„Vechelder Ampel als Herausforderung der besonderen Art“

Für Unmut sorgt die Ampel an der Kreuzung Hildesheimer Straße/Köchinger Straße (L 475) in Vechelde.

Für Unmut sorgt die Ampel an der Kreuzung Hildesheimer Straße/Köchinger Straße (L 475) in Vechelde.

Foto: Harald Meyer/Archiv

Peine. Michael Schulz zu „Ampel an Peiner Straße – ,die Grünphasen sind zu kurz“ vom 25. Februar:

Die neue Ampel an der Hildesheimer Straße/Köchinger Straße in Vechelde – sie ist eine Herausforderung der besonderen Art: Seit Installation der neuen Ampel an dieser Kreuzung ist die Situation dort gelinde gesagt suboptimal, zumindest für Leute, die die Kreuzung innerhalb der nächsten zehn Minuten überqueren wollen.

Zwar soll die neue Ampel wohl bedarfsgerecht schalten, ist aber offensichtlich mit dem realen Bedarf bisweilen leicht überfordert. Einzelne Radfahrer werden insbesondere beim Linksabbiegen von der Hildesheimer Straße in Richtung Köchinger Straße zu bestimmten Tageszeiten völlig ignoriert. Auch für Radfahrer von Köchingen aus kommend gilt trotz neuer Radspur ähnliches. Wer die Kreuzung zeitnah (zumindest ohne Autounterstützung) überqueren möchte, nutzt besser den Fußweg und betätigt den dortigen Signalanforderungsknopf.

Nun könnte man ja auf die verwegene Idee kommen, dem ökologischen Gedanken zu trotzen und doch wieder auf das Auto zurückzugreifen (Radfahrer will ja sowieso niemand wirklich auf der Straße haben). Aber unglücklicherweise sind die Autofahrer noch schlechter dran. Denen hilft der Fußgängerknopf nämlich nicht! Sie passen einfach nicht rechts an der Ampel vorbei …

Über das Problem des Abbiegens in die Köchinger Straße wurde in der Braunschweiger Zeitung ja schon berichtet. Das Rauskommen ist aber insbesondere zu Hauptverkehrszeiten auch nicht einfach. Wo früher Autofahrer zweispurig und zügig abbiegen konnten, sorgt heute die Radspur für einspurige Verkehrsführung. Diese hilft zwar zumindest theoretisch den Radfahrern (würde die Ampel sie nicht ignorieren) und den Fußgängern auf dem zugegeben viel zu schmalen Fußweg, sorgt aber für einen inzwischen regen Ampelvermeidungstourismus über die Parkstraße und Spinnerstraße. Zumindest dann, wenn der Rückstau noch ein Abbiegen in die Parkstraße ermöglicht.

Die Ampel führt derweil ihr eigenes perfides Verkehrsberuhigungskonzept durch: Bei der ersten Phase können drei bis vier Autos die Ampel passieren. Bei der nächsten Phase dürfen es auch ein paar mehr sein. Aber mehr als acht konnte ich noch nicht beobachten, egal wie lang die Schlange ist. Danach versucht sie es dann doch wieder mit drei Autos. Könnte ja sein, dass das Dauersignal, welches die wartenden Autos wohl auslösen, ein Sensorfehler ist.

Wer von uns hat dafür kein Verständnis, dass man noch langsamer arbeitet, wenn man sich überlastet fühlt? Richtig gemütlich wird es erst, wenn aufgrund des regen Publikumsverkehrs vor dem Kindergarten „Köchinger Straße“ die dort parkenden Eltern die Straße so verengen, dass der Linienbus die Engstelle aufgrund der wartenden Autos im Gegenverkehr nicht mehr passieren kann. Der Rückstau geht dann bis auf die Hildesheimer Straße. Der Informatiker nennt diese Situation dann Deadlock und die die Ampel scheint vergeblich im Internet nach Hilfe zu googlen, bis dann einige mitdenkende Verkehrsteilnehmer die Situation auflösen und auf Ihr nun doch nachhaltiges Grünsignal verzichten. Sie können die Kreuzung ja eh nicht überqueren. Und mit etwas Glück kommen die Eltern aus dem Kindergarten ja auch bald wieder ...

Kann sein, dass ich die Situation als täglich davon betroffener etwas überbewerte. Darum fahre ich inzwischen morgens zur Arbeit lieber 15 Minuten früher los und vermeide die Parkstraße, denn mit etwas Glück rettet mich und meine Kollegen eine neue Ampelgeschichte bis zur ersten Kaffeepause.

Michael Schulz,

38159 Vechelde

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