung“ konnte Jauch schließlich nicht mehr mitansehen, wie Schwarzer weiterhin ohne Punkt dastand. Hier ging es darum, die Zahl der Tiergeräusche und die Zahl der Tiere auf einem Bild zu ermitteln – wobei das Bild vernebelt war und nur ab und zu einige Körperteile aufblitzten.

„Männer und Frauen müssen auf Augenhöhe und gleichberechtigt zusammenarbeiten“, sagte Jauch in Richtung der Feministin und gab ihr ein paar Tipps. Das klappte: die ersten zwei Punkte für Schwarzer.

Auch Jauch mit deutlichen Schwierigkeiten

Emotionen in Gesichtsausdrücken erkennen, Verwandtschaftsverhältnisse ermitteln, Wortlücken mit Buchstaben füllen – um all das ging es in den weiteren Kategorien. Teilweise etwas langatmig kamen die Rückblenden daher, in denen gezeigt wurde, wie Jauch vor der Sendung über den Aufgaben grübelte.

Mit Ankündigung der Sendung hatte RTL den Quizmoderator auf einen hohen Thron gehoben. Schnell stellte sich aber Ernüchterung ein. Anders als Sonja Zietlow, die irgendwann uneinholbar an allen anderen vorbeizog, hatte Jauch deutlich mehr Schwierigkeiten.

Am Ende landete er nur bei 32 Punkten. Die 1000 Personen, die vor der Sendung teilgenommen hatten, erreichten 33 Punkte. „Ich bin Durchschnitt“, betonte Jauch deshalb. Und das schien ihn irgendwie zu freuen.

Sonja Zietlow stellt ihre Hochbegabung unter Beweis

Ilka Bessin lag bei 41 Punkten, Sonja Zietlow kam sogar auf 59 Punkte und ist damit laut RTL schlauer als 98 Prozent der Menschen in Deutschland.

Die große Verliererin des Abends aber war Alice Schwarzer, die mit gerade mal 20 Punkten so gar nicht brillieren konnte. „Ich habe ja selten Mitleid erregt“, fügte sie noch hinzu. Jetzt aber hoffe sie auf genau solches.

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