„Wälder sind keine Holzfabriken“

Wanderer gehen durch einen nach einem Borkenkäferbefall abgestorbenen Fichtenwald auf dem Berg Achtermann im Harz.

Wanderer gehen durch einen nach einem Borkenkäferbefall abgestorbenen Fichtenwald auf dem Berg Achtermann im Harz.

Foto: Swen Pförtner / dpa

Zu „Autor und Förster Wohlleben in der Kritik“ und „Forscherin warnt vor Waldbränden im Harz“ vom 20. Januar:

Würden Forstwirtschaft und Landesforsten nach den Erkenntnissen von Peter Wohlleben und anderen engagierten Waldschützern arbeiten, müssten wir jetzt nicht über ein massives Waldsterben und die Gefahr von Waldbränden im Harz reden. Die Kritik der Landesforsten ist eine reine Abwehrhaltung aus schlechtem Gewissen heraus. Wie die „Bundes-Bürger-Initiative Waldschutz“ proklamiert, sind Wälder keine Holzfabriken!

Edmund Schultz, Braunschweig

„Fridays for Future“ sollte das unterbinden

Zu „Wehrübung: Defender Europe“ vom 14. Januar und „Von Verteidigung zu sprechen ist zynisch“ vom 20. Januar:

Der Leserbrief von Frau Ulrike Schmitz spricht mir voll aus dem Herzen. Hinzufügen muss ich noch, dass es in Zeiten, in denen wir alle auf mehr Klimaschutz eingeschworen werden – man rechnet uns sogar vor, wieviel CO2 wir durch den Verzehr eines Hühnereis produzieren –, es ein Unding ist, ein Großmanöver in solch einer Wahnsinnsdimension zu planen. Man bedenke: Über 30.000 Militärfahrzeuge fallen von USA kommend in Deutschland ein, durchqueren auf Straßen und zum Teil maroden Brücken und Bahnlinien unser Land. Kosten in immenser Höhe entstehen, an wichtigen Stellen fehlt das Geld. Durch solche Aktionen wird kein „feindlicher“ Regierungspräsident beeindruckt. Die Umwelt wird extrem belastet, so dass ich kaum noch einsehe, etwas Positives für den Umweltschutz tun zu müssen. Solche völlig unsinnigen Aktionen sollten jetzt von allen „Fridays for Future“-Gruppierungen und auch der Bevölkerung unterbunden werden. Leider befürwortet unsere Regierung ja die Trumpsche Anordnung.

Walter Bromberger,
Braunschweig

Der Regierung liegt wenig am Klimaschutz

Zu „Klöckner vor Grüner Woche: ,Bullerbü macht nicht satt’“ vom 17. Januar:

Julia Klöckner behauptet, die weltweite landwirtschaftliche Produktion müsse bis 2050 um 70 Prozent gesteigert werden, um die Menschen satt zu bekommen. Doch ist das zutreffend? Während 43 Prozent der globalen Getreide- und 80 Prozent der Sojaernte an Nutztiere verfüttert wird, leiden bereits jetzt 821 Millionen Menschen an Hunger. Studien belegen, dass drei bis vier Milliarden Menschen mehr ernährt werden könnten, würde die Ernte direkt zu Lebensmitteln verarbeitet. Forscher kommen im Fachmagazin „Nature Communications“ sogar zu dem Ergebnis, dass auch mit Öko-Anbau die Weltbevölkerung satt werden könnte – sofern die Menschen ihren Fleischkonsum deutlich reduzieren und weniger Lebensmittel wegwerfen. Die Aussage Klöckners ist damit unzutreffend, offenbart aber auch einmal mehr, wie wenig den Regierenden an Klima-, Arten-, Tier- und Umweltschutz gelegen ist.

Dirk Jessen, Braunschweig

Wer will denn noch Lehrer werden?

Zum Leitartikel „Traurige Aussichten“ vom 18. Januar:

Herr Ahlers meint zum Thema Lehrermangel: „Ernsthaft anpacken müsste man das Thema schon“. Wohl wahr! Ich war von 1976 bis 2011 Lehrer in Wolfsburg. In meiner Referendarszeit waren in meiner Referendarsgruppe von 24 Referendaren nur zwei Referendare studierte Handelslehrer (ich war Berufsschullehrer). Alle anderen waren Betriebswirte, Volkswirte, Politologen, Germanisten und so weiter.

Der Grund: Mangel an ausgebildeten Lehrern! Während meiner gesamten beruflichen Tätigkeit gab es immer Lehrermangel mit der Folge, dass Unterricht ausfiel. Wenn dann noch der oberste Dienstherr (der damalige Ministerpräsident) die Lehrer als „faule Säcke“ bezeichnete, kann man sich vorstellen, wie attraktiv der Lehrerberuf war – und ist. Es ist allgemein bekannt, dass es an Grund- und Hauptschulen an Schulleitern mangelt. Wer will sich das unter den gegenwärtigen Bedingungen denn noch antun? Ja, ernsthaft anpacken müsste man das Thema schon...

Rolf Schnitger, Wolfsburg

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